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Tourenberichte

Dresden - die schöne Italienierin zurück

Die prächtigste Stadt Italiens liegt in Ostdeutschland, genauer: in Dresden. Als "Elbflorenz" und "Venedig des Ostens" verdient sich die kurfürstliche Residenzstadt große Komplimente. Überzeugen Sie sich davon an einem sonnigen Frühlings sonntag in Ihrem Cabriolet. Kutschieren Sie zum intimen Rendezvous mit der Sixti nischen Madonna, in die Glitzerwelt der Schatzkammer und zu weltberühmten Kulturdenkmälern wie Semperoper und Frauenkirche und Sie werden sehen: Dresden ist große Kunst und großes Gefühl. Typisch italienisch eben.

Sie wollen es sich so richtig gut gehen lassen, aufwachen und frühstücken wie ein Königspaar? Dann übernachten Sie vor Ihrer großen Dresden-Tour am besten im Taschenbergpalais. Edler geht es kaum, hier betteten u. a. schon Robbie Williams, Elton John und Wladimir Putin ihr Haupt. Ausgeschlafen? Umso besser, denn bevor wir starten, versorgen wir Sie mit Proviant, wie es sich gehört, mit Wissensbissen in bekömmlicher Kurzform: Dresden ist Sachsens Landeshauptstadt. Zum Stadt gebiet gehören rund 50 historische Dorfkerne. Erich Kästner kam in Dresden zur Welt. Die Elbe schlängelt sich in weiten Bögen durch Dresden und macht sich teilweise 120 Meter breit.
In Dresden montiert VW sein Luxus-Modell Phaeton und lässt sich dabei in der Gläsernen Manufaktur zusehen. Dresdens erster Name war "Drezdany", das bedeutet "Sumpfwaldbewohner" und beschreibt die ersten Siedler. 1694 wurde Friedrich August I., genannt "August der Starke", Kurfürst von Sachsen und kümmerte sich um Kunst und Kultur. Nicht zuletzt seiner Sammelleidenschaft verdankt die Stadt das Prädikat "Elbflorenz". Auch ihre barocken Formen zeugen von den Präferenzen August des Starken und seiner Nachfolger. Der Hofarchitekt Matthäus Daniel Pöppelmann baute den Zwinger, das Japanische Palais, Schloss Pillnitz, die Matthäuskirche und das Taschenbergpalais.

Im 19. Jahrhundert übernahm Gottfried Semper die Rolle des Stararchitekten. Die Semperoper zeugt noch heute von seiner Kunst. Überhaupt, die Kunst ... Dresden ist eine Kunstmetropole, ein Zentrum der Lebensfreude und ein Treffpunkt für Genießer. Überzeugen Sie sich selbst. Los geht’s.
Die Augustusbrücke wird Ihr erster Schauplatz. Mit neun Sandsteinbögen verbindet sie die Altstadt mit der Neustadt und gewährt ein herrliches Panorama in allen Blickrichtungen. Ein idealer Ort, um die Vorfreude auf den Tag zu steigern. Vor ihren Augen liegt, was Sie heute erobern werden. Zuerst die Semperoper. Dank Architektur, Akustik und hervorragenden Aufführungen zählt sie zu den bekanntesten Opernhäusern der Welt. Hier arbeitete Richard Wagner als königlich sächsischer Hofdirigent – bis er 1848 aus Dresden fliehen musste. Seine Teilnahme an der gescheiterten Revolution machte ihn zum steckbrieflich Gesuchten. Seine Musik blieb. Nach einem langen Blick auf den prächtigen Kulturtempel im Stil der italienischen Renaissance geht es weiter zum Zwinger. Ein strenger Name für das schönste Barock gebäude Dresdens. Woher er kommt? Von der Lage. Ursprünglich war das Bauwerk zwischen der äußeren und inneren Mauer der Stadtbefesti gung eingezwängt. Das war Anfang des 18. Jahrhunderts, als Kurfürst Friedrich August I. eine Orangerie und einen Festsaal in Auftrag gab. Mehr als 100 Jahre später fügte der Meister Gottfried Semper einen Museumsbau im Stil der italienischen Renaissance hinzu. Heute noch beherbergt der Zwinger kostbare Sammlungen, von der Gemäldegalerie Alte Meister bis hin zum Mathematisch-Physikalischen Salon. Links vom Kronentor, das mit seiner vergoldeten Haube zu einem Wahrzeichen der Stadt geworden ist, stellen die Dresdner Porzellan aus – mit vielen Leihgaben aus der Meißner Porzellanmanufaktur.

"Das blaue Wunder" im Elbtal

  • Versprochen, in Dresden erleben Sie Ihr blaues Wunder. Es trägt Sie zwischen den feinen Vororten Blasewitz und Loschwitz über die Elbe. Das blaue Wunder ist eine Brücke, die östlichste Brücke Dresdens. Während ihrer Bauzeit zwischen 1891 und 1893 galt sie als äußerst gewagtes Modell, da ihre Konstrukteure Claus Köpcke und Hans Manfred Krüger auf die Unterstützung von Flusspfeilern verzichteten und die Brücke nur an Land verankerten. Das ist eine besondere Leistung, schließ lich misst das blaue Wunder 270,20 Meter. Apropos, es sind auch andere Zahlen im Umlauf, aber unsere ist die offizielle vom Amt. Aber wer will bei diesem hübschen Bauwerk an Zahlen denken? Wir lenken Ihre Aufmerksamkeit lieber auf den Fahrtwind, die Aussicht und die Dresdner Baukunst.

So viel Kunstgenuss macht hungrig. Keine Angst, in Dresden sorgt man gut für seine Gäste. Am Theaterplatz 1 lässt sich im Restaurant Alte Meister mit Blick auf die Semperoper und Hofkirche vorzüglich speisen – zum Beispiel einen Rehrücken mit Rosenkohlblättern und Schupfnudeln. Sie suchen ein anderes Restaurant? In der Münzgasse finden Sie es. Hier reiht sich eine Gaststube an die andere. Meist wird deftige sächsische Küche mit schweren Soßen serviert. Um Irritationen vorzubeugen: Bei Stampfkartoffeln handelt es sich um Kartoffelbrei.
Zur Verdauung spazieren Sie auf der Brühlschen Terrasse. Sie war Teil der Stadtbefestigung,bis Graf von Brühl sie 1740 in einen Lustgarten verwandeln ließ. Hier lässt sich die Sonne genießen und eine Vorschau auf Ihr nächstes Ziel: das Szene-Viertel Dresden-Neustadt. Wie es sich für ein angesagtes Viertel gehört, finden Sie hier schicke Cafés, coole Kneipen, interessante Galerien und bunte Läden. Inspiriert lenken Sie sich durch die Straßen, bevor Sie den Weg zurück in die Altstadt einschlagen.

Ihnen steht ein Rendezvous mit der Sixtinischen Madonna von Raffael bevor. Sie residiert im Albertinum. Das einstige Zeughaus beherbergt die Gemäldegalerie Neue Meister. Neben der Madonna warten u. a. Kunstwerke von Liebermann, Dix, Böcklin und Corinth auf Sie, sowie Werke der französischen Impressionisten Manet, Monet und Renoir. Aber auch van Gogh und Toulouse-Lautrec geben sich die Ehre. Wenn Sie ihre Kunst lieben, sollten Sie Zeit mit ins Albertinum bringen.
Umso mehr, als es hier obendrein auch eine Schatzkammer zu entdecken gibt: Das grüne Gewölbe mit seinen Goldschmiede- und Juwelier arbeiten. Nach den glitzernden Kostbarkeiten steuern Sie den nächsten Höhepunkt an: die Frauenkirche, im Volksmund auch "Dicke Berta" genannt. Mit einer 95 Meter hohen Kuppel war sie das Wahrzeichen Dresdens – bis sie 1945 von Bomben zerstört wurde. Bereits ein Jahr später rief die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsens zu Spenden für den Wiederaufbau auf. Ende der achtziger Jahre setzten sich engagierte Bürger und Prominente für den alten Plan ein. Mit Erfolg. Seit 2005 steht sie wieder. Von ihrer 95 Meter hohen Kuppel haben Sie einen herrlichen Blick über die Altstadt. Nicht weit entfernt liegt die Heimat des Dresdner Kreuzchors, die Kreuzkirche. Seine berühmten Stimmen erklingen jeden Samstag um 18 Uhr bei der Kreuzchorvesper. Südöstlich steht das mächtige Neue Rathaus. Auf seinem 100 Meter hohen Aussichtsturm können Sie einen kleinen Panorama-Rundgang unternehmen. Erkennen Sie die Straßen Ihrer Tagestour?
Jetzt steht Ihnen ein schöner Abschluss bevor: der Altmarkt mit vielen Geschäften, Restaurants und Cafés. Am besten Sie parken Ihr Cabriolet in der Tiefgarage und bringen Schwung in Ihre Beine, zumindest bis zum nächsten Restauranttisch. Es sei denn, Sie sind noch unternehmungslustig und kulturhungrig? Dann haben wir zwei weitere Tipps für Sie: den Fürstenzug aus Meißner Porzellankacheln in der Augustusstraße und das Schloss. Die Vierflügel-Anlage im Stil der Renaissance wird rekonstruiert, nachdem sie 1945 ausbrannte. Gleich gegenüber zum Elbufer hin steht die historische Gaststätte Italienisches Dörfchen. Der Name erinnert an die italienischen Handwerker, die während der ersten Konstruktion des Schlosses hier ihre Quartiere hatten.
Wollen Sie einen Stern für sich leuchten lassen? Michelin hat ihn Stefan Hermann vom Restaurant bean & beluga verliehen, fünf Monate nachdem dieser sein Restaurant eröffnet hatte. Bitte beachten Sie, dass der Genusstempel nur abends von Dienstag bis Samstag seine Pforten öffnet. Herr Hermann hatte übrigens auch die gute Idee, einen der schönsten Biergärten Dresdens wieder zu beleben, den Konzertplatz am Weißen Hirsch im Elbtal, am Rande der Dresdner Heide. Die Dresdner wissen, wie Dolce Vita funktioniert. Typisch italienisch eben ...

Text | Erika Thimel

Palais im Großen Garten

Blick auf "Das blaue Wunder"

Fahrpausen

Semperoper

Blick auf die Frauenkirche bei Nacht