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Tourenberichte

36 Kehren auf 48 km & 100% Fahrspaß zurück

Sie begeistert Cabrio-Fahrer, jede Menge Radsportler, ja sogar Traktor-Chauffeure, die hier regelmäßig Wettfahrten durchführen. Die Großglockner Hochalpenstraße wird 75 Jahre alt, und dabei ist die Jubilarin so jung und faszinierend wie nie zuvor.

Staubige Schotterstraßen, steile Anstiege und 180°-Kurven mitten im Hoch-gebirge. Anfang der 30er-Jahre war der Bau einer hochalpinen Straße über den Alpenhauptkamm ein höchst spektakuläres Projekt. Der Auftrag, die Großglockner Hochalpenstraße zu entwerfen, ging an den jungen Bauingenieur Franz Wallack, der mit Elan an die Arbeit ging. Auf eigene Kosten unternahm er eine fünfwöchige Studienreise auf 43 Alpenstraßen zwischen den Dolomiten und dem französischen Mont Cenis. Er notierte Frequenzen, vermaß Kurvenradien, registrierte die Kapazität der gängigen Autobusse, studierte die Mautpreise auf der ersten europäischen Auto-bahn zwischen Mailand und Como und legte dann sein Projekt vor: gewalzte Sandstraße, drei Meter breit mit Ausweichen auf Sichtweite, maximal elf Prozent Steigung und eine Höchstbelastung von acht Tonnen für die damals größten Busse mit 22 Sitzplätzen. Diese Straße könne mit jährlich 19.000 Fahrzeugen rechnen – also rund 120.000 Besuchern und damit 30.000 mehr als die Dolomitenstraße.

So eindrucksvoll das Projekt klang, so bedrückend leer war auch die Staatskasse im damals wirtschaftlich schwachen Österreich. Erst die Weltwirtschaftskrise 1929 brachte das Projekt vom Reißbrett. Denn die Arbeitslosigkeit schnellte binnen kurzem auf 26 Prozent hinauf. Die Glocknerstraße sollte also Arbeit für bis zu 4.000 Mann in unwirtlichen Lagen zwischen 1.200 und 2.500 m Höhe schaffen. Am 30. August 1930 krachten endlich die ersten Sprengschüsse in Ferleiten. Franz Wallack hatte die Straße mittler-weile dem Bedarf der Zeit angepasst: sechs Meter breit und auf 24 t verdreifachte Belastbarkeit. Immerhin rollten auf Europas (schlechten) Straßen bereits 1,6 Millionen Pkw, davon 17.300 in Österreich. Der einzige große Privataktionär war übrigens die deutsche AEG in Berlin. Am 3. August 1935 schließlich war es so weit: ganz Österreich feierte die Eröffnung der damals modernsten Hochalpenstraße. Die Jungfernfahrt unternahm der Salzburger Landeshauptmann Franz Rehrl mit einem 32 PS starken Steyr-Hunderter.

60 Millionen Besucher in 75 Jahren

In den folgenden 75 Jahren entwickelte sich die Großglockner Hochalpenstraße zu einer der bedeutendsten Attraktionen Österreichs und verbindet heute Fahrspaß mit einem eindrucksvollen Naturerlebnis im Nationalpark Hohe Tauern. Von der Mautstelle Ferleiten fährt man in 36 Kehren begleitet von einem faszinierenden Bergpanorama bis zum Hochtor, dem höchsten Punkt auf 2.504 m. Unterwegs gibt es einiges zu besichtigen: die Sonderausstellung "75 Jahre Großglockner Hochalpenstraße" am Piffkar, das Haus Alpine Naturschau, den Aussichtspunkt auf der Edelweiß-Spitze, das Fuscher Törl und schließlich das Besucherzentrum bei der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe auf 2.369 m. Im Jahr 2010 erwartet die Großglockner Hochalpenstraße ihren 60-millionsten Besucher. Und übrigens, mit jährlich fast 900.000 Besuchern hält die Großglockner Hochalpenstraße ihren Rang unter den Top 3 der Sehenswürdigkeiten Österreichs.

Großglockner Hochalpenstraße

  • Geöffnet: Mai bis Oktober, je nach Wetterlage
  • Strecke: 48 km Länge, 36 Kehren, 1.700 , Höhenunterschied auf der Nordseite
  • Preise: Tageskarte: 28,00 €, Rundfahrt: 32,00 €

Spektaluläres Projekt: Der Bau der Glocknerstraße zog Techniker aus ganz Europa an.

Schneeräumung im Frühjahr: Bis zu 300 Mann schaufelten in 70 Tagen die Straße frei.

Touristenmagnet: Bereits im ersten Jahr kamen 146.427 Besucher - meist per Postbus.