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Tourenberichte

Cabrio-Kino auf der Deutschen Alpenstraße zurück

Faszinierend an dieser Route ist die Abwechslung von satten Alpenwiesen, sanftem Hügelland und steilen Berggipfeln, von grünen Wäldern und romantischen Tälern. Eingebettet in die grandiose Bergkulisse der Bayerischen Alpen wechseln sich urige Bauerndörfer mit historischen Städten ab.

Von ünchen kommend sind wir in nur wenigen Minuten auf der A96 und fahren schon bei Gräfelfing ab. Zwischen Gauting und Starnberg schlängelt sich die Straße für ein paar Kilometer malerisch durch das bewaldete Würmtal. Am Starnberger See in Feldafing halten wir kurz an und saugen die voralpine klare Bergluft tief ein. Schön ist es hier! Die Anzahl und Klasse der Cabrios ist beeindruckend! Für alle reiselustigen Cabrio-Fahrer ein idealer Ausgangspunkt, um sowohl die Landeshauptstadt München als auch die Alpen in alle Richtungen zu erkunden. Uns aber zieht es weiter gen Süden – in die bayerischen Alpen. Wir wollen auf der Deutschen Alpenstraße cruisen – von Schongau bis nach Berchtesgaden, zwischen Lech und Salzach, einmal quer durch das südliche Oberbayern.

Der Starnberger See besticht durch die hohe Dichte an Cabrios

In Tutzing verlassen wir den Starnberger See und fahren über Weilheim nach Schongau. Schon befinden wir uns mitten im Pfaffenwinkel mit seiner unverwechselbaren Landschaft, den Kirchen und Klöstern und einer Vielzahl an Freizeitmöglichkeiten. Der großartigste Blick auf das gesamte Alpenpanorama bietet sich in der Gegend vom Hohen Peißenberg – wegen des unvergleichlichen Panoramarundblicks wird er auch der „Bayerische Rigi“ genannt. In Rottenbuch kann man die ehemalige Stiftskirche und heutige Pfarrkirche Mariä Geburt, ein äußerst wertvolles barockes Kleinod besichtigen. Und in der Ferne sieht man schon das Meisterstück von Dominikus Zimmermann – die Wieskirche, ein Juwel bayerischer Baukunst im Rokokostil und UNESCO Weltkulturerbe. Bei Wildsteig, einem kleinen Bergbauerndorf, treffen wir auf die Deutsche Alpenstraße.

In Unterammergau gab es mal mehr als 50 Wetzsteinmacher

Am Aussichtspunkt der Echelsbacher Brücke, welche die Ammerschlucht auf einer Höhe von 80 Meter überspannt, beginnen die Ammergauer Alpen. Über Bad Bayersoien fahren wir weiter gen Süden. Die Straße steigt ständig an, bis wir nach vier Kilometern in Saulgrub das erste Mal freien Blick auf das Ammergebirge haben. Besonders interessant ist der Berg, der so aussieht, als hätte ein Riese oben einfach ein Stück herausgebissen: Das sind die Gipfel vom Teufelstättkopf und Laubeneck! Es geht wieder hinunter ins Tal, vorbei an Unterammergau, dem Dorf in dem es einmal mehr als 50 Wetzsteinmacher gab, nach Oberammergau. Der Ort ist geprägt von wunderbaren Lüftlmalereien, wobei den Höhepunkt diesbezüglich wohl das Pilatushaus darstellt. Aber auch das weltberühmte Oberammergauer Passionstheater und die vielen Schnitzwerkstätten sind einen Abstecher von der Umgehungsstraße wert. Quasi um die Ecke lohnt ein Besuch im Schloss Linderhof, wo Märchenkönig Ludwig II. verschwenderisch französischen Rokoko mit barocker Gartenpracht vermischte. Der Maurische Kiosk und die zauberhafte Venusgrotte geben dem Ensemble vor mächtig aufragenden Bergen etwas Unwirkliches – wie im Märchen also. Wir passieren das Kloster Ettal, gegründet 1330 von Kaiser Ludwig dem Bayern. In der Klosterkirche bestimmen Weiß und Gold den Raumeindruck. Von Ettal kommend erreichen wir das bayerische Zugspitzland, das Loisachtal und schließlich Garmisch-Partenkirchen. Es eröffnet sich ein herrlicher Panoramablick auf Alpspitze und Zugspitze. Jeder kennt die Bilder vom Spektakel während der Vierschanzentournee an der neuen Großschanze im Olympia-Skistadion. Die neun Bergbahnen rund um Garmisch-Partenkirchen ermöglichen allen Gipfelstürmern – egal wie sportlich und geübt sie sind – sich die alpine Welt im Zugspitzland komfortabel zu erschließen und intensiver zu erleben.
Ein ganz besonderes Erlebnis ist jedoch die Fahrt mit der Zahnradbahn auf die Zugspitze, Deutschlands höchsten Berg. Die vielfältigen Freizeitmöglichkeiten rund um den beliebten Ferienort laden dazu ein, hier ein paar Tage zu verbringen. Ausgedehnte Wanderungen, ein Bummel durch die Fußgängerzone am Kurpark, durch die Kramerstraße und die Frühlingsstraße oder der Besuch von Partnachklamm und Höllentalklamm – in und um Garmisch-Partenkirchen wird für jeden Geschmack etwas geboten.

Die spektakuläre und kurvige Wallbergstraße ist mautpflichtig

Wir folgen der Deutschen Alpenstraße und dem Loisachtal, passieren die malerischen kleinen Orte Krün und Wallgau und legen einen Badestopp am Walchensee ein, einer der wenigen, noch unberührten Seen in den bayerischen Alpen und ein echtes Eldorado für Wassersportler. In unzähligen azur- und türkisblauen Nuancen funkelt sein klares Wasser. Mit der Herzogstandbahn schwebt man hoch zu einem der schönsten Aussichtsberge in der Umgebung. Von hier geht eine wunderschöne Wanderroute auf einem gut begehbaren Grat hinüber zum Heimgarten. Immer wieder bieten sich traumhafte Ausblicke auf die umliegende Seen- und Berglandschaft. Vom Walchensee geht es über die bei Mobilisten jeglicher Art so beliebte Kesselbergstraße hinab zum Kochelsee, der durch das Wasserkraftwerk mit dem Walchensee verbunden ist.
Bekannte Kunstwerke des 20. Jahrhunderts und des „Blauen Reiters“ kann man im Franz-Marc-Museum in Kochel a. See besichtigen. Danach erscheinen in der Ferne bereits die imposanten Zwiebeltürme des ältesten Klosters Oberbayerns mit seiner barocken Basilika St. Benedikt. Das Klosterdorf Benediktbeuern gilt als geistiger und kultureller Mittelpunkt des Tölzer Landes.
Wir steuern unser Cabriolet über Bichl und Bad Heilbrunn, vorbei am Fuße des Blombergs, nach Bad Tölz, wo die grüne Isar – so scheint es – direkt aus den Alpen auf uns zufließt. Der Ort beeindruckt mit seiner historischen Altstadt und malerischen Marktstraße, die zum Bummeln und Schlendern einlädt. Aus geheimen Kreisen wissen wir, dass es im Café Schuler nahe am Marktplatz den besten Bienenstich der Welt gibt. Dort lassen wir uns für einen Augenblick nieder und genießen das außergewöhnliche Stadtbild. Bildschöne Lüftlmalerei-Fassaden barocker Bürgerhäuser säumen die prachtvolle Marktstraße – verwinkelte Gässchen locken zum Streifzug durch das „Gries“, das einstige Flößerviertel. Überall gibt es etwas zu entdecken: belebte Cafés, urige Gasthäuser, originelle Geschäfte, malerische Ecken und lauschige Plätze.
Von Bad Tölz aus führt die Straße flussaufwärts zum Flößerdorf Lenggries im Isarwinkel und weiter zum wildromantischen Sylvensteinstausee mit seinen fjordartigen Ufern. Hier lohnt eine Fahrt entlang des Speichersees und für denjenigen, der mehr Zeit als wir heute mitbringen, ein Abstecher ins Rißtal zur Engalm und zum großen Ahornboden. Nach dem Achenpass passieren wir das malerisch gelegene Wildbad Kreuth und erreichen den Tegernsee. Jetzt darf unser sportliches Cabriolet endlich einmal zeigen, was es drauf hat, denn die mautpflichtige Wallbergstraße ist ein kurven- aber auch aussichtsreiches Fahrerlebnis.
Natürlich gibt es jetzt einen obligatorischen Stopp im Herzoglichen Bräustüberl in Tegernsee. Wir probieren eine Portion bayerische Lebensart – sprich ein Tegernseer Hell zum deftigen Schweinsbraten – serviert von einer feschen Bedienung im Dirndl, versteht sich. Und nur wenige Kilometer weiter, am Schliersee, gehört eine Besichtigung der Slyrs Destillerie im Ortsteil Neuhaus zum Pflichtprogramm. Hier wird original bayerischer Single Malt Whisky gebrannt. Gleich nach Neuhaus zweigt eine kleine Straße rechts zum auf 1.084 Meter Höhe gelegenen Spitzingsee ab – eine Sackgasse, aber auch ein lohnenswerter Abstecher mitten hinein ins Mangfallgebirge.

Viele sagen, Nußdorf am Inn sei das schönste Dorf Europas

Die Wendelstein-Seilbahn bei Bayrischzell schwebt zum Plateau des 1.838 Meter hohen Wendelsteins. Sie erschließt den Berg von Bayrischzell-Osterhofen aus über die Südwest-Seite. Der Wendelstein ist ein beliebter oberbayerischer Aussichtsberg, denn er bietet eine spektakuläre Aussicht zum Alpenhauptkamm und weit hinein ins bayerische Tiefland. Nach dem urigen Bayrischzell schrauben wir uns in mehreren Serpentinen hoch zum Sudelfeld. In schneefreien Zeiten ist es ein abwechslungsreiches Ausflugsgebiet. Auf dem Oberen Sudelfeld machen wir Einkehr in der Speck Alm, bekannt für hausgemachten Speck aller Art. Außerdem finden hier regelmäßig urige Grill- und Hüttenabende und viele andere nette Veranstaltungen statt, wie zum Beispiel diesen Sommer das 10-jährige Jubiläum am 17. August oder das Große Oldtimertreffen am 31. August 2014.
Die reizvolle Bergstrecke bietet immer wieder herrliche Panoramablicke und bringt uns auf der Tatzlwurmstraße, benannt nach einem sagenhaften Fabeltier, ins liebliche Inntal nach Oberaudorf. Der Straße nach Norden folgend, erreichen wir Nußdorf am Inn, von dem viele sagen, es sei das schönste Dorf Europas. Und nach ein paar weiteren Kilometern Neubeuern, das von zwei schmalen Toren eingeschlossen ist und von einem Schloss bewacht wird. Wer zum Marktplatz gelangt, ist von den prächtigen Häusern mit geschmückten Balkonen, Erkern und den Lüftlmalereien fasziniert.
Wir erreichen jetzt die Streugemeinde Samerberg, ein Hochtal mit ausgewiesenen Naturschutzgebieten, fahren der Kampenwand entgegen und sind schwer beeindruckt von diesem majestätischen Bergpanorama. Wer sich die Region lieber von oben ansehen möchte, kann ab Aschau mit der Seilbahn hinauffahren und von dort einen traumhaften Blick genießen. Vorbei an Wiesen und Wäldern cruisen wir weiter über Bernau am Chiemsee nach Grassau. Zum Greifen nah liegt jetzt der Chiemsee und lädt zum Badespaß oder zu einer Bootspartie zur Herreninsel mit dem berühmten Schloss Herrenchiemsee von König Ludwig II. ein.
Bei Grassau folgen wir der Tiroler Ache wieder gen Süden nach Marquartstein, das direkt an der Hochplatte gelegen ist und dank einer Höhe von 1.587 Meter einen einzigartigen Blick über Chiemsee und den Chiemgau bereit hält.

Berchtesgaden ist das Ziel der Deutschen Alpenstraße

Ab Unterwössen kennt die Deutsche Alpenstraße nur noch eine Richtung – bergauf, bis wir den vorläufigen Höhepunkt bei 797 Meter auf der Masereralm erreichen und die Talfahrt nach Reit im Winkl beginnt, dessen Themen- und Premium-Wanderwege zu wunderbaren Bergerlebnissen einladen. Und weiter führt uns die Deutsche Alpenstraße durch eine – für die Alpen so typische – Naturlandschaft zu der einzigartigen Seenformation des Drei-Seen-Gebiets, bevor zwischen Rausch- und Unterberg hindurch die Biathlon-Metropole Ruhpolding am Horizont erscheint und wir über Inzell schließlich die großartige Landschaft der Berchtesgadener Alpen erreichen. Hier, zwischen Weißbach und Schneizlreuth ziehen wir sogleich eine Wanderung in der wildromantischen Weißbachschlucht in Betracht. Aber es locken noch viele andere Sehenswürdigkeiten, zum Beispiel Bad Reichenhall.
Das bayerische Staatsbad wurde einst durch seine Salz- und Sole-Kuranwendungen weltberühmt. Wer ausreichend Zeit hat, dem sei ein Besuch der alten Saline oder die Fahrt mit Deutschlands ältester Großkabinenseilbahn auf den Predigtstuhl empfohlen. Eine grandiose Aussicht ist hier garantiert! Die Strecke führt weiter über die 868 Meter hoch gelegene Schwarzbachwacht, wo sich für uns erstmals der Blick auf die Reiteralpe, den Hochkalter und den Watzmann eröffnet. In der Ortschaft Ramsau ist ein Fotostopp bei der alten Pfarrkirche Sankt Sebastian, die in 2012 ihr 500-jähriges Jubiläum feierte, obligatorisch. Vorbei an der tosenden Wimbachklamm erreichen wir Berchtesgaden mit seinem Königlichen Schloss und historischen Ortskern. Wir drehen eine Schleife über die Rossfeld- Panoramastraße, Deutschlands höchstgelegene Panoramastraße, und genießen den Ausblick bis weit ins Salzburger Land. Die Straße ist zwar mautpflichtig, aber dafür ganzjährig befahrbar. Sehr interessant ist sicherlich auch die Dokumentation zur Geschichte des deutschen Nationalsozialismus am Obersalzberg und natürlich die Auffahrt – zuerst mit dem eigenen Cabriolet auf der mautpflichtigen Obersalzbergstraße, weiter dann per Bus auf der Kehlsteinstraße und schließlich mit dem Aufzug bis zum Kehlsteinhaus. Das wuchtige Bauwerk mit seinen meterdicken Grundmauern hält einen beeindruckenden Blick über das Berchtesgadener sowie über das Salzburger Land bereit.
Am Ende der Deutschen Alpenstraße erreichen wir das Berchtesgadener Juwel, stellen unser Cabrio ab und genießen die einmalige, weltberühmte Szenerie mit der kleinen Wallfahrtskirche St. Bartholomä. Umrahmt von gewaltigen Felswänden ruht er wie ein Fjord in einer der imposantesten Landschaften Deutschlands – smaragdgrün und still: der Königssee.

Hier können Sie die Karte als PDF runterladen.

Fotos: Deutsche Alpenstraße e.V.

Berchtesgadener Land - 1.850 Bauern sind in der Berchtesgadener Molkerei organisiert.

Chiemgau - Die Eiszeit hat den Chiemgau vor etwa 15.000 Jahren als Voralpen- und Moränenlandschaft geprägt.

Bad Reichenhall - Die Kurstadt, die über Solequellen und Solebäder verfügt, wurde 2001 zur Alpenstadt des Jahres gekürt.

Oberammergau - Das Pilatushaus im Herzen von Oberammergau ist das Zentrum für Kunst und Kunsthandwerk.

In Kooperation mit Tourismus Oberbayern München e.V. www.oberbayern.de

Die Deutsche Alpenstraße

  • Streckeninformationen:
    Länge:450 Kilometer
    Start:Lindau am Bodensee
    Ziel:Schönau am Königssee
    Höchster Punkt:Oberjoch im Allgäu 1.200 Meter über NN
  • Charakteristik:
    Die Deutsche Alpenstraße erstreckt sich zwischen Bodensee und Königssee und zeigt das bayerische Alpenpanorama von einer seiner schönsten Seiten. Auf dem malerischen Weg von West nach Ost entdecken Sie das Allgäu und Oberbayern, vorbei an märchenhaften Burgen und Schlössern, schneebedeckten Gipfeln und einer Vielzahl von interessanten Urlaubsorten. Kombinieren Sie Fahrspaß mit Kultur, Natur und Wellness.
  • Regionen:
    • Allgäu
    • Zugspitzregion
    • Tölzer Land
    • Alpenregion Tegernsee Schliersee
    • Chiemsee-Alpenland
    • Chiemgau
    • Berchtesgadener Land
  • Informationen:
    Deutsche Alpenstraße e.V.
    c/o Alpin Consult
    Siedlerstr. 10
    D-83714 Miesbach
    Tel. +49 8025 924 49 52
    www.deutsche-alpenstrasse.de