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Tourenberichte

Inselrauschen zurück

Nicht ballern, sondern rauschen. Genüsslich im Audi TTS Roadster unter einem sonnigen Himmel. Über eine Insel mit erstaunlicher Landschaftsvielfalt. Auf Straßen, die es mit jeder Traumroute in den Alpen aufnehmen. Mallorca weiß zu überraschen!

Es ist dieses GrÜn. Schon beim Blick aus dem Flieger leuchtet es direkt ins Herz. Mallorca beim Landeanflug in der FrÜhlingszeit. Tiefblaues Meer, aus dem
weiße Felsenberge ragen. Und zu deren Füßen dieses Grün. Ausgebreitet über fast die ganze Insel. Zwei Gebirge rahmen Mallorca ein: die meist um 1.000 Meter hohe Serra de Tramuntana entlang der gesamten Nordwestflanke der Insel und die nur um die 500 Meter hohe Serra de Llevant an der Südostküste. Wie weiße Kalkrahmen scheinen sie die Landschaft aufzuspannen, die als weite fruchtbare Ebene dazwischen liegt und den knappen Namen Es Pla trägt. Im Sommer ausgedörrt von sengender Hitze, aber jetzt nach den Regenfällen des Winters voller Grün und voller Lebenskraft. Das ist genau die richtige Zeit, um auf der größten der Baleareninseln zu landen.
Da ist es wieder, dieses Grün. Diesmal auf Augenhöhe. Über den Ellbogen geblickt, der lässig auf dem Türrahmen ruht. Über die eigene Hand geblickt, die nicht minder locker auf dem Lenkrad ruht. Von Palma de Mallorca, der Inselhauptstadt, rollt das Cabrio nach Westen, vorbei an dicht besiedeltem Gebiet, aber auch schönen Buchten, wie der Reiseführer verspricht. Die müssen warten, denn es geht hinein in die Berge der Serra de Tramuntana. In ihren tieferen Lagen blüht der Ginster, stehen Oliven- und Johannisbrotbäume in einem vitalen Grün, weiden Ziegen und Schafe das fette Gras, das wie ein buntes Nadelkissen gespickt ist mit Wildblumen.

Das Gelb des Audi TTS Roadster passt zum leuchtenden Ginster

Überschwang der Farben. Und der Düfte. Farben könnte ein normaler Autofahrer ebenfalls für sich reklamieren. Aber die Düfte sind die Domäne des Cabriolets in seiner Rundum-Offenheit. Tief und sinnlich der Ginster, würzig und lebhaft Salbei und Thymian.
Es wurde wirklich Zeit für diese Fahrt. Die ersten zwei Tage auf der Insel waren Akklimatisieren und touristisches Pflichtprogramm in Palma und Umgebung. Eine notwendige und durchaus spannende Referenzerweisung, denn die Inselhauptstadt ist voll quirligem Leben und hat einen von Europas größten historischen Stadtkernen. Die Kathedrale, entstanden auf Resten einer Moschee, gehört zu den schönsten gotischen Kirchen überhaupt. Das muss man sich ansehen! Dass man sich dann östlich von Palma auch den Auswuchs des Massentourismus ansieht, muss nicht sein. Aber es ist zugegeben die Neugier. [Oder soll man diese Hotelbauten verklärend ein Stück Kulturgeschichte nennen, das man in hundert Jahren ebenso konservieren wird wie die Völklinger Hütte?] Alleine auf den sechs Kilometern zwischen Ca‘n Pastilla und S‘Arenal stehen 250 Hotels. Bettenburgige Klötze. [Wenn sie wenigstens rostig wären wie die Hochöfen oder Fördertürme alter Industrieanlagen. Im Gegenteil!] Hier tobt das Leben. Bars, Souvenirläden, Vergnügungstempel (ja, auch der Ballermann ist hier), Schnitzelbuden, Karaoke, Sangria und Menschen in Badeschlappen bestimmen das Bild. Zehn Millionen Besucher kommen jedes Jahr auf die Insel. Vielleicht ist es gar nicht so schlecht, wenn die meisten von ihnen hier platzsparend verräumt sind. [Jetzt im Frühling müsste man noch nicht auf die sehr schönen Sandstrände der Bucht von Palma verzichten, denn das Meer ist noch zu kalt. Die Sonnenöl-Sardinenschwärme sind noch nicht angerückt. Ein Sonnenuntergang am Strand wäre ein Stück großes Kino.] Aber letztlich sind es ein Cabrio und die Berge, was heute lockt. Hinter Andratx ist man den Bergen schon richtig nahe. Wenn nur der Name der Stadt nicht so unaussprechlich aussehen würde. Aber „tx“ ist „tsch“ im Mallorquin, der Inselsprache. Man kann so ziemlich alles vergessen, was man vielleicht an Ausspracheregeln des Spanischen meinte zu wissen. „A“ kann zu „e“ werden und „o“ zu „u“. Eigentlich kann man getrost davon ausgehen, dass man jeden Ortsnamen falsch aussprechen wird. Egal, die Straßenwegweiser lassen sich auch stumm lesen und es geht in Kurven und Kehren hoch zum Coll de Sa Gran Mola. Mit den fahrerischen Anforderungen einer Alpenstraße, nur viel, viel wärmer. Herrlich der Gedanke, dass die Dolomitenpässe jetzt noch unter meterdicken Schneedecken dümpeln, während hier alles blüht und duftet am Straßenrand.

Schroffe Felsen und ländliches Idyll — Mallorca zeigt zwei Seiten

Der Mirador de Ricardo Roca ist erreicht und zeigt, dass Mallorcas Westküste den steil aufragenden Dolomitentürmen an Wildheit nicht nachsteht. Ein Blick zum Niederknien. Oder um die Treppe hochzusteigen zum Aussichtsturm, von dem man noch ein wenig weiter schauen kann. Das taten die Menschen hier im 15. Jahrhundert nicht mit der gleichen Freude wie wir heute. Damals wurde die Insel regelmäßig von Piraten heimgesucht. Die wie Perlen an der Schnur entlang der Küste aufgereihten Wachtürme waren eine pure Überlebensstrategie. Weiter auf der kurvigen Bergstraße. Das ist Cabrio-Fahren für Könige und Kaiser. Die Temperaturen ideal, der Wind von vorne frisch und leicht kühlend, die Sonne angenehm im Nacken. Immer wieder Ausblicke auf das Meer, immer wieder Wachtürme an den besten Stellen und den wildesten Kaps. In Banyalbufar wird es lieblicher. Wie ein überdimensionales Amphitheater öffnet sich ein Halbrund zum Meer, auf unzähligen Terrassen wachsen Wein, Oliven und Gemüse. Noch heute mit einem System bewässert, das auf die Phönizier zurückgeht und von den Arabern perfektioniert wurde. Mallorca, der Zankapfel im Wechselspiel der Mächte. Im 7. Jahrhundert v. Chr. kamen die Karthager, gefolgt von Griechen und Phöniziern. Als 123 v. Chr. die Römer kamen, wurden sie mit einem Steinhagel empfangen, denn die Balearen-Bewohner waren geschickte Steinschleuderer. Doch genutzt hat es nichts. Auch nicht gegen die Araber, die nach den Römern kamen. Sie hinterließen auf der Insel große kulturelle Leistungen, wurden aber schließlich von den Spaniern vertrieben. Heute erwirtschaftet Mallorca Spaniens höchstes Bruttosozialprodukt und die Nachkommen ehemaliger Steinschleuderer arbeiten wahrscheinlich mit solidem Gehalt als Kellner oder Liegestuhlverleiher.

Wegen ihrer strategischen Lage war die Insel hart umkämpft

Valldemossa ist nun erreicht mit seinem beeindruckenden Kartäuserkloster Sa Cartoixa de Jesús Natzaré, das auf ein arabisches Schloss zurückgeht. An so einem Tag mit derartigem Cabrio-Wetter dieses sehenswerte Kloster besuchen? Heute nicht. Auch Deia, das Künstlerdorf mit den Natursteinhäusern, das man nach zehn kurvigen Kilometern erreicht, hätte einen Rundgang verdient – und muss warten. Dann ist Sóller erreicht und nun könnte mal Pause sein. Etwa in einem der Cafés an der Plaça Constitució. Mit den Platanen verströmt der Platz fast französisches Flair und tatsächlich war Sóller mit seinem Hafen Port de Sóller immer schon etwas Richtung Frankreich orientiert. Apropos Hafen: Das wäre noch ein Ziel, denn bisher war das Mittelmeer auf unserer Tour immer nur von oben zu sehen. Und wahrscheinlich lässt sich auf Normal Null in einem der Strandcafés in Port de Sóller noch besser Pause machen.

In Mallorcas Westen wachsen die Orangenbäume in die Straße

Das Cabrio ist wieder unterwegs, wieder auf einer ungemein kurvigen Strecke mitten durch die Berge. Landschaftskino im Wechsel zwischen klotzigen Kalkgipfeln, dunkelgrünen Kiefern- und Steineichenwäldern und – in tieferen Lagen – blühenden Gärten, über deren Zäune und Mauern die leuchtenden Orangen fast in die Straße hängen. Diese umrundet nun den Puig Major, mit 1.445 Metern ist er Mallorcas Grande unter den Berggipfeln. Nun neigt der Cabrionist – bedingt durch die kompromisslose Offenheit nach oben – vielleicht dazu, seinen Blick oft himmelwärts zu richten. Und er wird auf dieser Insel ständig belohnt mit Vistas grandioser Fels- und Erosionslandschaften unter einem strahlend blauen Himmel. Aber jetzt bietet die Insel den Megablick in die Gegenrichtung, nach unten. Also nach dem Abzweig nach Sa Calobra aussteigen und erst einmal ganz in Ruhe nach unten schauen. Auf eine wahnwitzige Straße, die sich verschlungen in einer Schlucht meerwärts verliert. Gebaut im Jahre 1932 für gerade mal neun verlorene Häuser dort unten. Sie ist heute eine der großen Attraktionen im Landschafts-Repertoire der Insel. Unten sitzt man am Meer in einer von steilen Felsen umrahmten Bucht bei einem Kaffee und wird jedem Meter dieser Straße mit Respekt gedenken. Und sich auf die Rückfahrt freuen – aus der schönsten Sackgasse der Insel.
Aber man kann auch über den Superlativ streiten. Mallorca hat unglaublich viele solcher Sackgassen der Superklasse. Etwa zu versteckten Badebuchten mit türkisfarbenem Wasser, die in flacherem Gelände zu erreichen sind. Etwa zu hoch über der Ebene aufragenden Klöstern mit weitem Blick. Oder zum wohl berühmtesten Felsenkap, dem Cap de Formentor. Es markiert den nördlichsten Punkt der Insel und ragt wie ein Zeigefinger in das Meer. Ein zehn Kilometer langer Zeigefinger, der wiederum eine Cabrio-Traumstrecke markiert. Mit Blick auf Meer und weiße Felsen in nicht zu überbietender Rundumsicht. Genau das, was die Cabrio-Fahrer so gewohnt sind und lieben.

Text: Gerhard Eisenschink
Fotos: Gerhard Eisenschink, Graeme Fordham/Audi AG

Im direkten Kontrast zur schroffen Bergwelt steht die ländliche Idylle auf Mallorcas Fincas, wo auch heute noch die alten Traditionen gepflegt werden.

Gunst der frühen Stunde: Wer im Frühling nach Mallorca kommt, sieht eine an allen Ecken blühende Insel.

Viele Buchten kann man mit dem Cabrio erreichen, ihre Uferlinien auf wahren Traumstraßen absurfen und ihre Horizontlinie mit unverstelltem Blick bewundern.

Bandwurm im Gebirge: Wild schlängelt sich die Straße hinunter in die Bucht von Sa Calobra und durchfährt eine bizarr zerfurchte Landschaft.

Fahrpausen

  • ANREISEN
  • DERTOUR
    Wer mit dem eigenen Cabrio nach Mallorca will, nimmt die Fähre von Barcelona, Denia oder Valencia.
    www.dertour.de
  • SCHLAFEN
  • Hotel Palacio Ca Sa Galesa
    Hier residiert man fünf-sternig im Stadtpalais aus dem 17. Jahrhundert.
    Carrer Miramar, 8
    E-07001 Palma de Mallorca
    Tel. (+34) 971 71 54 00
    www.palaciocasagalesa.com
  • Hotel Cases de Ca’s Garriguer
    Dieses Hotel bei Valldemossa ist naturnaher Agrotourismus auf hohem Niveau.
    Carretera Valldemossa
    a Andratx, Km 2,5
    E-07170 Valldemossa
    Tel. (+34) 971 61 23 00
    www.casesdecasgarriguer.com
  • Hotel Barceló Formentor
    Das Hotel Formentor in der Cala Pi, nahe des Kaps, bietet gediegenen Luxus in einer Traumbucht.
    C/ Playa de Formentor, 3
    E-07470 Port de Pollença
    Tel. (+34) 971 89 91 00
    www.barcelo.com
  • ESSEN & TRINKEN
  • Restaurant Mirador de la Victoria
    Auf der abgelegenen Halbinsel Victoria nahe Cap de Formentor ist dieses Restaurant ein aussichtsreicher Einkehrtipp.
    Camí de la Victòria
    E-07400 Alcúdia
    Tel. (+34) 971 54 71 73
    www.miradordelavictoria.com
  • Bar Ábaco
    In der legendären Edelbar in Palma kann man zu klassischer Musik Cocktails trinken und ist umgeben von Hunderten Früchten und Blumen-Arrangements.
    Calle San Juan, 1
    Zona La Lonja
    E-07012 Palma de Mallorca
    Tel. (+34) 971 71 49 39
    www.bar-abaco.es
  • Restaurant Chopin
    Das Chopin in Palma erinnert an den berühmten Besucher der Insel und bietet in elegantem Ambiente mediterrane Küche.
    Calle Puigdorfila, 2
    E-07001 Palma de Mallorca
    Tel. (+34) 971 72 35 56
  • EINKAUFEN
  • Forn des Teatre
    Die Jugendstil-Konditorei bietet nicht nur historisches Ambiente fürs Auge, sondern auch leckeres Backwerk und richtige Mahlzeiten.
    Plaza Weyler, 9
    E-07001 Palma de Mallorca
    Tel. (+34) 971 71 52 54
    www.forndesteatre.com
  • Pla i Llevant
    In der Gegend von Felanitx und Manacor wachsen die besten Trauben. Der Name Pla i Llevant macht unter Weinkennern schon seit geraumer Zeit von sich reden.
    www.plaillevantmallorca.es
  • Costasur.com
    Ob Samstagsflohmarkt, Einkaufs- zentrum mit Nobelmarken, Wochenmarkt oder ausgefallene Boutiquen, Palma de Mallorca ist ein Einkaufsparadies.
    palma-de-mallorca.costasur.com/ de/shoppen.html