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Tourenberichte

Chiemgau - Heute ein König zurück

Hier sind Sie richtig! Im Chiemgau spielt Bayern seine stärksten Trümpfe aus: Glühende Berge, glitzernde Seen und bunte Blumenwiesen. Der Wind trägt das Aroma von Margariten, Kornblumen, Mohn und Lichtnelken in Ihr Cockpit. Klappen Sie das Verdeck herunter und atmen Sie den Duft. Tief und genussvoll. Im Chiemgau können Sie sich ander Nase herumführen lassen. Nicht nur das. Diese Tour wird alle Ihre Sinne ansprechen.

Morgens küsst Sie die Sonne, ein wolkenloser Himmel grüßt. Die Luft verspricht Freiheit und Abenteuer. Es gibt ihn, den perfekten Tag! Krönen Sie ihn mit einer Cabrio-Tour durch den Chiemgau. Bayerns Pracht begrüßt Sie auf der Autobahn. Auf der A8 München Richtung Salzburg brausen Sie über den Irschenberg der Naturschönheit entgegen und nehmen die Ausfahrt Frasdorf. Gleich am Ortseingang hat der "Anderlbauer"seinen Hofladen gebaut. Wem es gelingt, seine massive Holztüre aufzudrücken, der kann seinen Picknick-Korb mit Bio-Spezialitäten aus der Region füllen, z.B. mit dem köstlichen Chiemgauer Schafskäse.

Vorausschauende finden jetzt schon Souvenirs bei der Schnapsbrennerei Johann Guggenbichler: erstklassige Obstbrände ohne Zusätze. Ihre Qualität verdanken sie den Äpfeln und Birnen aus eigenem Anbau und dem mineralhaltigen Wasser der hauseigenen Quelle.

Weiter geht’s den Samerberg hinauf ins malerische Dorf Törwang. Direkt neben der Kirche steht ein Bauernhof und ein paar Häuser weiter serviert der" Entenwirt" seine Spezialität: Bayerische Bauernente mit Kartoffelknödel und Blaukraut. Ein Entenbier aus dem Fass rundet den deftigen Genuss ab – zumindest für den Beifahrer.

Zurück im Cabriolet steuern Sie den Aussichtspunkt Obereck an. Machen Sie sich auf ein Déjà-vu gefasst. Der idyllische Ort könnte Ihnen be kannt vorkommen – aus Film und Fernsehen: Die kleine Kapelle im Schutz der imposanten Luitpold-Eiche nutzen Regisseure gerne als Schauplatz für schicksalhafte Begegnungen und romantische Stelldicheins. Schließlich bietet der Ort einen einzigartigen Panoramablick ins Inntal und den Chiemgau. Mystisch gestimmte Menschen sprechen vom Obereck als Kraftort, der hilft, die eigene Mitte zu finden. Nicht umsonst führt der bayerische Jakobsweg direkt daran vorbei.

Der Bauer Michael Huber, dem ein Zehntel der Kapelle gehört, bringt die Magie auf den Punkt: "Der Baum, das Kreuz, die Kapelle, hier gehört alles zusammen." Gemeinsam mit den neun anderen Miteigentümern kümmert er sich um das Kleinod. "Jedem von uns gehört ein Quadratmeter und jedes Jahr kümmert sich ein anderer um die Kapelle. Das heißt: Unsere Frauen kümmern sich darum. Sie verwalten auch das Geld aus dem Opferstock.“ Eine kleine Spende ist willkommen.

Im Genusstempo rollen Sie dann Richtung Sachsenkam, Pinswang und Neubeuern mit seinem Schloss und dem historischen bunten Marktplatz. Für die Augenweide müssen Sie nicht einmal aussteigen, Sie können bequem mit dem Cabriolet durch den Dorfkern rollen. Sollte Sie dabei der kleine Hunger überraschen, ist das Gegenmittel nicht weit: Am Ortsausgang steht Auers Schlosswirtschaft. Die Einrichtung ist ebenso schlicht und entspannt wie die Gerichte fantasievoll und köstlich sind. Nur bayerische Hausmannskost sollte man von der Wirtin Astrid Hilse nicht erwarten. Sie vereint lieber mediterrane und asiatische Elemente und bringt sie auf das Niveau der gehobenen Küche.

Sie schließen den ersten Kreis Ihrer Tour, indem Sie zurück nach Frasdorf fahren, dort die A8 unterqueren und die Straße Richtung Umratshausen und Hittenkirchen nehmen. Kurz vor Hittenkirchen offenbart sich ein Chiemsee-Panorama wie aus dem Bilderbuch. Genießen Sie die Momentaufnahme und lenken Sie zum größten bayerischen See. Je näher Sie ihrem Ziel kommen, umso besser werden Sie den bayerischen König Ludwig II. verstehen, der sich so sehr in das Gewässer verliebte, dass er sich auf seiner größten Insel ein Schloss bauen ließ.

Am Ortseingang von Prien haben Sie die Wahl: Zwischen einem Abstecher in den hübschen Ort oder der Kurzstrecke Richtung See. Wenn Sie sich für Letzteres entscheiden, biegen Sie am Kreisverkehr rechts ab. Wählen Sie die Citytour, fahren Sie immer geradeaus – mitten in den Ort hinein. Dort ist die Parkplatzsuche eine wahre Herausforderung, doch am Wochenende findet sich mit viel Glück immer eine Möglichkeit.

Wir wählen die Strecke zum See und fahren an seinem Ufer bis zur Dampferanlegestelle "Prien-Stock". Der große Parkplatz gibt Ihnen die Gelegenheit, sich von Ihrem Wagen zu trennen, für eine kleine Dampferfahrt auf die Herreninsel zum Königsschloss. Als Alternative bietet sich die kleine Fraueninsel mit ihrem Kloster an. Eine Rundfahrt verbindet beides. Soviel zu den offiziellen und wirklich sehenswerten Höhepunkten des Sees.

Nicht weniger attraktiv sind die inoffiziellen Höhepunkte wie die versteckte Steckerlfischhütte am See von der Fischräucherei Reiter am Forellenweg 29. Tagsüber können Sie hinter der Hütte unbehelligt die köstlichen Fische verspeisen, am Abend empfiehlt sich dies nur mit Mückenschutz.

Satt und froh? Bitte einsteigen. Das nächste Vergnügen winkt: Eine Tour am Ufer des Chiemsees, über Gstadt, wo Sie im Café Inselblick leckeren Apfelstrudel bekommen, bis nach Seebruck, das schon den alten Römern gefiel.
Von Seebruck aus geht es zum Kloster Seeon. In seinen dicken Mauern nächtigte Mozart auf seinen Reisen von Salzburg nach München – und komponierte. Ein mächtiger Zeuge erzählt noch heute von Inspiration und Ruhepausen: die Mozart-Eiche. Sie breitet sich hinter dem Seeoner See an einem kleinen Nachbarwasser aus, nur wenige hundert Meter vomParkplatz entfernt. Wenn Sie an diesem idyllischen Ort bleiben wollen, dann gehen Sie doch ins Kloster. Es bietet angenehme Gästezimmer und köstliche Speisen im "Gotischen Keller". Obendrein gehören regelmäßig Konzerte zum Programm.

Wenn’s nur eine kleine Pause sein soll, dann empfehlen wir das Café Leuchtenberg nebenan. Seine Terrasse liegt direkt am See, auf dem prächtige Seerosen treiben, und obendrein sind die Kuchen köstlich.

Die nächste Station könnte gefährlich werden, zumindest für Autofans. Es geht nach Amerang zum Museum für Deutsche Automobilgeschichte. Hier wollen über 220 Oldtimer bewundert werden – darunter Cabriolets, die den Wunsch nach einem großen Lottogewinn wecken oder nach dem perfekten Autoraub. Doch grämen Sie sich nicht, Ihr Cabriolet ist sicher das schönste! Abgesehen davon, kommt es letztendlich nur darauf an, was man mit seinem Wagen erlebt.

Das Kontrastprogramm bietet das Bauernhausmuseum – auch in Amerang. Der kleine Ort protzt mit drei Museen. Zu recht! Auch das Bauernhausmuseum beeindruckt. Hier können Sie Ihre Fantasie auf eine Zeitreise schicken und die originalgetreuen Höfe besuchen. Ins Hier und Jetzt finden Sie am besten im Museumsstüberl zurück, wo bodenständige bayerische Küche serviert wird – von süß bis deftig. "An Guadn!" ,wie man hier so sagt.

Gnädige Frau, gnädiger Herr, jetzt haben Sie die Möglichkeit standesgemäß ab- bzw. auszusteigen, in Schloss Amerang. Ihre Gastgeberin Giulia Freifrau v. Crailsheim-Larisch hat für Sie zwei wunderschöne Räume renovieren lassen. Ausgestattet mit antiken Möbeln, kostbaren Stoffen und einem romantischen Himmelbett wartet die Suite auf ein verliebtes Paar. Zum Arrangement "Ein Schloss für zwei" gehört ein exklusives Drei-Gänge-Menu in intimer Atmosphäre und ein opulentes Frühstück, das Ihnen in Ihrer Schloss-Suite serviert wird. Zwei weitere Gästezimmer stehen außerdem bereit.

Die nächste Station Höslwang kann zwar weder mit einem Museum noch mit einem Schloss aufwarten, dafür aber mit einer grandiosen Aussicht.
Als Schauplatz bietet sich die Terrasse des Gasthofs "Zur schönen Aussicht" an. Zu ihren Füßen liegt die Eggstätter Seenplatte, ein Naturschutzgebiet, das für Cabrio-Fahrer ebenso reizvoll ist wie für Wanderer. Schließlich reicht ein sanfter Druck aufs Gaspedal, um an dem Naturschauspiel teilzunehmen. Wenn der Fahrtwind nicht zur Kühlung reicht, verraten wir Ihnen einen wunderschönen Badeplatz: Den Langbürgner See. Er liegt mitten im Wald, sein Wasser ist weich und sauber und er sollte ein Geheimtipp bleiben … Apropos, parken Sie nicht direkt an der Straße, wo alle parken. Fahren Sie lieber ein Stück weiter, vorbei am See, um dann gleich links abzubiegen. Nach rund 300 Metern sehen Sie schon die ersten Autos in der Wiese. Die stehen dort gut, der freundliche Besitzer erlaubt’s. Dafür darf er auch gerne einen Euro pro Person kassieren für seinen kleinen privaten Badesteg, zu dem eine große Wiese in Hanglage gehört.

Ist der Bikini wieder trocken, fahren wir Richtung Bad Endorf und am Ortsausgang auf einem asphaltierten Waldweg ins malerische Dorf Antwort. Mitten im Zentrum, im Tante Emma-Laden Café Perl, kann man wochentags Kaffee tanken und Keramik von Ilse Mela kaufen. Und schon geht es wieder weiter. Nach Hirnsberg und bei Pietzing schimmert links neben uns der Simssee. Wer ihn länger genießen möchte, macht Rast in Pietzing, im kleinen Biergarten direkt am See. Hier kann man auch die Badehose wieder auspacken.

In Riedering, der nächsten Station, lohnt es sich, Siegfried Stuhlmüllerin seiner Hornschnitzerei zu besuchen. Dann schließt sich der Kreis und wir nähern uns wieder unserem Startpunkt: Der A8. Wir hoffen, Sie konnten den Tag so richtig genießen, jede einzelne Sekunde, den Fahrtwind auf Ihrer Haut, die Aromen in Ihrer Nase, das Seewasser, den Steckerlfisch, die Aussicht, die Sonne – das Glückan Ihrer Seite. Das alles muss gefeiert werden, bevor Sie wieder auf die A8 zurückkehren. Krönen Sie Ihren Tag mit einem Sonnenuntergang. Last but not least müssen wir Ihnen einfach verraten, wo Sie den Sonnenuntergang am Chiemsee am besten genießen können: in Feldwies, direkt am Ufer. Viel Freude und gute Fahrt!

Text | Erika Thimel

Kunstvolle Liebesgaben

Siegfried Stuhlmüller pflegt in Riedering ein altes bayerisches Kunsthandwerk – und Beziehungen. Bei ihm finden Sie handgeschnitzten Schmuck, einzigartige Knöpfe und griffige Messer.

Konzentriert kratzt Siegfried Stuhlmüller mit einer Nadel am Ohr des Gamsbocks. Feine Späne fallen auf seine Arbeitsfläche. Der Mann weiß, was er tut. Seit zwei Jahrzehnten pflegt er das altbayerische Kunsthandwerk des Hornschnitzens. Im Regal liegt sein Arbeitsmaterial: Wuchtige Hörner von wilden Tieren, in allen Größen und Farbnuancen.

Aus Hirschgeweihen schnitzt der Kunsthandwerker Schmuckstücke, Messergriffe, Gürtelschließen, Knöpfe und Skulpturen. "Das Horn des Rothirsches lässt sich am besten verarbeiten, weil es am härtesten ist", erklärt er. Seine Kunststücke schmücken später Dirndl, Lederhosen und Trachtenhüte, denn Hornschmuck ist eine bayerische Liebesgabe.

Der Mann schenkt der Frau ein Edelweiß und drückt damit aus, dass er alles für sie wagen würde. Der Hintergrund: In der Natur blüht die Gebirgsblume auf hohen, steilen Felsen. Wer es dort pflückt, setzt sein Lebenaufs Spiel. Die Frau revanchiert sich mit einem Gamsbock zum Anstecken. "Die Gams symbolisiert Jagdglück, weil sie so schnell und gewandt ist", erklärt Stuhlmüller, dessen Handwerk aus der Jagd kommt. Früher haben die Jäger im Alpenraum ihre Trophäen zu Schmuckstücken verarbeitet, heute beherrschen nur noch wenige diese Kunst.

Vorsichtig wischt Stuhlmüller die Späne vom Gamsbock und mustert sein Werk. Ein feines Haar fehlt noch. Er kratzt es ins Fell des Tieres. Jetzt ist der Künstler zufrieden. Der Gamsbock wirkt lebendig, spitzt die Ohren, scheint bereit zum Sprung.

Öffnungszeiten der Hornschitzerei Stuhlmüller
Di.–Fr. 9:00 – 12:00 Uhr / 13:00 – 18:00 Uhr
Sa. nach Vereinbarung. Mo. geschlossen.
Rosenweg 3a, D-83083 Riedering

French Connection

Ludwig II. wusste, wo sein Land am schönsten ist. Die besten Plätze markierte der bayerische König mit heute weltbekannten Schlössern. Sein Prachtstück verwirklichte der Monarch mit Schloss Herrenchiemsee. Die Bauvorlage steht im Pariser Vorort Versailles: Das Schloss des "Sonnenkönigs" Ludwig XIV. Der Franzose schuf ein architektonisches Meisterwerk und seine maßstabgetreue Kopie steht mitten im Chiemgau. Alles begann an Ludwigs 29. Geburtstag im August 1874. Anstatt im heimischen München zu feiern, zog es den eigenwilligen König nach Frankreich zum Schloss Versailles. Er verehrte den Sonnenkönig. Die Folgen waren gewaltig: Ludwig wollte das gleiche Schloss wie sein Vorbild. Den idealen Standort besaß der König bereits. 1873 hatte er die Insel Herrenchiemsee gekauft. Für die hervorragende Lage zahlte er 350.000 Goldmark. Seinen Ruf ein Verschwender zu sein, festigte der König endgültig beim Bau des Projekts. Zwar finanzierte er seine Schlösser aus der Privatschatulle, doch die war bald leer und die Schulden wuchsen. Dafür füllten sich die Kassen der Münchner Handwerker. Nicht zuletzt durch die königliche Baulust entwickelte sich die Landeshauptstadt zu einer europäischen Kunstgewerbe-Metropole. Auch die Menschen im Chiemgau profitierten von der königlichen Baulust: Straßen wurden angelegt, die Menschen bekamen Arbeit. Zeitweise waren 300 Leute auf Herrenchiemsee beschäftigt.
Pedantisch überwachte Ludwig ihre Fortschritte. Jeder Farbton sollte der Vorlage gleichen, jeder Lüster identisch sein. Nur beim Bau der berühmten Spiegelgalerie gestattete seine Majestät eine Ausnahme: Der prächtige Saal ist mit 98 Metern 23 Meter länger als das französische Vorbild. Trotzdem wurde er nur einmal genutzt – beim einzigen Aufenthalt des Königs in seinem neuen Schloss. Da zündeten die Bediensteten über 2000 Kerzen an. Ihr Glanz vervielfachte sich in den Spiegeln. Goldenes Licht durchflutete den Raum – und umfing einen einsamen Menschen. Es war der König. Der Mann, der seine Bauwerke als "Hauptlebensfreude" empfand, freute sich allein.
Heute ist es vorbei mit der Einsamkeit: Das Schloss Herrenchiemsee ist für Besucher geöffnet, im Spiegelsaal finden regelmäßig Konzerte statt – und trotzdem hat Ludwigs Insel nichts von ihrer Schönheit eingebüßt.

Mythos Märchenkönig – König Ludwig II. (1845 - 1886)

  • "Ein ewig Rätsel will ich bleiben mir und anderen", erklärte sich der Bayernkönig. Seine fantasievollen Schlösser erzählen seinen Traum von einer anderen, besseren Welt. Ludwigs Mutter beschrieb ihren Prinzen als kreatives Kind, das gerne Theater spielte, Bilder liebte und außerordentlich großherzig war. Die begeisterte Bergsteigerin nahm ihren Sohn schon früh mit auf die Gipfel und weckte seine Naturverbundenheit.
    Als das Königskind 18 Jahre war, starb sein Vater und Ludwig wurde relativ unvorbereitet auf den Thron gezwungen. Zu Beginn seiner Regentschaft widmete er sich eifrig den Regierungsgeschäften, später überließ er diese seinen Ministern und gab sich seiner Kunstliebe, Musikbegeisterung und Bauleidenschaft hin.
    "Er war der schönste Jüngling, den ich je gesehen habe", schwärmte die Schriftstellerin Clara Tschudi. Der 1,91 Meter großer König war ein begehrter Junggeselle. Doch keine Frau eroberte sein Herz. Mit seiner Cousine Kaiserin Elisabeth von Österreich lebte er eine innige Freundschaft, bis er die Verlobung mit ihrer Schwester Sophie Charlotte löste. " ... der Gott meines Lebens aber ist, wie Du weißt, Richard Wagner", entschuldigte Ludwig sich.
    Die Welt der Musik und der alten Sagen war Ludwigs liebster Aufenthaltsort. Er identifizierte sich mit Parzival, der dank Reinheit und Glauben zum Gralskönig und damit zum Erlöser wurde. Immer mehr zog er sich in seine Träume zurück. München war ihm inzwischen verhasst, seine Aufgaben nur noch eine Belastung. Menschen versuchte er zu meiden. Ludwig schlief am Tag und lebte in der Nacht. Legendär sind seine nächtlichen Schlittenpartien im Kerzenschein.
    Die andere Seite des Königs: Ludwig II. interessierte sich brennend für technologische Entwicklungen – und träumte vom Fliegen. Dieser Traum sollte Jahre später als Beweis seiner "Geisteskrankheit" gelten. Doch schon 1891, fünf Jahre nach dem Tod des Königs, hielt sich Otto Lilienthal mit seinem Fluggerät als einer der Ersten über hunderte von Metern in der Luft. Mit 40 Jahren war der einst so schlanke, schöne Bayernkönig ein dicker, kranker Mann, den Bauschulden drückten und der ohne Opium nicht einschlafen konnte. Seine Regierungsaufgaben interessierten ihn nicht mehr. Die Mächtigen in München reagierten: Sie ließen den König für verrückt erklären – ohne eine psychiatrische Untersuchung. Am 13. Juni 1886 ertrank König Ludwig II. im Starnberger See. Ob es Selbstmord war oder ein Attentat, ließ sich nie klären. Für viele Bayern aber ist Ludwig II. bis heute ihr "Märchenkönig", ihr "Kini".

Fahrpausen

Kloster Seeon

Auf einen Blick

  • Chiemsee
  • Fläche: 79,9 km2
  • Uferlänge: 64 km
  • Maximale Tiefe: ca. 73 m
  • Entfernung von München nach Prien:
    87 km
  • Entfernung von Salzburg nach Prien:
    66 km
  • www.chiemsse.de

Bayerisches Kunsthandwerk - Hornschitzerei

Hornschnitzerei Stuhlmüller

Hornschnitzerei Stuhlmüller

Hornschnitzerei Stuhlmüller