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Tourenberichte

Zwischen Olympia und Sparta zurück

Im Süden des Peloponnes warten antike Stäten wie Sparta und Olympia, traumhafte Strände und kleine Fischerdörfer darauf, per Cabrio entdeckt zu werden.

Ausgehend von Tripoli im Herzen des Peloponnes führt die N39 gen Süden nach Sparta. Das Städtchen mit dem weltberühmten Namen liegt eingebettet in ausgedehnten Oliven- und Orangenhainen. Dahinter steigt steil und menschenfeindlich der 2.404 Meter hohe Gebirgszug des Taygeto auf. Nur spärliche Reste künden von der längst vergangenen Zeit, da die Spartaner Erzfeinde der Athener waren. Unweit davon lohnt ein Besuch der geheimnisvollen Ruinenstadt Mystras. Kreuzritter hatten 1249 hier auf einem steilen Berg ihre Burg erbaut. Über Geraki gelangt man nach Monemvassia, eine alte Festungsstadt der Byzantiner und Venezianer. Fast senkrecht ragt ein mächtiger, scheinbar menschenleerer Felsklotz 300 Meter aus der Ägäis hoch. Erst wenn man den 163 Meter langen Damm und das Stadttor passiert hat, ist die mittelalterliche Stadt mit ihren gepflasterten steilen Gassen, rustikalen Tavernen und romantischen Pensionen zu sehen.

Weiter südlich kann man bei Neapolis zu den schönen Stränden auf Elafonissos übersetzen. Am südöstlichsten Zipfel des Peloponnes angelangt, gibt es nur ein Zurück in Richtung Mani. Diese eigenartige Kulturlandschaft mit ihren trutzigen Wehrtürmen erreicht man über das Städtchen Gythion mit seinem malerischen Hafen. Hier steht auf dem Inselchen Kranai der erste der typischen Wehr- türme, der das Historisch-Ethnologische Museum der Mani beherbergt. Die Mani konnte selbst von den Türken nie ganz unter ihre Kontrolle gebracht werden. Auch der neugriechische Staat hatte bis ins 20. Jahrhundert seine Probleme mit der Kampfeslust der Manioten. Der eisern befolgte Ehrenkodex der Blutrache war bis vor hundert Jahren noch oberstes Gebot. Deshalb sehen die Dörfer aus wie kleine Festungen, deren Kern massive Wehrtürme bilden. Besonders viele dieser Türme sind im Dorf Kita erhalten geblieben. Die den marokkanischen Kasbahs ähnelnden Bauten sind übrigens häufig zu Hotels und Pensionen umfunktioniert.

Auf der Landzunge von Koroni macht sich eine venezianische Burg breit

Mezapos legt ein beredtes Zeugnis davon ab, dass der Mani die Häfen fehlen: Die Fischerboote liegen hier nicht im Wasser, sondern hängen an altertümlichen Kränen über dem Felsufer. Einer der wenigen Häfen ist Porto Kagio ganz im Süden und aufgrund seiner ausgezeichneten Fischtavernen ein Muss für Genießer maritimer Köstlichkeiten. Weiter nördlich sind die Tropfsteinhöhlen von Pyrgos Dirou zu besichtigen. Durch eine der Höhlen fließt ein Fluss, auf dem man eine dreiviertelstündige Bootsfahrt unternehmen kann. Lohnend ist ein Abstecher ins ehemalige Kloster Dekoulou bei Itylo, dessen eindrucks- volle Kirche innen lückenlos mit biblischen Szenen und Heiligen ausgemalt wurde. Ein Erlebnis ist aber auch die einfache Kapelle Metamorphosis etwa 600 Meter hinter dem Dorfplatz von Thalames. Hinter Petalidi wird die Landschaft immer lieblicher. Spitz aufragende Zypressen und vereinzelte Palmen mischen sich unter Zitronen- und Olivenbäume. Malerisch liegt der Fischerort Koroni auf dem Rücken einer Landzunge, auf deren Plateau sich eine venezianische Burg breit macht. Methoni war ebenfalls eines der bedeutendsten Besitztümer Veneziens, da von dort aus die Einfahrt ins Ionische Meer überwacht werden konnte. Die Bucht von Navarino genießt man am besten mit einem Blick von der türkischen Festung Niokastro am Ortsanfang von Pylos aus. Weiter nördlich ist man in Nestors Heimat angelangt. Sehr wahrscheinlich war der von Homer besungene greise König von Pylos in Chora zu Hause. Kurz vor dem Dorf liegen die Ausgrabungen eines mykenischen Palastes und die Nestor-Höhle. Über einen Abstecher zum Tempel von Bassai, einem 2.400 Jahre alten Apollon-Tempel, gelangt man zum Höhepunkt des Peloponnes: Olympia. Hier gilt es, das weiläufige Areal zu entdecken und den friedlichen Hauch der antiken Olympischen Spiele zu spüren.

Fotos: iStockphoto (parisvas, TerryJLawrence, HowardOates)

Mykener, Spartaner, Kreuzritter und Venezianer haben im Süden des Peloponnes ihre Spuren hinterlassen.

Noch heute zeugen die zahlreichen Wehrtürme in der Mani von der Verteidigungstaktik der Bewohner.

Der Peloponnes erscheint zwar wie ein Teil des Festlands, ist aber eine Halbinsel. Der Name stammt von Pelops, dem Sohn des Königs Tantalos.