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Tourenberichte

Schlemmen im Salzburger Land zurück

Auf sieben Genusswegen führt die Via Culinaria kreuz und quer durch das Salzburger Land. Cabriolife folgt den Spuren von Feinspitzen, Fischfans, Fleischtigern und Käsefreaks, den Hüttenhockern, Naschkatzen, Bier- und Schnapsverkostern durch die wunderbare Berg- und Seenlandschaft und empfiehlt ausgewählte Stopps aus einem Fundus von über lohnenswerten 200 Adressen.

Verlässt man Salzburg auf der B158 Richtung Osten, so erreicht man hinter Hof das Salzkammergut mit seiner außergewöhnlich schönen Berg-, Seen- und Kulturlandschaft. An den kleinen Fuschlsee schließt sich sogleich der be- rühmte Wolfgangsee an. Man fährt hier übrigens auf der österreichischen Romantikstraße, die von Salzburg nach Wien führt. Mit dem Damp- fer kann man gemütlich auf die Nordseite des Sees nach St. Wolfgang übersetzen und im Café am Ufer die Salzburger Nockerl probieren.

Die Postalm war bis vor 300 Jahren noch ein riesiges Waldgebiet

Die traditionsreiche Zahnradbahn bringt die Besucher hinauf auf den 1.783 Meter hohen Schafberg, auf den sich die noblen Herrschaften zu Beginn des 19. Jahrhunderts noch tragen ließen. Am südöstlichen Ende des Sees bei Strobl schraubt sich schwindelerregend die mautpflichtige Postalmstraße hinauf. Linkerhand genießt man das wunderbare Bergpanorama der Dachsteingruppe. Das größte Almengebiet Österreichs und zweitgrößte Hochplateau Europas war bis vor 300 Jahren ein riesiges Waldgebiet. Damals nämlich, als die Waldbestände in den Tälern durch den großen Holzbedarf der Salzkammergutsalinen zur Neige gingen, wurde auf der Postalm mit der Holzgewinnung begonnen. Heute finden jährlich bis zu 2.000 Rinder, Pferde und Schafe ihre Sommerweide auf den Almen. Die mit viel Gefühl in die Landschaft eingefügte Mautstraße führt an schönen Gasthöfen vorbei. Zahlreiche Kehren führen Richtung Süden und sorgen für optimalen Fahrspaß, bevor man auf die B166 und damit ins romantische Lammertal mit seinen malerischen Ortschaften Abtenau, Annaberg und St. Martin am Fuße des Dachsteins einbiegt. Es lohnen auch einige Abstecher zu den zahlreichen, abseits liegenden Almen: Kurz vor Annaberg fürt eine kleine Straße hinauf zum Hinterberg, und bei Eben lohnt der Weg über die L219 nach Filzmoos und weiter zu den Hofalmen, die idyllisch an der Bischofmütze gelegen sind. Hier befindet man sich übrigens schon im Pongau. Inmitten der Radstädter Tauern, auf der Sonnenterrasse des Ennstales gelegen, empfängt das mittelalterliche Radstadt, bevor es bei ordentlicher Steigung von zwölf bis 15 Prozent auf der B99 aufwärts geht. Sie verbindet den Pongau mit dem Lungau. Auf der Passhöhe befindet sich der Tauernfriedhof an der Stelle, wo einst die römische Straßenstation „mansio in alpe“ stand. Er wird als „Friedhof der Namenlosen“ bezeichnet, weil dort unbekannte Opfer von Lawinen und anderen Naturkatastrophen begraben liegen. Hier wurde auch ein keltisches Hufeisen gefunden, was belegt, dass schon weit vor unserer Zeitrechnung die Kelten über die Tauern zogen. Über den Twenger Talpass geht es in den Lungau nach Mauterndorf, das von seiner mittelalterlichen Maut-Burg dominiert wird.

Vom 44 Meter hohen Wehrturm hat man einen faszinierenden Rundum-Blick

Vom 44 Meter hohen Wehrturm hat man einen faszinierenden Ausblick auf den Ort, die Radsädter Tauern im Norden, die Hohen Tauern im Westen sowie die Nockberge im Süden. Sternförmig breiten sich die Seitentäler des Lungau aus. Die Kartoffel-Hochburg Lungau zählt übrigens zu den besten und größten Kartoffelanbaugebieten Österreichs. Derzeit werden dort zirka 150 Hektar „Erdäpfel“ angepflanzt, ein Großteil wird als „Bio-Eachtling“ produziert. In Mariapfarr, dem sonnenreichsten Ort Österreichs, sollte man unbedingt der – ursprünglich im romanischen Stil gebauten – Wallfahrtskirche mit Fresken aus dem 13. und 14. Jahrhundert und einem kunsthistorisch wertvollen Gnadenbild einen Besuch abstatten. Im alten Pfarrhof befindet sich das Stille-Nacht-Museum mit kostbaren Ausstellungsstücken und einer Dokumentation über Joseph Mohr, der hier in Mariapfarr im Jahre 1816 nachweislich den Text zum weltberühmten Weihnachtslied geschrieben hat. Im Mai 2011 erhielt das Lied „Stille Nacht, heilige Nacht“ die Anerkennung als nationales immaterielles UNESCO-Kulturerbe.

Die Lichtensteinklamm ist die längste und tiefste Schlucht der Alpen

Auf der anderen Seite der in den 70er-Jahren gebauten Tauernautobahn, und damit zurück im Pongau, lohnt ein Abstecher zur Liechtensteinklamm, der längsten und tiefsten Schlucht der Alpen. Das mächtige Rauschen des Wasserfalles, die moosbewachsenen Steine in sattem Grün und Sonnenstrahlen, die im feinen Wasserstaub einen Regenbogen entstehen lassen, schaffen eine ganz besondere Atmosphäre. Ein luftiges Erlebnis erwartet Besucher auf der über 900 Jahre alten Erlebnisburg Hohenwerfen, hoch über dem Salzachtal gelegen. Die gefiederten Jäger des historischen Landesfalkenhofes, die schneidigen Waffen, die Museen und finsteren Winkel laden dazu ein, die dicken Gemäuer im Sturm zu erobern. Gleich hinter Werfen und kurz bevor es über Golling zurück zum Ursprung der Reise nach Salzburg geht, empfiehlt sich schließlich die Besichtigung der größten Eishöhle der Welt.

Text: Sandra Adam
Fotos: Tourismus Salzburg (4), iStockphoto

Rezept Salzburger Nockerl

  • Zutaten: 10 Eiklar • 6 EL Zucker • 6 Dotter • 6 EL Mehl

  • Eiklar mit einer Prise Salz steif schlagen, Zucker nach und nach hinzugeben und zu cremigem Eischnee schlagen. Die Dotter und das gesiebte Mehl vorsichtig unterheben. Die Masse in einer gebutterten und mit Preiselbeeren oder Himbeeren belegten Auflaufform zu drei großen Nocken ür drei Portionen formen und bei 200 Grad im Rohr ca. 12 Minuten lang backen. Das Backrohr dabei nicht öffnen. Mit Staubzucker bestreuen und sofort servieren...
  • Eine Portion enthält etwa 400 kcal.

Kulinarische Fahrpausen im Salzburger Land

  • Restaurant Esszimmer,
    Salzburg (3 Hauben)

    Tel. +43 662 87 08 99
    www.esszimmer.com
    In modernem Ambiente zaubert der Patron und Küchenchef Andreas Kaiblinger aufwändige harmonische Kombinationen. Zwei Fenster geben den Blick frei auf das geschäftige Treiben in der Küche.
  • Restaurant Ikarus,
    Salzburg (3 Hauben)

    Tel. +43 662 219 70
    www.hangar-7.com
    Einzigartig wie die Glasürme des Hangar-7, so singulär ist auch das Konzept: Schirmherr eckart Witzigmann und executive Chef Roland Trettl laden im Monatsrhythmus Spitzenköche aus aller Welt in das urbane Gourmet-Restaurant Ikarus. Illustre Köche präsentieren raffinierte Menüs unterschiedlichster Stilrichtungen.
  • Konditorei Dallmann,
    St. Gilgen

    Tel. +43 6227 220 82
    www.dallmann.at
    Traditionelle Konditoreikunst, kombiniert mit unvergleichlicher Kreativiät bei der Komposition neuer Köstlichkeiten, machten Dallmann zu einer der bekanntesten Konditoreien in der Region.
  • Winterstellgut,
    Annaberg

    Tel. +43 6463 60 07 80
    www.winterstellgut.at
    Von Annaberg im Lammertal führt ein schmaler Weg in Serpentinen bergaufwärts. An seinem Ende, 1.000 Meter über dem Meer, öffnet sich ein sonniges Plateau. Im Restaurant werden Produkte der Region verwendet.
  • Mayerlehenhütte auf der
    Gruberalm, Hintersee

    Tel. +43 6224 216
    www.gruberalm.at
    Wärend sich die einen nach dem 45-minütigen Anweg zu Fuß an Most, Bio-Almmilch und Hollerkracherl, Bio-Brot mit Aufstrich, Speck und Käse, Kaspressknödeln oder frisch gebackenen Bauernkrapfen stärken, melken andere die Kühe, schlafen im Heu, zelten und grillen am Lagerfeuer.
  • Restaurant Hubertus,
    Filzmoos (3 Hauben)

    Tel. +43 6453 82 04
    www.johannamaier.at
    Als Koch trägt man zu Wohlbefinden, Glück und Gesundheit bei. Johanna Maiers Philosophie und ihre feinen Speisen muss man sich auf der Zunge zergehen lassen! Im Guide A la Carte rangiert sie mit an Österreichs Spitze.
  • Bio-Bauernhof Greilhof,
    Tamsweg

    Tel. +43 6474 73 71
    Adelheid und Gottfried Wind bieten Frischfleisch vom Lungauer Jungrind, Speck, Bündnerfleisch, geräucherte und frische Bratwürstl, Jausenwürstl und Ziegenmilchprodukte an. Als Direktvermarkter sind sie donnerstags auf der Salzburger Schranne und freitags in Tamsweg zu finden.
  • Bio-Bauernhof
    Trimmingerhof, Tamsweg

    Tel. +43 6474 81 64
    Das Hauptanliegen von Rosalie und Eduard Hötzer ist die vielfältige Wirtschaftsweise: es werden Schafkäse, Gemüse, frische Kräuter, Kartoffeln, Kunsthandwerk aus der eigenen Schafwolle und Edelbrände angeboten. Der große Kräutergarten lädt interessierte Besucher zum Verweilen ein.
  • Restaurant Mesnerhaus,
    Mauterndorf (3 Hauben

    Tel. +43 6472 75 95
    www.mesnerhaus.at
    Das Restaurant von Maria und Josef Steffner ist bekannt für sein Menü rund um ́s Lungauer Schaf: mit Suppe, Leberknödel, gebackener Sulz, Beuscherl, dem klassischen Schafbraten mit Lungauer Eachtling sowie einem Dessert aus Schafsmilch. Das gemütliche Restaurant in historischen Gemäuern gilt als kulinarisches Flaggschiff im Lungau.
  • Trausners Genusswerkstatt,
    Mauterndorf (3 Hauben

    Tel. +43 6472 200 65
    www.genusswerkstatt.com
    In der Werkstatt von eva und Walter Trausner sind vollreife BIO-Früchte die Hauptdarsteller. Mittels gekonntem Handwerk, viel Liebe und Feingefühl entstehen die besten Marmeladen. In kleinen Mengen wird im offenen Kupferkessel eingekocht. Der ursprüngliche Geschmack der Frucht kommt so ins Glas und bringt den Genuss aufs Brot.
  • Edelbrände Moser,
    Zederhaus

    Tel. +43 6478 547
    www.edelbraende-moser.at
    Matthias und Gabi Moser betreiben auf 1.200 Meter Seehöhe biologische Landwirtschaft. Daneben werden aus Obst und Beeren hochwertige Edelbrände erzeugt. Falstaff hat getestet: Von der Waldhimbeere (89) bis zum Kriecherl (84) gab’s viele Punkte. 88 Punkte für den Whisky-Sortensieger: getreidig-karamellig, mit viel Kaffee-Aroma, Tabak und Rosinen, Nougat und Schokolade.
  • Döllerer's Genusswelten,
    Golling (3 Hauben)

    Tel. +43 6244 42 20
    www.doellerer.at
    Die feinen Aromen von Andreas Döllerers individueller „Cuisine Alpine“ basieren auf regionalen Produkten, gewürzt mit Witz und esprit, äußerst kreativ und aufwändig. Angesichts der opulenten Weinkarte in allen Döllerer-Betrieben bezieht man am besten gleich Quartier im Genießerhotel. Bei schönem Wetter diniert man auf der Gartenterrasse.
  • Restaurant Obauer,
    Werfen (4 Hauben)

    Tel. +43 6468 521 20
    www.obauer.com
    einzigartig in ihrer Beständigkeit und Verlässlichkeit auf höchstem Niveau sind die Brüder Karl und Rudi Obauer. 2011 wurde das Werfener Restaurant zum „Besten Restaurant Österreichs“ gekürt. Dieses spezielle Ranking basiert auf den Bewertungen mehrerer Restaurantführer wie „Gault Millau“, „A La Carte“ und „Falstaff".