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Tourenberichte

Heimvorteil Berlin – diese Stadt gibt alles zurück

Die Tour wird eine Heimfahrt. Wir sind schließlich alle Berliner. Jeder trägt ein Stück dieser leidenschaftlichen, lässigen, einzigartigen Metropole in sich. Jeder hat eine Beziehung zu ihr. Meist ist es eine Liebesbeziehung. Eine glückliche. Berlin ist eine hingebungsvolle Geliebte. Sie erahnt unsere Wünsche, spiegelt unsere Fantasie und gewährt uns alle Freiheiten. Dabei amüsiert sie sich prächtig. Uns auch. Selbstverständlich kommen wir nicht von ihr los. Unser Rendezvous beginnt am Spätnachmittag und ist am frühen Morgen noch nicht zu Ende. Berlin ist schließlich immer auf Anfang.

"Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und der uns hilft zu leben", schreibt Hermann Hesse. Er muss Berlin gemeint haben. Nähere Angaben finden Sie im Berliner Literaturhaus. Hier starten wir unsere Tour. Ehrlich geschrieben, nicht der Bücher wegen, obwohl die erlesene Auswahl der Buchhandlung definitiv einen Besuch verdient. Aber darum kommen wir nicht her. Uns lockt das Café/Restaurant Wintergarten im Literaturhaus. In seinem wunderschönen Villengarten treffen sich Genießer – mit oder ohne Buch. Deshalb ist das Publikum meist angenehm gemischt, hier trifft sich die reiche Gattin mit dem Polit-Promi, der Künstler mit dem Journalisten, die Studentin mit dem Professor und der Cabrio-Liebhaber mit der Sonne. Jede Tageszeit passt – und zu jeder Tageszeit mundet die feine Auswahl auf der Tageskarte.

Diesen traumhaften Ort finden Sie in der edlen Fasanenstraße, wo die Kreditkarten der wohl habenden Berliner glühen. In der elegantesten Seitenstraße Berlins reiht sich ein Designerladen an den anderen, dazwischen positionieren sich interessante Galerien, jeweils untergebracht in Prachtvillen aus der Gründerzeit des 19. Jahrhunderts.
Das kleine City-Paradies beginnt am Kudamm. Das trifft sich gut, denn auf der Schlagader unserer Hauptstadt fahren Sie ins nächste Vergnügen, vorbei am berühmten Café Kranzler, in die Tauentzienstraße. Hier beachten Sie bitte die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche, in der Marlene Dietrich die einzige Ehe ihres Lebens schloss. Es folgt das Kaufhaus des Westens, kurz KaDeWe genannt. Einst Synonym für Konsumträume, inspiriert das Angebot, insbesondere die Lebensmittelabteilung im Obergeschoss, noch immer. Am Wittenbergplatz vorbei geht es zum Nollendorfplatz und dann in die Bülowstraße. Schon sind Sie mitten in Schöneberg. Über die Postdamer Straße, vorbei am Wintergarten-Varieté nähern Sie sich dem nächsten Höhepunkt, der Neuen Nationalgalerie. Hier werden Werke der Moderne gezeigt und großartige Sonderausstellungen organisiert. Architekturkritiker sehen in dem Bauwerk das „Glanzstück der Moderne“. Immerhin hat es Mies van der Rohe (1886 – 1969) entworfen. Der revolutionäre deutsche Architekt stand für seine berühmte Maxime „weniger ist mehr“ ein. Seine Werke fallen durch strenge geometrische Formen auf, ausgewogene Proportionen und edle Materialien wie Marmor, Onyx und Chrom.

Wenn Sie noch ein bisschen auf dem Gas bleiben, passieren Sie den nächsten architektonischen Leckerbissen, die Philharmonie von Hans Scharoun. Eingeweiht 1963 besitzt der goldglänzende organisch geformte Bau noch heute eine Akustik, die ihresgleichen sucht. Vielleicht haben Sie Lust, den Berliner Philharmonikern zu lauschen? Später. Vorher steuern Sie den Potsdamer Platz an. Im ehemaligen Niemandsland zwischen Ost und West entstand in rund fünf Jahren ein neuer Stadtteil aus Stein, Stahl und Glas. In seiner Mitte thront das Sony Center. Filmfans aufgepasst. Der moderne Bau beherbergt das Filmmuseum, die größte Filmbibliothek Europas, die Marlene-Dietrich-Kollektion, ein Imax-, ein Multiplex und das bewährte Programmkino Arsenal. Stärkung gibt’s im Café Billy Wilder.
Selbst ein Stück Bayern finden Sie im Sony Center, den Lindenbräu. Japanisches finden Sie dagegen im Sushi Express. Shoppen können Sie in den Arkaden. Die 140 Läden, Restaurants und Cafés entwickelten sich zum beliebtesten Einkaufszentrum der Stadt. Als Prachtstück der Gegend versteht sich das Hyatt-Hotel mit seinen fünf Sternen. Seine solventen Gäste treffen sich bevorzugt im noblen Vox Restaurant und in der Vox Bar.
Wir empfehlen: Ignorieren Sie die Hotspots noch ein Weilchen und lenken Sie Ihr Cabriolet Richtung Friedrichstraße. Hier wird es gefährlich – für Ihre Kreditkarten. Im Quartier 205 und im Quartier 206 sind Gucci, Prada, Antiquitäten und Kunst zuhause. Nachts ist die Nummer 206 übrigens am schönsten, dann nämlich verwandelt sie sich mit ihrer beleuchteten Fassade in ein Lichtkunstwerk. Einen Block weiter, im Quartier 207, steht die große Konkurrenz des KaDeWe’s, die Galeries Lafayette. Ihre Lebensmittelabteilung inklusive Imbiss-Stände ist ein El Dorado für hungrige Stadtentdecker, die Appetit auf einen kleinen oder großen Happen haben. Am Gendarmenmarkt präsentiert sich der Französische Dom, der Deutsche Dom und das Schauspielhaus – ein lohnendes Muss jeder Sight-Seeing-Tour.
Danach lenken Sie Ihre Aufmerksamkeit Richtung Brandenburger Tor. Bis zur Abdankung des Kaisers 1918 durften nur Mitglieder der königlichen Familie und ihre Gäste den mittleren Durchgang passieren. Unter den Linden steht das Hotel Adlon. Man sagt, besser könne man in Berlin nicht unterkommen. Selbst wenn Sie nur zum Afternoon-Tea anhalten, werden Sie nicht enttäuscht. Vorbei am Reiterstandbild Friedrichs des Großen, an der Deutschen Staatsoper, der Humboldt Universität und der Neuen Wache, näheren Sie sich dem Schlossplatz. Für die kurze Strecke brauchen Sie vielleicht mehr Zeit als gedacht. Die Restaurants und Cafés unter den Linden sind einfach zu einladend. Ein Favorit: Das Opernpalais mit seinem vornehmen Café und seinem edlen Restaurant.
Wollen Sie Ihrem Cabriolet auch eine Pause gönnen? Dann empfehlen wir eine Bootstour auf der Spree. Die Schiffe legen an der schönen Schlossbrücke an. Wieder im Wagen folgen die Highlights: Berliner Dom, Rotes Rathaus und Alexanderplatz.

Der Fernsehturm legt Ihnen Berlin zu Füßen. Weiter geht es zu den Hackeschen Höfen, acht sind es an der Zahl. Sie verbergen ihre Schönheit in einem Häuserlabyrinth, das es zu entdecken gilt.
Haben Sie heute Abend schon was vor? Das Varieté Chamäleon lockt mit hervorragenden Programmen. Die passende Garderobe für eine wilde Berliner Nacht finden Sie bei den jungen Designern, die sich in und um die Hackeschen Höfe niedergelassen haben. Empfehlungen für Restaurants oder Cafés erübrigen sich an dieser Stelle. Die große, interessante Auswahl verlangt nach einer besonderen Vorgehensweise: Lassen Sie sich von Lust und Laune leiten. Das Café Silberstein ist wirklich einen Besuch wert und im kleinen feinen McBride’s lässt sich köstlich speisen. Bitte nicht versäumen: Das Tacheles in der Oranienburger Straße. Hier arbeiten und bewirten Künstler.
Der nächste Termin ist beim Bundeskanzler im Deutschen Bundestag, dem ehemaligen Reichstag. Die Schlangen sind oft lang, aber es lohnt sich, in die Kuppel aufzusteigen. Durch den Tiergarten führt Ihr Weg Sie zum Bundespräsidenten, ins Schloss Bellevue. Ein lohnender Abstecher: Das Café am Neuen See im Park.
Anschließend fahren Sie am Großen Stern geradeaus in die Hofjägerallee, um dann rechts in die Stülerstraße abzubiegen. So kommen Sie zum Elefantentor des Zoologischen Gartens. Über den Ernst-Reuter-Platz nehmen Sie Kurs auf das Schloss Charlottenburg. Hier können Sie im Schlosspark promenieren, bis Sie so richtig Appetit haben. Denn eines fehlt Ihnen noch zum perfekten Berlin-Glück: Eine Currywurst. Den Klassiker können Sie mit Champagner genießen, im Curry 195 am Kurfürstendamm. Es sei denn, Sie legen Wert auf einen Geheimtipp... Wir haben ihn: Das Curry 36 am Mehringdamm. In dieser Bude brutzeln die besten Currywürste Berlins. Guten Appetit und einen schönen Tach noch! Oder eine spannende Nacht!

Text | Erika Thimel

Brandenburger Tor

Wo gibt es die beste Curry-Wurst in Berlin?

Potsdamerplatz

Pariserplatz vor dem Brandenburger Tor

Weltzeituhr am Alexanderplatz