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Tourenberichte

Apulien - Mit dem Audi R8 zwischen Adria und Ionischem Meer zurück

Je weiter ich mit dem weißen Audi R8 Spyder in Italiens Süden vorstoße, desto verrückter sind die Italiener drauf. Ob jung, ob alt: Entweder schreien sie ein „Che bella macchina!“ hinterher oder der Daumen zeigt einfach nach oben. Ich bedanke
mich mit einem lauten Zwischengas.

Text & Fotos | Marc Adam

Der „Stiefelabsatz“ Italiens, der Salent, verfügt über eine Dichte an kulturellen Schätzen ohnegleichen! Beim Besuch der alten Masserien und antiken Orte fühlt man sich in eine andere Zeit versetzt. Die Schönheit an Farben und Düften kennt keine Grenzen. Es ist eine einzigartige Mischung an Traditionen und kulturellen Einflüssen. Wer Erholung am Wasser sucht, findet zwischen Torre Canne und Marina di Ostuni herrliche Sandstrände, Dünen und auch Felsstrände mit wunderbar klarem Wasser. Genießen Sie den Sonnenaufgang in Otranto und den Sonnenuntergang in Gallipoli bei einem köstlichen Menü mit natürlich fangfrischem
Fisch und der raffiniert-mediterranen Küche Apuliens.

TRULLI

  • Archaische Art der Steuerhinterziehung Apulien ist ein Land aus Stein. Und ja, alles hier scheint tatsächlich aus Stein gemacht: die Ortschaften, die urigen Muretti a secco (archaische Mauern aus rohen Steinbrocken), die sich über Tausende von Kilometern durch die Landschaft ziehen, die Trulli, Markenzeichen Apuliens und Ausdruck ländlicher Effizienz. Stein für Stein wurden die Rundhäuser mit den putzigen Spitzdächern aufgebaut und gleichzeitig das Land für die Landwirtschaft freigeräumt. Die spezielle Bauweise erlaubte dem Volksmund nach zudem eine sehr wirksame Art der Steuerhinterziehung. Durch Ziehung eines einzigen Steins im Bauwerk stürzte das Gebäude augenblicklich in sich zusammen, sodass der herannahende Fiskus-Eintreiber nur noch einen Haufen Geröll vorfand.

POLIGNANO A MARE umgeben von blau-leuchtenden Grotten

Die kleine weiße Stadt klammert sich wie eine tollkühne Krabbe an einen senkrecht
abfallenden Felsen. Man kann sich dieser Stadt auch vom Meer her nähern und dabei entdecken, dass sie von Grotten unterhöhlt ist, die es durchaus mit der Blauen Grotte von Capri aufnehmen können. Viele Gäste kommen allein um das Restaurant Grotta Palazzese zu erleben. Es sich drei Stockwerke unter dem gleichnamigen Hotel inmitten der Felsenklippe ist in eine Höhle gebaut. Am frühen Abend fliegen die Mauersegler durch die Höhle und veranstalten ein Spektakel. Das Ambiente des Restaurants ist sicherlich einmalig auf der Welt.

GROTTEN V. CASTELLANA eine der meistbesuchten Sehenswürdigkeiten

Sie sind als die größten speläologischen Grotten von Italien berühmt und bilden eine Gemeinsamkeit von Hohlräumen, die sich über eine Gesamtlänge von drei Kilometern Rundgang und einer Tiefe von 71 Metern ausbreiten. Die Vielzahl der Stalagmiten und Stalaktiten, zahlreiche natürliche Skulpturen, tanzend in Tausenden von Lichtreflexen, bieten ein ungeahntes Schauspiel. Ein Besuch der Grotta Nera (schwarze Grotte), Cavernone dei Monumenti (Höhle der Monumente), Cavernetta del Presepe (Krippenhöhle) und ganz am Ende die traumhafte Grotta Bianca (weiße Grotte) lohnen den weiten unterirdischen Weg!

ALBEROBELLO ist die Hauptstadt der Trulli

Ganz charakteristisch für Apulien und einzigartig auf der Welt sind die Trulli, weiße runde Bauernhäuser mit spitzen Schieferdächern, die zwischen Weinbergen und Zitronenbäumen weithin sichtbar sind. Die „Hauptstadt“ der Trulli, Alberobello, wurde von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt. Die Trulli wurden in den Phasen der Ausbreitung des Bauerntums außerhalb der Ortschaften gebaut. Sie sind ein Beispiel für die Bautechnik des Trockenmauerwerks aus Naturstein und teilweise perfekt restauriert.

CISTERNINO einer der schönsten Orte Italiens

Das inmitten von Weinbergen und Olivenhainen in der beeindruckenden Landschaft des Valle d’Itria auf einer Anhöhe gelegene Dorf Cisternino strahlt durch seine ummauerte Altstadt mit den weiß gekalkten Häusern, den verwinkelten Gassen und den Treppenaufgängen einen ganz besonderen Charme aus. Die Kirche S. Nicola, die Hauptkirche des Ortes, sowie der zirka 17 Meter hohe normannische Wehrturm befinden sich am Eingang der Altstadt. Im Ortskern liegt die Piazza Vittorio Emanuele mit der bekannten Turmglocke. Hier trifft man sich gern abends bei einem Aperitif.

CANTINE DUE PALME

  • Newcomer unter den Weingütern Die Cantine Due Palme wurde als landwirtschaftliche Kooperative im Jahr 1989 in Cellino San Marco bei Brindisi gegründet. Due Palme besteht aus 400 Mitgliedern, die vornehmlich die autochthonen Rebsorten Negroamaro, Malvasia Nera und Primitivo anbauen. Seit man 2002 die Zusammenarbeit mit dem toskanischen Spitzenweingut Avignonesi gestartet hat, gelingt ein Jahrgang besser als der andere. Wir finden Weine, die einerseits die traditionelle Komponente der Reben und der Böden betonen, andererseits aber auch sehr modern, fruchtig und samtig gemacht sind.
    Der Einstiegswein Primitivo hat großen Charme, ist weich und süffig und geizt nicht mit seinen vielschichtigen Aromen. Großartig ist der mit einer Goldmedaille prämierte Selvarossa: 18 Monate im Barrique ausgebaut, zeigt er wuchtig seinen Körper, unterlegt von fruchtiger Süße und exotischen Gewürzen. Ein weiterer Wein sorgt für großes Aufsehen, der Tenuta Albrizzi, eine Cuvée aus Primitivo und Cabernet Sauvignon, fett und ausladend, dicht gewobene Fruchtaromen, Kirschmarmelade, Nougat, am Ende Vanille und Pfeffer.

GALLIPOLI - Die ganze Altstadt ist ein Museum

Ein höchst lebendiges allerdings, noch so unverfälscht, wie man es im touristischen Salento am Absatz des italienischen Stiefels nicht erwartet hätte. Wie ein weißer steinerner Schiffsbug ragt „die schöne Stadt“ (kale polis), wie sie die Griechen nannten, ins azurblaue Ionische Meer hinaus. In mehr als 2.500 Jahren hat Gallipoli zahlreiche Herrscher kommen und gehen gesehen: Nach den Griechen kamen Römer, Goten, Normannen, Spanier, Franzosen. Alle hinterließen ihre Spuren. Beim Bummel durch das Gassenlabyrinth fallen Patrizierresidenzen mit Gitterfenstern im arabischen Stil auf. Sie sind aus gelblichem Tuffstein gehauen, der Pietra Carparo des Salento, aus dem auch die großartigen Barockkirchen von Lecce erbaut wurden.
Es gibt zahlreiche mit Putten, Engeln sowie Heiligenfiguren vollgestopfte Kirchen und Klöster.

LIDO SAN GIOVANNI die Copacabana Apuliens

Gallipoli ist bekannt für sein sauberes Meer und die schönen Sandstrände. Am Meer weht immer ein Wind, der allen Wassersportfans sehr willkommen ist. So finden hier
Segelregatten internationalen Ranges statt. Der Lido San Giovanni, eine zwei Kilometer südlich von Gallipoli gelegene feinsandige Bucht, wird von den Einheimischen auch als „Copacabana“ bezeichnet. Sie ist mit der Stadt durch eine schöne Promenade verbunden, an der sich Bars und Marktstände befinden, die bis spät in die Nacht geöffnet sind.

MASSERIA CIURA IN MASSAFRA

  • umgeben von Jahrhunderte alten Olivenbäumen Nördlich von Taranto, der berühmten spartanischen Gründung – 1.000 Jahre bevor
    die Römer das Gebiet vereinnahmten – liegt die Masseria Ciura, ein Ensemble aus
    dem 16. Jahrhundert und Beispiel des wunderbaren lokalen Barockstils. Die Villa
    wurde sorgsam restauriert und hat seinen faszinierenden antiken Charakter bewahrt. Sie bietet Gästen ein unvergleichbar elegantes Ambiente und zugleich die
    Eindrücke einer prosperierenden Landwirtschaft mit Viehställen, einer unterirdischen
    Grotte, dem Obstbaum bestanden Garten und vielen kleinen Besonderheiten,
    die es zu erkunden gibt. Ganz besonders bemerkenswert ist das hier produzierte
    Olivenöl – reich an Aromen und voll in der Konsistenz.

OTRANTO mit orientalisch-mediteranem Flair

Leicht erhöht liegt die gepflegte und noch intakte Altstadt von Otranto an ihrer natürlichen Bucht mit dem einstigen Fischer-, nun aber vor allem Yachthafen. Ein malerisches Stadtbild, kompakt eingefasst von einer breiten Befestigungsmauer, wobei sich hinter den hellen Häuserfassaden so manche schicke Ferienwohnung verbirgt. Die schöne Küste Richtung Santa Maria di Léuca und dem hübschen Thermalort Santa Cesarea Terme ist längst Ziel eines exklusiven Tourismus geworden. Zum Ortsbild gehört auch ein stattliches Castello, heute Schauplatz sommerlicher Kulturveranstaltungen. Die uralte Hafenstadt war früher ein derart bedeutendes Handelszentrum, dass der ganze Salento nach ihr benannt wurde: Terra d'Otranto.

OSTUNI weltweit als die "weiße Stadt" benannt

Woher dieser Name rührt, wird dem Besucher bereits bei seiner Anreise klar.
Schon von fern sieht man die mit Kalk getünchten Häuser, die sich weithin sichtbar über der sanften und farbenprächtigen Hügellandschaft erheben. Aus dem Schneeweiß der Altstadt, diesem Labyrinth aus Gässchen und Stufen, ragt die alterwürdige Kathedrale Santa Maria Assunta mit ihrer spätgotischen Fassade und eigenwilligen Architektur. Zirka zwei Kilometer östlich von Ostuni liegt eine mehr als 25.000 Jahre alte Kultstätte. Hier verehrten Steinzeitmenschen die große Erdmutter.
Die Strände vor der weißen Stadt zählen zu den saubersten in ganz Italien und werden deshalb seit Jahren mit der „Bandiera Blu“ (blaue Flagge) ausgezeichnet.

MARTINA FRANCA steht für zwei besondere Spezialitäten

Die Stadt auf den östlichen Hügeln der Murgia liegt in gleicher Entfernung vom Ionischen und vom Adriatischen Meer. Die erhöhte Lage bietet am Ortsrand wunderschöne Aussichten hinunter ins Tal. Ringsherum liegt fruchtbares Ackerland, eingerahmt von kleinen Trockenmäuerchen, mit denen die Bauern noch heute ihre Pflanzungen eingrenzen. Erwähnung verdienen zwei typische Produkte der Gegend: Martina Franca DOC, ein fantastischer Wein und Capocollo, eine Wurstspezialität aus dem Fleisch von Schweinen, die in den Wäldern rings um Martina Franca gezüchtet werden. Für Weinverkostungen kann die Azienda Vinicola Barsento in Noci unweit Martina Franca empfohlen werden.

LECCE einzigartiges Zeugnis für einen spektakulären Barockstil

Heute eine der schönsten Städte Süditaliens erlebte Lecce seine wirtschaftliche
und künstlerische Blütezeit zwischen 1550 und 1750. Damals erhielt die Altstadt auch ihr heutiges charakteristisches Aussehen. Die zahlreichen Gebäude im typischen Barockstil der Stadt haben Lecce den Beinamen „Florenz des Barock“ eingebracht und sind ein Augenschmaus für Liebhaber des minuziösen und verzierungsreichen Barock. Ein fantastisches Beispiel hierfür ist die Kirche Chiesa di S. Croce, deren Fassade einem Meisterwerk gleicht. Wichtige Wirtschaftszweige der heute noch wohlhabenden Stadt sind Wein und Tabak. Die Stadt hat aber auch eine bedeutende Universität.

CAPOCOLLO

  • eine der edelsten Wurstspezialitäten Italiens Mit der renommierten Bezeichnung „Presidio Slow Food“ versehen, wird er nur unter strenger Kontrolle und ausschließlich nach der traditionellen Methode in der Valle d'Itria hergestellt. Der Geschmack ist außergewöhnlich zart und dabei würzig.
    Das Geheimnis liegt in der aufwendigen Herstellungsprozedur: Fleisch vom Schweinenacken wird mit Salz, Vino Cotto (Traubenmost) und Gewürzen mariniert und mit einer traditionellen Mischung aus Holz der apulischen Fragno-Eiche, Mandelschalen und aromatischen Pflanzen der Macchia Mediterranea geräuchert. Die Lufttrocknung im Naturdarm dauert drei bis vier Monate.

Die Kirche San Giovanni Battista in Lecce mit ihren reichen Verzierungen.

Die kräftigen Weine passen perfekt zu den deftigen Speisen Apuliens.

Die Universitätsstadt Lecce beeindruckt mit seinen barocken Skulpturen und Häuser-Fassaden.