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Tourenberichte

Schatzsucher, auf nach Sardinien! zurück

Weißer Sandstrand, kilometerweit. Tiefblaues Wasser, badewannenwarm. Sonne, Wind und Wellen. Auf Sardinien warten unzählige Schätze darauf, entdeckt zu werden. Wir haben die Schatzkarte. Folgen Sie ihr...

Sie war einst als Banditeninsel verrufen und wurde von den alten Römern wegen ihrer Uneinnehmbarkeit Barbaria genannt. Auf ihre malariaverseuchte Küsten verbannte man unliebsame Zeitgenossen. Heute ist die Malaria längst ausgerottet und die Banditen sind Geschichte. Sardinien steht für glamourösen Tourismus, aber auch für einsame Buchten abseits des Trubels und archaische Schönheit im Hinterland. Wir zeigen Ihnen den Weg zu den Schätzen der Insel. Nur wenige Minuten vom Fährhafen Golfo Aranci entfernt, begrüßen Sie einsame Sandstrände und sardische Spezialitäten.

Der Smaragdschatz: Wie Perlen reihen sich die türkisblauen Badebuchten der Smaragdküste aneinander. Costa Smeralda – die Smaragdküste. In den 60er-Jahren entstanden Luxusherbergen, Yachthäfen und das pittoreske Fischerdorf Porto Cervo. Mick Jagger, das englische Königshaus, Fiat-Chef Agnelli oder Boris Becker – sie alle zelebrieren hier das "Dolce far niente". Ihr Quartier für die erste Nacht: das Hotel Nibaru an der Costa Smeralda.

Der Granitschatz: Die Fahrt beginnt mit einem Abstecher ins Hinterland nach San Pantaleo. Hier schweift der Blick über die Maddalena-Inseln und die Bucht von Arzachena bis zu den mächtigen Granittürmen. Bei einer Wanderung durch die herb duftende Macchia kann man einen herrlichen Aussichtspunkt erklimmen, die Punta Lufraili.

Der Felsenschatz: Ihr nächstes Ziel ist Santa Teresa di Gallura. Vermissen Sie bereits das Meer, nehmen Sie den Umweg über die Küstenstraße entlang des Golfo di Arzachena über Palau. Eilige fahren direkt auf der Straße 125/133, alle anderen suchen den Weg durch das Hügelland.

Der Goldschatz: Nur eine halbe Stunde ist es von hier zur Costa Paradiso. Goldener Sandstrand, bizarre rote Klippen, grüne Pinienwälder und tiefblaues Meer. Ihr Nachtlager können Sie 20 km westlich in Isola Rossa im Wellness-Tempel Hotel Torreruja aufschlagen.

Der Frischluftschatz: Inmitten von Korkeichenwäldern ruht der Luftkurort Tempio Pausania. Durch die Gassen der Altstadt gelangt man zur Piazza Gallura mit dem imposanten Rathaus. Das Il Giardino ist ein bei Einheimischen beliebtes Lokal in der Altstadt mit rustikalem Gastraum und schattigem Innenhof.

Der Brunnenschatz: Nun nehmen Sie die Straße 127 nach Perfugas. Im Ort sollten Sie die dreischiffige Pfarrkirche Madonna degli Angeli aus dem 16./17. Jahrhundert besuchen und den Brunnen Pedrio Canapoli mit seiner heiligen Quelle. Kurz vor Castelsardo wartet ein weiteres Postkartenmotiv: die bekannte Roccia dell‘Elefante, der Elefantenfels.

Der Burgschatz: Im Mittelalter von der Genueser Adelsfamilie Doria gegründet, schmiegt sich Castelsardo an einen mächtigen Fels, dessen höchster Punkt das Castello dei Doria ist. Der Ort wird auch als Hauptstadt der sardischen Korbflechterei bezeichnet. Man entspannt sich am besten im La Guardiola auf dem Burgberg. Spezialitäten des Hauses sind Antipasti und Meeresfrüchte. Danach kann man sich im nahen Hotel Riviera einbuchen.

Der Silberschatz: Erholt und ausgeschlafen steuern Sie Ihr Cabriolet auf der Küstenstraße Richtung Westen. Bald haben Sie die Wahl: Fahren Sie über die Hafenstadt Porto Torres hinauf zum nord-westlichsten Zipfel Sardiniens, dem Capo del Falcone, oder statten Sie der zweitgrößten Metropole Sassari einen Besuch ab?

Der Höhlenschatz: Danach heißt Ihr Ziel Capo Caccia, ein zerklüftetes Kalksteinkap mit 168 m hoher Steilküste. Am Fuße der Steilküste verbirgt sich eine der schönsten Tropfsteinhöhlen Sardiniens, die Grotta di Nettuno. Man erreicht die Höhle von Cala Draguna aus per Boot oder vom Kap-Parkplatz über die spektakulär in die Wand geschlagenen 654 Stufen der Escala del Cabirol.

Der Historienschatz: Das Hotel dei Pini direkt am Strand bietet den Komfort, den sich müde Reisende wünschen. Ganz in der Nähe gibt es den Nuraghen-Komplex Palmavera zu sehen. Von den mächtigen Steintürmen (ca. 1800-1500 v. Chr.), die als Wahrzeichen Sardiniens gelten, gibt es immer noch etwa 7.000 auf der Insel.

Der Korallenschatz: Alghero ist ein lebhafter Ort mit malerischer Altstadt. Eine Besonderheit sind rote Korallen, die vor der Küste wachsen. Die Einheimischen essen Meeresfrüchte all‘algherese in der Trattoria Maristella. Eine Nacht der besonderen Art können Sie im ehemaligen Franziskanerkloster im Herzen der Altstadt verbringen, dem Hotel San Francesco.

Der Panoramaschatz: Nach dem Frühstück im Kreuzgang des Klosters sind Sie bereit für die nächste Etappe: die 47 km lange Panoramastraße nach Bosa. Immer wieder erklimmt die Straße Passhöhen mit Parkbuchten, die eine überwältigende Aussicht auf das Meer und die Trachyt- und Tuffsteinklippen gewähren.

Der Flussschatz: Bosa ist ein geruhsames mittelalterliches Klein-od. Parken Sie Ihr Auto am Südufer in der Nähe der Ponte Vecchio und erkunden Sie das afrikanisch anmutende Städtchen zu Fuß. Höhepunkt der Tour ist das Castello Malaspina, das wundervolle Ausblicke über die roten Dächer und das grüne Temotal eröffnet.

Der Bauernschatz: In Bosa geht es hinein ins wilde Inselinnere. Durch das Temotal kommen Sie auf die Planargia, eine kaum besiedelte basaltische Hochebene. Es dominieren die Schaf- und Weidewirtschaft, Viehzucht und Käseherstellung. Wir empfehlen die Übernachtung im Agriturismo, eine Art Urlaub auf dem Bauernhof. An der Straße nach Macomer ἀnden Sie den Bio-Hof Agriturismo Nuragh‘Elighe.

Der Bilderschatz: Unbedingt sehenswert ist das für die Murales, die Wandmalereien, berühmte Bergdorf Orgosolo südöstlich von Nuoro. Die schmalen Gassen sind eine einzige Freiluftgalerie. Allerlei traurige Geschichten ranken sich um das Dorf: Von blutigen Sippenstreitigkeiten bis zum Tod eines entführten Journalistenpaares in den 60er-Jahren.

Der Wasserschatz: Von Orgosolo führt eine einsame Bergstraße nach Oliena am Fuße des weißen Kalksteinmassivs Supramonte. Besuchen Sie unbedingt die Quelle Su Gologone außerhalb von Oliena. Ausgezeichnet speisen lässt es sich im Ristorantino Masiloghi. Für eine Nacht in exklusivem Ambiente bietet sich das 4-Sterne-Haus Su Cologone Country Resort an, eines der berühmtesten Hotels Sardiniens.

Der Geheimschatz: Sie wollen endlich wieder das Meer sehen? Dann folgen Sie unserem Geheimtipp an wun-derbare, einsame Traumstrände. An der Straße von Dorgali nach Orosei nehmen Sie die Abzweigung zur Grotta di Ispinigoli, eine beeindruckende Tropfsteinhöhle und folgen der schmalen Straße durch Viehweiden bis zur Cala Cartoe oder zur benachbarten Caletta Osalla. Ihre wohlverdiente Nachtruhe ἀnden Sie im Hotel Cedrino in Dorgali.

Der Serpentinenschatz: Nun wartet eine der schönsten und einsams-ten Bergstrecken der Insel entlang des Monte Albo. Von Dorgali fahren Sie landeinwärts über den Lago del Cedrino, kreuzen die SS 129 sowie die Autobahn E 840. 7 km weiter biegen Sie rechts ab nach Lula. Fahren Sie langsam Richtung Siniscola. Mit Blick aufs Meer schlän-gelt sich die Straße wieder talwärts, wo Sie den Weg nach Posada einschlagen sollten.

Der Pinienschatz: Auch hier müssen Sie wieder eine Burg erklim-men, das Castello della Fava. Danach geht es wieder an den Strand Riviera dei Pini nördlich von Posada. Noch etwa 50 km trennen Sie von der Fähre nach Hause – hier trumpft unsere Schatzkarte noch einmal richtig auf. Eine Strandperle reiht sich an die nächste, umrahmt von gemütlichen Ortschaften, die nichts ver-missen lassen. Für Ihre letzte Übernachtung empfehlen wir noch einmal Landleben, auf dem Agriturismo Li Scopi, nur 2 km vom Traumstrand La Cinta entfernt.

Text | Sybille Hunger

Insel Mitbringsel

  • Diese Schätze kann mitnehmen!
  • Likör – ein Myrte-Likör, ideal nach einem üppigen sardischen Mahl.
  • Bittersüßes – Miele amaro (bitterer Honig), der die sardischen Süßspeisen anreichert.
  • Brot – Carta di Musica (Notenblatt): hauchdünnes, knuspriges, rundes Fladenbrot aus Hartweizengrieß, Gersten- oder Eichelmehl, das die Sarden pane carasau nennen.
  • Käse – Pecorino Sardo: der würzig-pikante sardische Schafskäse ist ein Genuss zur Carta di Musica und einem kräftigen Cannonau.
  • Wein – So vielfältig wie die Regionen sind die Reben: Cannonau im Nordwesten (Oliena, Nuoro, Dorgali). Malvasia di Bosa in der Planargia. Moscato in der Gallura und bei Cagliari.
  • Handwerkskunst – Stickkunst, Korbἀechterei, Korallenschmuck und vieles mehr finden Sie in den Souvenirläden. Einheimische Ware hat ein eigenes Gütesiegel. Sicherheit bieten die ISOLA-Läden in größeren Orten.

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