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Tourenberichte

Die Glasstrasse zurück

Im Bayerischen und Oberpfälzer Wald ist Glasmachen wohl das traditionsreichste und älteste Handwerk dieser gruünen Region. In zahlreichen Glashütten, Galerien und Museen gibt es sowohl für Einheimische als auch Besucher vieles zu bestaunen.

Glas klar ins Grüne

Wald und Wiesen, Berge und Bäche, Quarz und Holz waren ideale Voraussetzungen zur Glasherstellung. Das alles ist im Bayerischen und
Oberpfälzer Wald reichhaltig vorhanden, weshalb der gruüne Landstrich, der Teil des größten mitteleuropäischen Waldgebirges ist, bereits auf eine über 700-jährige Tradition der Glasherstellung zuruückblicken kann.

Heiße Quellen und kühles Bier

Der Oberpfälzer Wald hat nicht nur Bäume zu bieten! Weite Teich- und Seenlandschaften, Burgen und Schlösser, Bergkapellen und Klosterkirchen, heiße Quellen und braufrisches Zoiglbier prägen den Landstrich der nordöstlichen Oberpfalz entlang der Grenze zu Tschechien. Wo noch vor zwei Jahrzehnten Braunkohle abgebaut wurde, befindet sich heute das Oberpfälzer Seenland, ein Eldorado für Wassersportler, Angler und Camping-Urlauber. Der Landkreis Tirschenreuth im Norden wird auch das „Land der tausend Teiche“ genannt, wobei es eigentlich über 4.500 sind! Forellen, Hechte und Karpfen aus dieser Gegend stehen bei Köchen und Genießern in ganz Deutschland hoch im Kurs. Zudem ist im Oberpfälzer Wald auch eine flüssige Spezialität zu Hause: Der Zoigl, ein ungefiltertes, untergäriges, süffiges und oft schnell ausverkauftes Bier, wird am besten in zünftiger Gesellschaft in einer mit dem Zoiglstern gekennzeichneten Gaststätte konsumiert. Oft muss man viel Glück haben, um einen der begehrten Plätze in den Stuben zu ergattern. Auskunft über die besonderen Tage, an denen der Zoigl ausgeschenkt wird, und vor allem wo, erfährt man im Zoiglführer des Landkreises Neustadt a.d. Waldnaab.

Urlaub im Urwald

Im Süden des Oberpfälzer Waldes schließt sich nahtlos der Bayerische Wald an. Endlose Wälder, mächtige Bergrücken, die sich mit sanften Kuppen abwechseln. Kleine Bergseen, klare Bäche und die reinste Luft Deutschlands machen sich auf 6.000 Quadratkilometern zwischen Donau, Böhmerwald und der Landesgrenze zu Österreich breit. Er beheimatet Deutschlands ersten Nationalpark und einzigen Urwald. Zusammen mit dem benachbarten
tschechischen Nationalpark Šumava liegt hier im Herzen Europas das größte zusammenhängende Naturschutzprojekt des Kontinents. Mehr als 130 Berge überragen die 1.000-Meter-Marke, wobei der höchste, der 1.456 Meter hohe Große Arber, bequem per Gondelbahn erklommen werden kann. Selbstredend, dass der Ausblick über das Waldmeer atemberaubend ist. Neben den guten Aussichten eröffnen sich im Bayerischen Wald schier grenzenlose Entspannungsmöglichkeiten. Ob Wander- oder Wellness-Urlaub, Radeln oder Fahrspaß im Cabriolet: Den Aktivitäten sind kaum Grenzen gesetzt, gepaart mit bayerischgemuütlicher Gastlichkeit.

Glasmachen aus Tradition

Auch Kunst- und Kulturinteressierte können auf Entdeckungsreise gehen. Geschichtsträchtige Städte und Stätten bieten eine Fülle von Sehenswuürdigkeiten und Museen unterschiedlichster Couleur. Zudem ist kaum eine andere Landschaft so reich an Burgen, Burgruinen und Schlössern, die teils tief versteckt im Wald liegen, teils auch direkt mit dem Automobil erreichbar sind. Eine der Hauptattraktionen im Bayerischen und Oberpfälzer Wald aber ist nach wie vor das Glas. Glasmachen ist wohl das traditionsreichste und älteste Handwerk der Region. Schon seit dem Mittelalter hier heimisch, zählt die Gegend auch heute zu den größten Glaszentren Europas. Denn kaum woanders auf der Erde findet man dicht beieinander so viele Glashütten und glasverarbeitende Betriebe. Vielerorts wird Glas inzwischen nach modernen Produktionsmethoden hergestellt, doch ist das kunstvolle Handwerk der Glasmacher durch keine Maschine wirklich zu ersetzen. Noch heute holen geschickte Glasbläser die glutflüssige, honigartige Schmelze mit einer langen Pfeife aus dem Ofen und lassen durch Dreh- und Schwenkbewegungen scheinbar spielerisch Kelche, Gläser, Vasen, Schalen, Kunstwerke entstehen.

Die Glasstraße verbindet

Wie ein roter Faden zieht sich die Glasstraße durch die Region und führt in historische Glasmacherorte und zu modernen Glasbetrieben,
zu kostbaren alten Glasobjekten und zeitgenössischen Kunstwerken, zu kleinen Museen, Galerien und Glashütten. Sie macht auch auf
gläserne Besonderheiten wie die Gläserne Scheune, das erste und einzige Glashotel Deutschlands oder den Wald aus gläsernen Bäumen aufmerksam. Entlang der Ferienroute gibt es das ganze Jahr hindurch zahlreiche Veranstaltungen zum Thema Glas. Ob Kunstausstellungen, Glashüttenfeste, eigene Versuche als Glasbläser, internationale Glassymposien oder Glasauktionen, es lässt sich wohl kaum sonst Glas informativer, vielseitiger und spannender erleben als im Bayerischen und Oberpfälzer Wald. Ein wichtiger Rohstoff zur Glasherstellung war seit jeher Quarzsand. Wenn man heute entlang der Glasstraße fährt, begegnet man immer wieder auffallend schroffen weißen Felsen, die von der Verwitterung freigelegt aus der Erde ragen. Dabei handelt es sich um den bayerischen Pfahl. Eine Quarzader, die den Bayerischen Wald auf einer Länge von etwa 150 Kilometern als geologische „Störung“ durchzieht. Heute wird
hier kein Quarz mehr abgebaut, wodurch die natürliche Schönheit der Felsformationen erhalten bleibt.

Gläserne Gärten

Überhaupt lohnt es sich hin und wieder das Auto zu verlassen und sich der Natur und den gläsernen Sehenswürdigkeiten zu widmen, oder sich einfach in einem der zahlreichen Glasgärten zu entspannen, zu erholen oder inspirieren zu lassen. Dazu eignen sich zum Beispiel der Glasgarten auf der großzügigen Außenanlage der Glasbläserei Schmid in Lindberg bei Zwiesel oder der Garten des Glasermeisters Peter Poczewski in Zwiesel mit mannshohen Glasskulpturen zwischen Obstbäumen und Beerensträuchern. Wer die Palette noch um den Bereich Spiritualität erweitern will, ist im Klostergarten der Abtei Waldsassen mit seinen Glasinstallationen gut aufgehoben. In Arrach wurde ganz aktuell das Projekt Natur-Art-Parks eingeweiht. Dabei handelt es sich um einen Rundweg, der die Themen Natur, Kunst und Handwerk zum Inhalt hat. Hier findet das Material Glas als Kunst und als Ausstattung Verwendung. Bereits vor einem Jahr eröffnet wurden die Gläsernen Gärten in Frauenau. In direkter Nachbarschaft zum Glasmuseum und zu den alt eingesessenen Glashütten Eisch und Poschinger entstand eine Gartenlandschaft mit Kunst-Skulpturen aus Glas von 20 national und international bekannten Glaskünstlern. Vorbild für diese Anlage sind übrigens Monets Gärten in Giverny.

Ausflug ins Glasparadies

Die Glasstraße führt dann früher oder später unweigerlich um den König des Bayerischen Waldes, den Großen Arber, herum. Auf dem Weg dorthin bietet sich ein Zwischenstopp bei der sogenannten „Hindenburgkanzel“ an, einem eindrucksvollen Überbleibsel vom Bau der direkt daran vorbeiführenden Straße, umden fabelhaften Blick über den Lamer Winkel zu genießen. Auf der anderen Seite des Arbers liegt der Glasstraßenort Bodenmais mit dem Joska Glasparadies. Seit nunmehr 50 Jahren baut das Unternehmen auf Glas und weiß seine Besucher über längere Zeit zu faszinieren. Glasbläser, Schleifer, Graveure, Maler
inspirieren zu eigenen Taten. Jeder Gast kann sein handwerkliches Geschick unter Beweis stellen. Die Vielfalt und Exklusivität des Angebots bei Joska wird gekrönt durch günstige Preise im Werksverkauf, den übrigens auch viele andere Glashütten in ihren Fertigungsstättenanbieten. Oft lassen sich hier echte Schnäppchen machen! Nur ein paar Orte weiter empfiehlt sich in Arnbruck noch ein Abstecher zum Weinfurtner Glasdorf.

Fotos: Tourismusverband Ostbayern e.V., Tourismus Ostbayern/Gerhard Eisenschink, Pixelio/Jörg Siebauer

Information:
Tourismusverband Ostbayern Im Gewerbepark D04
D-93059 Regensburg
Tel. 0800 / 12 12 111
www.dieglasstrasse.de
www.ostbayern-tourismus.de

Urlaub an der Glasstrasse

  • Die Glasstraße in Ostbayern, eine der schönsten Ferienstraßen Deutschlands, ist über die Autobahnen A3, A6, A92 und A93 bequem zu erreichen. Sie führt von Neustadt an der Waldnaab quer durch den Oberpfälzer Wald und den Bayerischen Wald bis in die Dreiflüssestadt Passau. Vorbei an eindrucksvollen Landschaften wird die über 700-jährige Tradition dieser Region in der Glasherstellung und Glaskunst lebendig.
    Die Ferienstraße ist nicht nur für Glas-Liebhaber interessant, sondern auch für Erholungssuchende aller Art: Berühmte Wanderwege wie der Goldsteig, erstklassige Wellness-Hotels, beeindruckende Naturerlebnisse, großartige Feste und Veranstaltungen sowie zahlreiche Einkaufsmöglichkeiten machen die Glasstraße im Bayerischen und im Oberpfälzer Wald zu einer vielseitigen und abwechslungsreichen Urlaubsdestination.
  • Informationen:
    Tourismusverband Ostbayern
    Tel. +49 941 58 53 90
    www.dieglasstrasse.de
    www.ostbayern-tourismus.de

Der „Weitblicker“ von Carmelo Lopez sitzt in den Gläsernen Gärten von Frauenau.

Glaskunst im Kristallgarten: Joska – das Glasparadies in Bodenmais.

Toller Aussichtspunkt: Am Gipfel des Großen Arber steht man auf dem „Richard- Wagner-Kopf“.

Paradies für Wanderer: die Wildbachklamm „Buchberger Leite“ im Nationalpark Ferienland.