Home Kontakt Impressum

Tourenberichte

Von Algund in die Bergwelt der Dolomiten zurück

Ob kleine oder große Dolomiten-Rundfahrt, ein Abstecher nach Venedig, ein Ausflug zum Gardasee oder eine Tagestour über die großen Dolomitenpässe. Klappen Sie das Verdeck auf! Genießen Sie die frische Luft und das herrliche Panorama der Dolomiten – sagenumwobenes UNESCO-Weltnaturerbe.

In Algund scheint die Sonne an 300 Tagen...

Ausgehend von der historischen Römerbrücke unmittelbar beim Gartendorf Algund fahren Sie vorbei an Meran und den Gärten von Schloss Trauttmansdorff gemütlich durch kleine Dörfer, eingebettet in Obstwiesen und weite Reblandschaften bis nach Bozen, in die Landeshauptstadt mit Goethes poetisch gepriesenem Obstmarkt und altem Stadtkern. Nach dem Bozner Talkessel tut sich das Tor zu den Dolomiten auf. Die östlich von Bozen gelegene Burg Karneid wurde um 1200 n. Chr. vom Adelsgeschlecht der Greifensteiner erbaut und ragt märchenhaft auf einem steilen, scheinbar unersteiglichen Felshügel empor. Hier beginnt das Eggental, dessen Name „Eggen“ sich vom ladinischen Begriff „ega“ (Wasser) ableitet. Es ist denn auch der Eggentaler Bach, der bei Kardaun in den Eisack mündet und den Fahrer auf dem ersten Teilstück des Tales von Kardaun nach Birchabruck begleitet. Dieser Teil ist so schmal, dass die Straße größtenteils durch Tunnel fuührt. Die zerklüftete, pittoreske Eggentaler Schlucht inspirierte sogar Karl May, der ganz besonders das Gebiet um Penegal und Mendel liebte, zu seinem Roman „Durchs wilde Kurdistan“. Der bekannte Volks- und Reiseschriftsteller war ein großer Freund und Bewunderer des südlichen Tirols und unternahm mit seiner Frau Klara im Jahre 1902 zum ersten Mal eine Fahrt durch das Eggental und zum Karer See. Im Jahr 1911 traf Karl May dann auch zu einem längeren Sommeraufenthalt ein.

Die Eggentaler Schlucht verbindet die Dörfer Gummer, Welschnofen, Eggen, Rauth und Deutschnofen mit Bozen und dem Eisacktal. Das Eggental ist Teil der großen Dolomitenstraße. Von Bozen kommend erreicht man so den Karerpass und die Sellarunde, sowie den Nigerpass mit Tiers und den Lavazè Pass, der ins Fleimstal (Manghenpass) führt. Somit zwängt sich das Eggental unmittelbar durch die schönste Porphyrschlucht der Alpen. Die Straße führt über Welschnofen am Karersee vorbei zum Karerpass. Agatha Christie, die mit Winston Churchill zu den prominentesten Besuchern gehört, inspirierte sich hier am so genannten Labyrinth für ihren berühmten Krimi „Die großen Vier“.

Der Karerpass gilt auch als Sprachgrenze zum Ladinischen, dem Fassaladinischen. Im Fassatal bei Canazei, nahe dem Sellapass, wechselt das Idiom nun vom Fassaladinischen zum Grödnerischen. Das lange von der restlichen Welt abgeschnittene Grödnertal mit seiner legendären Holzhandwerkskunst und den weltberühmten Skisportlern ist mit seiner Sprache, den Bräuchen, Trachten, Traditionen und Menschen eine ganz eigene Welt für sich. Auch wenn der Minnesänger Oswald von Wolkenstein (vermutlich um 1377 auf Burg Schöneck im Pustertal geboren), der es aufgrund seiner vielseitigen Begabung sogar zum Diener und Rat des deutschen Kaisers Sigismund I. sowie zum Reichsritter gebracht hatte, mit der Grödner Ortschaft Wolkenstein direkt recht wenig zu tun hat, steht dessen Leben und Wirken doch beispielhaft für einen Ritter des ausgehenden Spätmittelalters. Noch bis Ende November erinnert man sich an ihn auf Schloss Tirol mit der Sonderausstellung „Ich Wolkenstein“ als eine der schillerndsten Figuren dieser Zeit. Über das Grödnerjoch, welches zusammen mit den anderen drei Pässen der legendären Sellarunde zu einem absoluten Highlight für jeden Pässefahrer gehört, nimmt der Reisende beeindruckende Bilder der gigantischen Dolomiten mit. Über die Ortschaften Kolfuschg, Corvara und Enneberg geht es weiter durchs Gadertal bis nach Bruneck, Pustertals „Hauptstadt“. In der ehemaligen Bischofsresidenz, deren oberhalb der Stadt gelegenes Schloss Bruneck heute ein bedeutender Teil von Reinhold Messners Mountain-Museumsprojekt (kurz MMM) ist, wurde um das Jahr 1435 Tirols großer Altarkünstler Michael Pacher geboren. Auch die heutige Bischofsstadt Brixen mit Hofburg, Enneberg geht es weiter durchs Gadertal bis nach Bruneck, Pustertals „Hauptstadt“. In der ehemaligen Bischofsresidenz, deren oberhalb der Stadt gelegenes Schloss Bruneck heute ein bedeutender Teil von Reinhold Messners Mountain Museumsprojekt (kurz MMM) ist, wurde um das Jahr 1435 Tirols großer Altarkünstler Michael Pacher geboren. Auch die heutige Bischofsstadt Brixen mit Hofburg, Dom, Kreuzgang, gotischer Malerei und Kloster Neustift gibt Einblick in die Kunstwelt von Michael Pacher bis ins Barockzeitalter. Beliebt und gern getrunken werden die Weine der Stiftskellerei Neustift. Übrigens, der junge Weinbauer Manni Nössing vom Hoandlhof hat es mit seinen Weinen schon bis in den renommierten Weinführer Gambero Rosso geschafft. Hervorragend sein hochgradiger Kerner aus den steilen Leiten!

Auf der Weiterfahrt durch das Eisacktal Richtung Bozen grüßt das beschauliche Künstlerstädtchen Klausen, in dem Albrecht Dürer seine Spuren hinterlassen hat und das Dorf Waidbruck mit Blick auf die Trostburg, wo besagter Minnesänger Wolkenstein geweilt haben soll. Schon geht es zurück nach Algund, wo nach erlebnisreicher Tagestour ein gemütliches Gästehaus zum Abendessen einlädt.
www.algund.com

Fotos: iStockphoto/Anita Stizzoli, Daniela Prossliner, Tappeiner/ Tourismusverein Algund

Traumhafte Landschaft.

Die Bergwelt der Dolomiten ist seit 2009 Weltnaturerbe.