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Tourenberichte

Sonnenschein inklusive zurück

Algund ist der ideale Treffpunkt für alle, die den Frühling nicht abwarten können. Alpiner Charme verbindet sich hier mit mediterranem Flair. Spätestens nach dem ersten Espresso auf der Piazza holen die Cabrio-Fahrer ihre Autos aus der Hotelgarage und gehen auf Tour.

Wie Zugvögel treibt es Cabrio-Fahrer bei Fröstelgraden nach Süden in wärmere Gefilde. Die Sonne ist ihre Nahrung, das Blütenmeer ihr Nistplatz. Jenseits der Alpen, eingebettet zwischen Apfel- und Weingärten und verwöhnt von mildem Klima, ist zum Beispiel Algund wie geschaffen für das Lebensgefühl Cabrio. 300 Sonnentage im Jahr und die höchsten Temperaturen der Gegend haben dem Gartendorf das Prädikat "Outdoor-Paradies" eingebracht. Bereits im März beginnt hier der Frühling mit einem farbenfreudigen Blütenteppich: Die ersten Mandelbäume, Kirschen, leuchtend gelben Forsythien und Tulpen blühen. Ab April zeigen sich die Obstbäume in voller rosaroter und schneeweißer Pracht. Schließlich ist der Obstanbau der wichtigste Wirtschaftszweig Algunds und wird voller Stolz seit Generationen gepflegt.

Spätestens jetzt laden die warmen Sonnenstrahlen zur Fahrt ins Blaue ein. Hier, direkt vor der Kurstadt Meran, ist der Weg noch das Ziel, hier kann man sich bei offenem Verdeck treiben lassen zwischen Palmen und Bergen, Zypressen, Feigen- und Mandelbäumen, zwischen alpinem Charme und mediterranem Flair. Herrliche Berg- und Passstraßen sind zu befahren, vorbei an smaragdgrünen Bergseen, durch Wälder und Täler zu urigen Weinhöfen und kulinarischen Entdeckungen. Auf den Berghütten, Buschenschenken, Gasthöfen und Restaurants werden neben rustikalen Südtiroler Schmankerln auch rafinierte Gerichte aus der italienischen Küche serviert. Kein Wunder, dass die Cabrio-Treffen des Tourismusverbandes längst Kult sind. Routenplanung und Fahrtenbriefing für zehn Touren sind jeden Vormittag im Tourismusbüro erhältlich. Jeden Donnerstag findet zudem ein Gemeinschaftsausflug statt.

Vor den Toren Merans ist der Weg noch das Ziel

Also: Kopftuch oder Lederkap-pe und Sonnenbrille auf und ab geht die Post… Vorbei an der angrenzenden Kurstadt Meran mit ihren malerischen Lauben, mondänen Jugendstil-Bauten und Promenaden, den Gärten von Schloss Trauttmansdorff, querfeldein durch die blühenden Obstwiesen über die Landstraße nach Lana, wo es sich allemal lohnt, einen kurzen ersten Halt zu machen und den bekannten Schnatterpeck-Altar zu besichtigen. Der schwäbische Bildhauer Hans Schnatterpeck hat in der Pfarrkirche von Niederlana ein prächtiges, aus Kastanienholz geschnitztes und aufwendig vergol-detes Altarwerk geschaffen, das mit über 14 Meter Höhe und sieben Meter Breite als der größte Flügelaltar des gesamten Alpenraumes gilt.

Von Lana nehmen passionierte Cabrio-Fahrer die Gampenpass-Straße mit Postkartenblick ins Etschtal, wo der Kirchenhügel und die Kirche von St. Hippolyt in Tisens zu einem Fotostopp einladen.

Der Fußmarsch durch das enge Mühlental ist ein Muss

Auf rund 1.000 Meter Höhe erreichen sie das zauberhafte Bergdorf Fondo, den Hauptort des oberen Nonstales, das bereits im Trentino liegt. Der nahe Smeraldo-See, ein künstlicher Badesee, fügt sich perfekt in die alpine Umwelt, bietet auf einem kleinen Strand Platz zum Sonnen und ist mit dem Auto direkt erreichbar. Richtig beeindruckend ist jedoch der Fußmarsch von Fondo durch das enge Mühlental (Valle die Molini) zum Smeraldo-See. Die Klamm, bekannt auch als "Passeggiata del Burrone", hat der Rio Sass in den Fels gegraben. Der abenteuerliche Wanderweg über bequeme Stege ist auch in den Abendstunden beleuchtet. Entlang der Strecke kann man einen alten Waschplatz, die römische Brücke und die Rekonstruktion einer alten Mühle bestaunen.

Nach so viel Kultur und Natur geht es von Fondo über den Mendelpass, wo so manches Grandhotel und Sommerfrischhaus an den Glanz ver-gangener Tage erinnert, über die serpentinenreiche Passstraße wieder hinunter ins Tal bis nach Kaltern. Im Sitz der jüngst gegründeten Südtiroler Weinakademie (direkt im historischen Dorfkern) kann ein Wein-Schnupperkurs besucht werden. Auch das im Ortskern eingerichtete Südtiroler Weinmuseum birgt viel Wissenswertes rund um den Wein. Nicht nur für Weinkenner, auch für Architekten, Landschaftsplaner und eigentlich für jeden, den das Besondere interessiert, ist ein Besuch im historischen Weingut "Manincor" zu empfehlen, das seinem Namen "Hand aufs Herz" allemal gerecht wird: Gelegen in den Weinhügeln um den Kalterer See mit Blick auf die Leuchtenburg und das Südtiroler Unterland, werden hier Weinverkostungen und Führungen durch den modernen Weinkeller, der direkt in den Weinberg gebaut wurde, angeboten. Hier treffen Tradition und Zeitgeist stimmig aufeinander. Von hier führt die Route über die Weinstraße und Eppan, Terlan, Lana, Tscherms und Marling zurück nach Algund, wo nicht nur eine Reihe von guten Wirtshäusern mit einladenden Speisekarten wartet.

Als Dorf ist Algund selbst einen Ausflug wert

Mit der modernen neuen Pfarrkirche bietet das Dorf auch eine gefeierte Architektur-Attraktion. Wer die frische Bergluft sucht: Mit dem Sessellift Vellau und dem Korblift Leiter Alm geht es in die luftigen Höhen des Naturparks Texelgruppe, wo die schönsten Bergseen Südtirols liegen. Hier bietet sich auch ein idealer Einstieg in den Meraner Höhenweg, der mit seinen 80 Kilometern Länge zu den eindrucksvollsten Rundwegen der Alpen zählt.

Text | Beatrix Unterhofer

Blütezeit: Bereits im April zeigt sich das Obstland Südtirol in voller Blüte. Im Bild: die Plarser St.-Ulrich-Kirche.

Badezeit: Der Kalterersee ist der wärmste See der Alpen.