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Tourenberichte

Alles halb so schlimm und doppelt so gut – Citytour Hamburg zurück

Fischköpfe, Muschelschubser, Pfeffersäcke – was müssen sich die Hamburger nicht alles gefallen lassen. Obendrein meckert man an ihrem Wetter herum. Es ist höchste Zeit mit den Vorurteilen aufzuräumen. Von wegen Schmuddel-Wetter! Im Sommer zählt Hamburg oft sogar mehr Sonnenstunden als München. Und das Beste: Die Pfeffersäcke sind souveräne Hanseaten, die ihrer Stadt das besondere Flair verleihen – eine Mischung aus Eleganz, Intelligenz und Sehnsucht. Grund genug, um darauf einzusteigen – mit offenem Verdeck.

Von wegen, die Hamburger sind dezent und zurückhaltend. Das ist nur ihr Image. Die Realität sieht anders aus. Nämlich so: Hamburg ist die Stadt der Superlative. Hier regieren höchste Ansprüche. Schrauben Sie ihre Erwartungshaltung nach oben, bevor Sie diese Tour starten. Die Stadt kann damit umgehen. Sie wird Sie nicht enttäuschen.

Vielleicht liegt es daran, dass in Hamburg so viele Mächtige, Kreative und Erfolgreiche leben? Hier entscheidet sich, was in Deutschland gedacht wird. Die geballte Medienmacht wirkt vor Ort: Spiegel, Zeit, Bild und Stern. Auch die einflussreichsten Werbeagenturen des Landes, wie Jung von Matt und Springer & Jacoby, haben an der Elbe ihr Zuhause. Täglich verbringen sie das Cabriolife 53 weiterreisen kleine Wunder aus einfachen Produkten begehrenswerte Konsumträume zu zaubern. Darüber hinaus zeigt die neue Hafencity, zu welchen modernen Kunstwerken Architekten fähig sind. Noch sind nicht alle mutigen Entwürfe verwirklicht, aber bis zum Jahr 2025 soll die Vision auf 150 Hektar vollendet sein. Bis dahin entsteht in diesem Boomviertel jeden Tag etwas Neues.

Bedeutet das, in Hamburg beginnt die Zukunft Deutschlands? Nun, so würden es die Hanseaten sicher nicht ausdrücken. Da steht dann doch die norddeutsche Zurückhaltung im Wege, was aber nicht heißt, dass nicht hart daran gearbeitet wird. Den Erfolg – und hier sei ein weiteres Vorurteil widerlegt – verstehen die Hanseaten durchaus zu genießen. Genießen Sie mit!

Am besten Sie beginnen damit am Sonntagmorgen. Früh. Sehr früh. Um 5 Uhr geht der Trubel auf dem berühmten Fischmarkt in Altona los. Zwei, drei Stunden später, wenn auch die Sonne ausgeschlafen hat, parken Sie schon längst vor einem ehemaligen Bordell in der Hafenstraße, dem Amphore. Hier können Sie ab 10 Uhr morgens wunderbar auf der Terrasse frühstücken und Schiffe sichten. Dabei bekommt man Lust auf eine Hafenrundfahrt. Bei den St. Pauli Landungsbrücken legen Sie ab. Wieder an Land, lenken Sie Ihr Cabriolet vorbei an dem Medienhaus Gruner + Jahr. Der Bau will wie ein Luxusdampfer anmuten. Betrachten Sie ihn als Herausforderung an Ihre Fantasie! Ihre nächste Station: Die Krameramtswohnungen. Über das Haus Nr. 10 treten Sie ein. Willkommen in der Vergangenheit! Sie stehen in einer typischen Hamburger Wohnanlage aus dem 17. Jahrhundert. Im nobel rustikalen Restaurant "Krameramtsstuben" werden Sie mit traditioneller hanseatischer Küche verwöhnt. Besonders beliebt: Aalsuppe und Labskaus. Während Sie speisen, wartet ein alter Hamburger Bekannter gleich um die Ecke. Es ist der Michel. So nennen die Hamburger liebevoll ihr Wahrzeichen, den Turm der St.-Michaelis-Kirche. Als schönste Barockkirche Norddeutschlands gepriesen, lohnt es sich, dem Michel Zeit zu schenken.

Gestärkt befahren Sie die angeblich sündigste Meile der Welt, die Reeperbahn. Hier können Sie Hans Albers auf dem gleichnamigen Platz zuwinken. Das Denkmal hat übrigens der Künstler Jörg Immendorff gestiftet. Vielleicht wollen Sie nachts um halb Eins zurückkommen? Auf den Kiez. So nennt man in Hamburg das berühmt-berüchtigte Viertel. Am Tage gibt es auch viel zu sehen. Schließlich sind wir in Sankt Pauli. In der Erotica Boutique Bizarre gibt es auf 1.400 Quadratmetern erotische Bücher, Sex-Spielzeug, Kleidung und Lackschuhe. Für eher herzhafte Fleischeslüste steht der Imbiss Lucullus an der Ecke Reeperbahn/Davidstraße. Hier schmeckt die Currywurst ab 11 Uhr morgens bis 6 Uhr früh – unter anderem auch Udo Lindenberg.

Wieder in Ihrem Cabriolet, wartet als Kontrastprogramm eine Grünstrecke auf Sie. Lenken Sie Ihren Wagen durch die Neustadt, vorbei an den Großen Wallanlagen mit dem Museum für Hamburgische Geschichte und den Kleinen Wallanlagen hin zum Alten Botanischen Garten und den Grünanlagen Planten un Blomen, deren Attraktion ein kunstvoll angelegter japanischer Garten ist.

Edel, vornehm und sehr hanseatisch geht es weiter. Sie nähern sich dem Schmuckstück der Innenstadt: Der Binnenalster. An ihr verläuft der Jungfernstieg, Hamburgs feine Flaniermeile mit dem Nobelkaufhaus "Alsterhaus". Es lohnt sich zu parken, durch die Alsterarkaden zu wandeln und die schicken Boutiquen zu besuchen. Ein Shopping-Tipp: Die internationale Mode-Avantgarde finden Sie bei Petra Teufel, Hohe Bleichen 13. Auch das Rathaus ist nicht weit. Eine Brücke über das Alsterfleet und schon sind Sie fast da. Apropos Brücke: Die Hansestadt hat fünfmal so viele Brücken wie Venedig, rund 2.400.

Bei so viel Exklusivität rund um die Binnenalster kann ein Gourmetpalast wie das Restaurant Haerlin nicht weit sein. Küchenchef Chris toph Rüffer kocht auf Basis der klassischen französischen Küche und zeichnet sich mit einem Michelin-Stern und 17 Gault Millau-Punkten aus. Seine Kreationen ergänzt eine Weinkarte mit 1.400 Positionen. Das Restaurant gehört zum Fairmont Hotel Vier Jahreszeiten am Neuen Jungfernstieg. Hier hat, aus gutem Grund, schon Liz Taylor übernachtet. Eine weitere Spitzenadresse: Das Kempinski Hotel Atlantic. Sie kennen es wahrscheinlich aus dem James-Bond-Film. Aufgepasst, in seinem Foyer könnte jeder ein Star sein.

Wo wir gerade bei Übernachtungsmöglichkeiten sind. In Hamburg haben Sie wirklich die Qual der Wahl. Wir erleichtern Sie Ihnen mit vier weiteren Tipps: Das Fünf-Sterne-Designhotel Side Hotel, das kleine originelle Privathotel Galerie-Hotel Sarah Petersen – untergebracht in einem klassizistischen Bürgerhaus, wo Sie voraussichtlich Schauspieler, Maler und Schriftsteller treffen – und das Hotel Village.
Letzteres war in seinem Vorleben ein Nobelbordell. Die plüschige Einrichtung erinnert noch heute daran. Cooles Design, luxuriöses Ambiente und gepflegte Drinks mit Aussicht verspricht dagegen das neue Empire Riverside Hotel mit seiner Bar 20up in der 20. Etage. Aus 90 Meter Höhe blicken Sie auf Luxusdampfer, Barkassen und Schlepper – am besten bei Sonnenuntergang.

Noch ist es zu früh dafür. Bitte wieder einsteigen. Ihre Tour geht weiter. Chauffieren Sie über die belebte Mönckebergstraße zum Kontorhausviertel. Sehenswert: Das Chilehaus, der Sprinkenhof und der Messberghof. Die Alte Speicherstadt und das Speicherstadtmuseum erzählen viel über die Kaufmanns-Geschichte Hamburgs. Einst war die Speicherstadt das größte zusammenhängende Lagerhausensemble der Welt. Auch heute werden hier noch Kaffee, Tee und Kakao gelagert. Wussten Sie, dass im mittelalterlichen Hamburg Bier die Hauptrolle spielte? Ende des 14. Jahrhunderts war es ein echter Exportschlager. England, Frankreich und vor allem Holland orderten das hanseatische Gebräu.

Zurück ins Jetzt. Es lohnt ein Ausflug ins ehemalige Fischerdorf Blankenese. Wo früher Seeleute wohnten, residiert heute die High Society. Der Weg dorthin ist nicht weit. Nur gut zehn Kilometer, die Elbchaussee entlang, vorbei an prachtvollen Villen. Nach einem Strandspaziergang in Blankenese stärken Sie sich am besten in den Witthüs Teestuben, geöffnet ab 14 Uhr.

Zurück in der City kreuzen Sie durch die vornehmen Viertel Harvestehude und Eppendorf. Hier lohnt ein Stopp auf der Eppendorfer Landstraße 88 in der Traditionskonditorei Lindtner mit ihrem opulenten Torten-Buffet. Nicht weit davon, bei der Hausnummer 96, gibt es eine von Hamburgs besten Eisdielen: Eis Schmidt.

Prachtvolle Gründerzeithäuser säumen die gepflegten Straßen. Hier stimmen Sie sich ein auf Ihr nächstes Etappenziel: Die Außenalster mit ihren weißen Villen. Lenken Sie durch die Straßen, suchen Sie Ihrem Wagen einen schönen Platz und bummeln Sie durch die Parkanlagen rund um den Binnensee. Bei dieser Gelegenheit können Sie Ihren Abend planen. Hamburg hat viel zu bieten. Zum Beispiel Norddeutschlands Nummer eins für Fischliebhaber und Treffpunkt von VIPs: Das Fischereihafen-Restaurant.

Die besten Bars finden Sie rund um den Fischmarkt von St. Pauli und auf dem "Kiez" rund um den Hans-Albers-Platz. Sind Sie Musical-Fan? Auch dann sorgt Hamburg bestens für Sie mit neuen und alten Produktionen. Aktuell steht „Tarzan“ auf dem Programm, daneben der Dauerbrenner "König der Löwen" und das Musical mit Udo Jürgens Hits: „Ich war noch niemals in New York.“ Natürlich nicht fehlen darf ein Hinweis auf Schmidt’s Tivoli. Das Szene-Theater auf dem Kiez hat sich mit Shows, Varieté und Kabarett einen Namen gemacht. Sie werden sehen, einen Tag in Hamburg beendet man nicht gerne, deshalb stellt sich am Ende der Tour zwangsläufig die Frage: Wann kommen Sie wieder? Es gibt schließlich noch viel mehr zu sehen und zu entdecken. Gute Fahrt in das Vergnügen!

Text | Erika Thimel

Stadtrundfahrt mit Superstars

  • Sie sind wunderschön und ziehen alle Blicke auf sich: Die Oldtimer-Cabriolets von Helge Petersen. Der Hamburger Sammler vermietet seine Superstars stilgerecht mit Chauffeur. Sie sind in den dreißiger Jahren gebaut worden und haben seitdem nichts von ihrer Anziehungskraft verloren. Im Gegenteil. Die Cabriolets von Helge Petersen stehlen jedem Jung-Fahrzeug die Schau. Wer sich den Genuss gönnen will, mit ihnen Hamburg zu entdecken, hat die Wahl zwischen folgenden Modellen: Ford A Phaeton de Luxe, Ford A Convertible Sedan, Ford A Roadster de Luxe und Ford A Speedster de Luxe. Der Mietpreis beträgt 90 € pro Stunde, inklusive Chauffeur.

    Petersen & Thoms | Hans-Böckler-Ring 53 | 22851 Norderstedt | Tel. 0 40 /5 24 00 98
    www.oldtimer-company-hamburg.de

Mit dem BMW Z4

  • durch Hamburg
  • Zweisitziger Roadster mit automatischenm Stahldach
  • 6-Zylinder-Reihenmotoren mit 204 bs 306 PS
  • wahlweise 6-Gang-Getriebe oder 7-Gang-Automatik
  • Preis ab 35.900 €

Hafencity

Fahrpausen

Altes Land

Binnenalster, Alsterpavillon