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Tourenberichte

5. Arlberg Classic Car Rally im Juni 2014 zurück

Rennfieber am Arlberg - Einmal im Jahr wird der Arlberg zum absoluten Highlight für Liebhaber historischer Boliden und Vehikel. Unter dem Slogan „Mit Freunden durch alpine Traumkulissen“ war in diesem Jahr auch Cabriolife mit am Start. Bei bestem Wetter nahmen über 100 Teilnehmer an drei Tagen drei verschiedene Strecken unter die Räder.

Donnerstag: Wir waren mit unserem Austin Healey aus Landshut gekommen. Dem Armen wurde nach fast 300 Kilometern Anreise allerdings keine Pause gegönnt, benötigte man ihn doch schon um 15.00 Uhr wieder bei der Startaufstellung in Lech. Dann ging es im 30-Sekunden-Takt auch schon zum Prolog durch den „Lech Canyon“ mit der ersten Wertungsprüfung. Der kurze, aber spektakuläre Streckenabschnitt zwischen Lech und Warth wurde dafür extra gesperrt. Auf der Fahrt durch die Region Tannberg, mit Saloberalm und der Höhensiedlung Schröcken, bot sich uns ein grandioses Bergpanorama. Nach der Rückkehr vom Prolog war zur offiziellen Begrüßung und zum Hütt’n-Abend in die auf 1.560 Meter Seehöhe gelegene und urgemütliche RUD-ALPE geladen.
Per pedes oder Shuttlebus trafen die Teilnehmer ein und genossen die wunderbare Aussicht auf Lech. Übrigens steht die 250-Jahre alte Hütte nicht nur inmitten einer großartigen Kulisse, sondern auch für eine „sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet“, urteilt der GAULT MILLAU und bewertet diese in 2014 mit 14 Punkten.

Am Freitag standen einige der schönsten Straßen und Pässe Tirols auf dem Streckenplan. Die sogenannte „Tiroler Schleife“ führte über das Hahntennjoch hinunter ins Pitztal, weiter ins Ötztal, durch Haiming, vorbei an der Rafting Alm und am Inn entlang, über den Fernpass und hinüber in die Zugspitzregion. Am Fuße der österreichischen Seite der Zugspitze konnten wir von der Terrasse des Hotels MOHR life resort in Lermoos den herrlichen Blick auf das Zugspitzmassiv, den Talkessel und die Tiroler Naturlandschaft genießen. Es wurde die breite Palette österreichischer Schmankerl geboten und so wanderten wir mit den Tellern zwischen Buffet und unserem „Platz an der Sonne“ immer wieder hin und her. Die anschließende Streckenführung war uns tatsächlich noch weitgehend unbekannt. Wir passierten das kurvenreiche Berwangertal und winzige Ortschaften wie „Namlos“ oder „Kelmen“. Am schönsten empfand ich den kleinen Abstecher nach Hinterhornbach, als wir auf einem klitzekleinen Sträßchen mitten durch blühende Almwiesen schnurrten. Gierig sogen wir den Duft von Heu und Wiesenblumen ein und hatten den Eindruck, dass selbst unser Austin hier tief durchatmete. Getreu dem Motto der Veranstaltung trafen wir uns am Abend mit neu gewonnenen Freunden zum Essen in unserem Lieblings-Hotel DER BERGHOF. Mit der „Vorarlberg-Runde“ wurde am Samstag der dritte und letzte Renntag bestritten. Durch die 1897 spektakulär aus dem Fels gehauene Flexengalerie führte diese Etappe auf der alten Arlbergstraße in Richtung Stuben-Langen. Motorsportfreunde seien daran erinnert, dass hier 1927 das erste Arlbergrennen stattfand. Der Sieger bei den Automobilen: Hans Stuck auf Austro Daimler ADM 3L. An Bludenz vorbei kurvten wir über das romantische Faschinajoch – ein Gebirgspass, der das Große Walsertal mit dem Bregenzerwald verbindet. Da wir die Minibar im Hotel bereits mit Käse aus der Lechtaler Naturkäserei SOJER in Steeg vollgestopft hatten (Hinweis ans Personal: Minibar bitte nicht öffnen!), mussten wir jetzt den Verlockungen links und rechts der Käsestraße Bregenzerwald widerstehen und konzentrierten uns daher voll auf die letzten der insgesamt 21 Wertungsprüfungen. Entgegen den meisten unserer Rallye-Freunde waren wir nur spartanisch mit der Armbanduhr meiner umsichtigen lieben Frau ausgestattet, natürlich mit Stoppfunktion!

Sport und Spaß: Sich mit Freunden im Wettkampf der historischen Automobile messen.

Nach der Devise „Genuss steht im Vordergrund“ war unser verabredetes Ziel, nur nicht als Letzte auf der Ergebnisliste zu erscheinen. Besondere Mühe gaben wir uns allerdings bei WP 13 kurz vor Dornbirn, denn hier konnte man einen ganz besonderen Preis gewinnen: eine Reise mit der Viermastbark Seacloud, ein Meisterwerk der Schiffsbaukunst. Nach unserem Mittagsstopp in der berühmten Mohrenbrauerei in Dornbirn am Bodensee führte unser Weg durch das schmucke Schwarzenberg – einer der wichtigsten Orte auf der Käsestraße durch die Genussregion Bregenzerwald. Außerdem bot sich hier ein großartiges Aussichtspanorama auf die Allgäuer und Schweizer Berge, ein kurzer Blick auf den Bodensee inklusive. Über den Hochtannbergpass, einen der nördlichsten Alpenübergänge, ging es schließlich nach Lech zurück. Wenn wir auch nicht durch Glanzleistungen bei den Wertungsprüfungen aufgefallen waren, so kannten uns inzwischen doch alle Teilnehmer. Denn, wenn jemand quietschend um die Ecke bog, war es das Team Cabriolife im Austin Healey 3000 MK II. Sogar die Spezialisten vom AvD konnten das auffällige Geräusch der Bremsen nicht beseitigen, sondern höchstens lindern. Trotzdem herzlichen Dank nochmals für die nette Geste, liebe Freunde! Der krönende Abschluss dieses Tages und der rundum gelungenen Veranstaltung war zweifelsohne der Galaabend im gläsernen Zelt im Garten des Hotels ARLBERG, der eigentlich schon vor Betreten des Zeltes mit zahlreichen kleinen Köstlichkeiten begann. Bei der Preisverleihung wurden dann auch die Gewinner der begehrten Seacloud-Reise bekannt gegeben. Mit unserem Ergebnis hatten wir natürlich keine Chance. Und auch die Hoffnung auf einen Gutschein im Wert von 1.000 Euro für die „teuerste Kosmetik der Welt“ war vergebens. Zumindest aber hatte meine clevere Gattin das Angebot der exklusiven Kosmetik-Marke MBR genutzt und sich eine Behandlung „an der Grenze zur Medizin“ gegönnt. Sie sah fantastisch aus! Mit rosigen Wangen strahlte sie an meiner Seite. Schließlich endete die diesjährige 5. Arlberg Classic Car Rally unter viel Applaus mit einer Showeinlage von Schauspieler, Sänger und Rallye- Teilnehmer Peter Kraus, der das Zelt bis Mitternacht mit Songs aus seinem aktuellen Album „Zeitensprung“ rockte.

Text: Leo DaCabrio
Fotos: Lech-Zürs Tourismus/Christoph Schoech

Leo im Austin Healey, seinem liebsten fahrbaren Untersatz.

Der AvD ist der traditionsreichste Automobilclub Deutschlands. Auch Leo brauchte seine Hilfe!

Galadinner im "Gläsernen Zelt" im Park des Hotels Arlberg.