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Tourenberichte

Wasserleuchten zurück

Im Salzburger Land hat die Natur in jahrtausendelanger Arbeit Berge aufgetürmt und Wälder und Wiesen angelegt. Flüsse, Eishöhlen, Klammen und Wasserfälle sind in einer faszinierenden Bergwelt zu entdecken.

Smaragdgrün schimmern die Bergseen, Wasserfälle stürzen tosend ins Tal, Wiesen sind mit unzähligen Blumen übersät. So präsentiert sich der Nationalpark Hohe Tauern. Mit einer Fläche von rund 1.800 Quadratkilometern ist er der größte Nationalpark Mitteleuropas. Österreichs höchster Berg, der Großglockner (3.798 Meter), und der vierthöchste Gipfel, der Großvenediger etwas weiter westlich, erheben sich über 302 Dreitausender und 246 Gletscher. Sechs Monate im Jahr regiert hier der Winter. Doch jetzt im Sommer präsentiert sich die Natur in ihrer ganzen Schönheit.

Wer sie erleben will, kann sich von Salzburg aus entlang der Salzach auf den Weg in die Hohen Tauern machen. Der Fluss hat über mehrere Jahrhunderte Salzschiffe getragen und so Wohlstand und Reichtum gebracht. 35 Kilometer südlich von Salzburg durchbricht er bei Golling am Pass Lueg die nördlichen Kalkhochalpen. Danach durchfließt er das Pongauer Talbecken, über dem auf einem Felskegel die Burg Hohenwerfen thront, die kleine Schwester der Festung Hohensalzburg. Die mächtigen Züge des Tennen- und Hagengebirges umrahmen das Bollwerk. Am schnellsten ist man über die Tauernautobahn A10 in Werfen. Romantischer fährt es sich ab Golling auf der Bundesstraße 159 durch das enge Salzachtal. Erzbischof Gebhard von Salzburg ließ im 11. Jahrhundert hier eine Trutzburg errichten. Einst zum Schutz des Fürsterzbistums erbaut, von aufständischen Bauern im 16. Jahrhundert belagert, ab 1833 von Erzbischöfen als Jagdsitz genutzt, streifen heute Besucher durch die historischen Gänge. Ein mittelalterlich gewandeter Führer begleitet sie durch die Räume und zum Glockenturm mit dem „Burgahnl“. Die mehr als 4.000 Kilogramm schwere Glocke aus dem 16. Jahrhundert wird heute noch an hohen Festtagen geläutet. Von der Burgkapelle geht es über die „Finstere Stiege“ in die Pechküche, wo die Burgbewohner einst heißes Harz rührten, mit dem sie Angreifer in die Flucht schlugen. Welche Waffen außerdem der Verteidigung dienten, ist im historischen Zeughaus in der Ausstellung „Vom Haudegen zum Schießprügel“ zu sehen. In der historischen Burgschenke können sich die Besucher später beim Ritterschmaus stärken.

Dass die Festung als Jagdschloss diente, daran erinnert heute die Falknerei. Neben dem historischen Landesfalkenhof beherbergt die Burg Österreichs erstes Falknereimuseum (im runden Wallerturm) mit einem Greifvogel-Lehrpfad. Heimische Greifvögel wie Seeadler, Kaiseradler, Falken und Gänsegeier sind zu bewundern. In Werfen lohnt ein Abstecher in die Eisriesenwelt. Hoch oben über dem Ort liegt der Eingang zur 42 Kilometer langen und damit größten erforschten Eishöhle der Welt. Der Salzburger Naturforscher Anton Posselt hat die bizarre Welt aus Kälte und Eis 1879 entdeckt. Das Naturdenkmal ist über eine fünf Kilometer lange Bergstraße und eine anschließende Fahrt mit der Seilbahn erreichbar.

Von Werfen geht es flussaufwärts entlang der Salzach: Die Bundesstraße 159 führt nach Bischofshofen, wo es über die Bundesstraße 311 nach St. Johann geht. Von hier ist über die Alpendorfstraße (L109) die imposante Liechtensteinklamm zu erreichen. In der fast 300 Meter tiefen Schlucht sprudelt, schäumt und brodelt die Großarler Ache, ein Nebenfluss der Salzach. Moosbewachsene Steine leuchten in sattem Grün, das Sonnenlicht verwandelt feinen Wasserstaub in unzählige Regenbögen. Die Felsen stehen so eng und hoch, dass der Himmel oft nur als schmaler Streifen zu sehen ist. Licht und Schatten spielen geisterhaft in der Tiefe und Enge der Schlucht. Benannt ist sie nach dem Fürsten Johann II. von und zu Liechtenstein, der im nahen Großarl sein Jagdrevier hatte. Dank seiner Spende von 600 Gulden wurden im Jahre 1875 Brücken und Stege erbaut und somit das Naturschauspiel zugänglich.

Kurvenreich übers Dach der Hohen Tauern

Zurück nach St. Johann, der Bundesstraße 311 und dem Lauf der Salzach. An Schwarzach vorbei verläuft die Straße mal rechts und mal links des Flusses entlang nach Bruck. Hier, südlich des Zeller Sees in rund 750 Metern Höhe, kommen Cabrio-Fahrer voll auf ihre Kosten: Die Großglockner Hochalpenstraße führt kurvenreich über das Dach der Hohen Tauern in 2.504 Meter Höhe bis zum Fuß des Großglockners. Eine Gebirgswelt mit blühenden Almwiesen, duftenden Bergwäldern,
mächtigen Felsen und ewigem Eis wartet. Wer von Heiligenblut, dem Endpunkt der Großglockner Hochalpenstraße, nicht denselben Weg zurück zur Salzach nehmen will, dreht eine etwa 105 Kilometer lange Runde über Lienz und Matrei in Osttirol nach Mittersill. 30 Kilometer kürzer ist der Weg zurück nach Bruck und dann auf der Bundesstraße 165 nach Mittersill. Hier lernen die Besucher im Nationalparkzentrum die Hohen Tauern verstehen. Sie sehen Großglockner und Großvenediger aus Adler-Perspektive, besuchen Murmeltiere in ihrem (begehbaren) Bau, verfolgen die Entstehung der Alpen im 3-D-Film und erleben Naturgewalten im Lawinen-Wasserfall-Dom.

Nur wenige Kilometer entfernt sind die Wassergewalten live zu spüren. Auf der Bundesstraße 165 geht es von Mittersill nach Krimml zu den höchsten Wasserfällen Mitteleuropas. Aus 380 Metern stürzt das Gebirgswasser der Krimmler Ache in drei Stufen ins Tal. Ein vier Kilometer langer Weg führt ganz nah an das Naturschauspiel heran. In 10 bis 15 Minuten erreicht man zu Fuß vom Parkplatz den untersten Wasserfall. Von dort schlängelt sich der Weg in Serpentinen zum obersten Wasserfall (Gehzeit: etwa eineinviertel Stunde) und weiter in das Krimmler Achental.

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