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Tourenberichte

Von wegen Winterschlaf zurück

Entlang der Glasstraße laden nicht nur unzählige Glashütten, Glasgalerien und -museen sowie ein Glashotel in ihr märchenhaftes Reich. Auch die Open-Air-Winterfreuden kommen in dem tief verschneiten Waldgebirge nicht zu kurz.

Schneebedeckte Wälder und Berge so weit das Auge reicht. Der Winter beschert der Glasstraßenregion einen Zauber mehr und lässt den Bayerischen Wald und den Oberpfälzer Wald in funkelndem Weiß glänzen. Doch von Winterschlaf kann hier keine Rede sein. Entlang der Glasstraße von Neustadt an der Waldnaab im Nordwesten bis Passau im Südosten wird für jeden etwas geboten. Entspannt genießen, aktiv auf Schneeschuhen die unberührte Natur erkunden, schaurig-schönen Bräuchen beiwohnen oder Spitzensportler beim Weltcup anfeuern: Das sind nur einige der unzähligen Möglichkeiten, die entlang der Glasstraße erlebt werden können. Nicht zu vergessen die zahlreichen Glashütten und Galerien, welche die unterschiedlichsten Kunst- und Gebrauchsgläser im Sortiment haben. Begeben wir uns auf die Reise durch die eindrucksvollen Landschaften des größten zusammenhängenden Waldgebirges in ganz Mitteleuropa.

Inspiration und Tradition

Wer seine Gäste zu Silvester mit neuen Weingläsern oder Champagner-Kelchen aus Kristallglas bewirten will, wer Ideen für die Wohnzimmerdeko oder ein Geburtstagsgeschenk für Januarkinder sucht: Unzählige Galerien und Glashütten bieten die perfekte Inspiration. Zudem lassen sich bei der Zwiesel Kristallglas AG, Nachtmann und anderen in den Werksverkäufen so manch schöne Schnäppchen machen. Bei Glasscherben Köck in Riedlhütte kann man in launiger Atmosphäre sogar am Glasofen mitarbeiten. Eine gute Adresse ist auch immer Joska Kristall in Bodenmais. Das Unternehmen knüpft nicht nur an die jahrhundertealte Handwerkstradition des Glasmachens und Glasveredelns im Bayerischen Wald an, sondern fühlt sich auch den heimischen Bräuchen eng verbunden. So lädt es alljährlich Ende Dezember zum großen Perchtentreffen mit schaurig-schönen Masken und Sagengestalten ein.

Dämonen und Waldgeister

Wer diese Wintergestalten in "freier Wildbahn" erleben möchte, dem seien die Rauhnächte vom 21. Dezember bis zum 6. Januar ans Herz gelegt, denn zwischen den Jahren, so heißt es, toben sich die Dämonen aus. Als so genannte Rauhwuggerl, Hobangoaß, Drud oder bluadiger Dammerl treiben die Perchten nicht nur in den Geschichten ihr Unwesen, sondern tanzen auch als echte Schreckgestalten mit handgeschnitzten Masken wild um Lagerfeuer und durch die Straßen. Was früher den Menschen weit mehr als nur Gänsehaut verursacht hat, ist auch heute noch ein wunderbares, gruseliges Vergnügen. Zu erleben gibt es dieses Spektakel etwa in Lam, Neukirchen, St. Englmar, Waldkirchen oder Neureichenau. In manchen Orten dagegen werden die Rauhnächte erst später, in der Faschingszeit abgehalten. So treffen sich bei der Frauenauer Rauhnacht die Perchten und Waldgeister, der Tod und der Teufel, die gespenstischen Tiere des Waldes, der Waldschrat, verwunschene Burgfräuleins oder gar schreckliche Männer ohne Köpfe am Faschingssamstag zu ihrem großen Umtrieb.

Schlittenhunde und Skidamen

Von Tradition geprägt sind auch die sportlichen Veranstaltungen entlang der Glasstraße zur Winterzeit. So findet jedes Jahr in Haidmühle im Dreiländereck Bayern-Böhmen-Österreich ein internationales Schlittenhunderennen statt. Mit etwa 120 Gespannen aus nahezu ganz Europa gehört es zu den größten Veranstaltungen in dieser Sportart. Ab Mitte Dezember stehen den Schlittenhundeführern, den Mushern, und ihren Tieren zwei Trainingsstrecken zur Verfügung, um sich für den Wettkampf am 20. und 21. Februar fit zu machen. Wirklich fit sein müssen auch die Damen, die am alpinen FIS Ski-Weltcup Arber-Zwiesel teilnehmen. Am 4. und 5. Februar beweisen sie in den Disziplinen Slalom und Riesenslalom ihr Können und geben einen Vorgeschmack auf die alpine Skiweltmeisterschaft der folgenden Woche. Der neu gestaltete Zieleinlauf am Großen Arber verspricht ein fast hautnahes Miterleben, und somit ist ein spannendes Mitfiebern mit den Sportlerinnen garantiert. Ein weiteres überregionales Sportereignis an der Glasstraße bildet das Saisonfinale der Skilangläufer in Mitteleuropa, die Skimarathon Europameisterschaften am 19. und 20. März. Beim so genannten Skadi Loppet in Bodenmais, einem der schwierigsten Skimarathonrennen in Europa, werden in verschiedenen Kategorien bis zu 42 km gelaufen, 823 Höhenmeter Steigung überwunden und über 2.000 Teilnehmer erwartet.

Pokale und Siegertypen

Auf die Sieger warten nicht selten Pokale von Joska Bodenmais. Der Weltmarktführer für Kristallpokale und Pokale aus Glas entwickelt mit 200 Mitarbeitern ständig neue Kunstwerke aus Kristall und Glas und fertigt jeden Pokal und jede Trophäe in Bodenmais an der Glasstraße. So ist es wahrscheinlich, dass dem einen oder anderen Sportler aus dem Bayerischen oder Oberpfälzer Wald auch bei einem überregionalen Wettkampf eine Trophäe, hergestellt an der Glasstraße, überreicht wurde. Zu den Sportgrößen der Region gehört der Skispringer Michael Uhrmann. Seit 1989 in diesem Sport aktiv hat es der im Landkreis Passau Geborene schon zu diversen Titeln gebracht. Im Oberpfälzer Wald zu Hause ist der vielfache Paralympics-Goldmedaillengewinner und mehrfache Weltmeister in diversen alpinen Skidisziplinen Gerd Schönfelder. Ab 16. Januar ist er wieder bei der Weltmeisterschaft in Sestriere zu sehen. Aber auch Namen wie Monika Bergmann, Josef Wenzl oder Alois Vogl sind mit der Glasstraße durch ihre Wohn- und Geburtsorte verbunden.

Loipen und Schneeschuhspuren

Wer nicht nur anderen beim Sportmachen zusehen will, sondern auch einmal gerne selbst die weiße Pracht zu seinem Vergnügen nutzt, dem stehen attraktive Möglichkeiten zur Verfügung. In nahezu jeder Gemeinde entlang der Glasstraße im Bayerischen und Oberpfälzer Wald werden bei ausreichender Schneelage Loipen für die verschiedenen Ansprüche gespurt. Auf ganzen 150 km verbindet die einheitlich beschilderte Bayerwaldloipe, vorbei an Osser, Arber und dem Nationalpark Bayerischer Wald, die Glasstraßenorte Lohberg, Zwiesel, Frauenau, Spiegelau, St. Oswald-Riedlhütte, Hohenau und Philippsreut mit Neureichenau. Wenn es die Temperatur erlaubt, werden in vielen Orten Seen so präpariert, dass Eisstockschießen oder Schlittschuhlaufen in freier Natur möglich ist. Gerne durchgeführt werden auch Wanderungen in der verschneiten Winterwaldwelt. Ob auf speziell hergerichteten Wanderwegen oder auf Schneeschuhen wandelnd über Tiefschnee, die eindrucksvolle Landschaft verzaubert einfach jedermann.

Skiflieger und Pferdeschlitten

Eine neue Attraktivität, und zwar die größte ihrer Art in Deutschland, befindet sich in der Nähe von Neukirchen beim Heiligen Blut. Auf dem Berg Hoher Bogen wurde eine Skisprunganlage installiert, die einem erlaubt, das Gefühl eines 150 m langen Skifluges zu erleben. Nach einer Einweisung bekommt man original Sprungskier angeschnallt und legt dann die Flugstrecke, natürlich gut gesichert, in 12 bis 15 Sekunden zurück.

Selbstredend gibt es an der Glasstraße mit ihrer Mittelgebirgslandschaft auch diverse Rodelhänge und ebenso einige Skilifte für alpine Skifahrer. Mancherorts wird in den Abendstunden auch Flutlichtfahren angeboten, um sich zum Tagesausklang noch einmal richtig zu fordern. Ist einem gerade nicht selbst nach Bewegung, kann man auch bei einer Pferdeschlittenfahrt die Gegend erkunden. Dies ist unter anderem in Schönsee oder Eschlkam möglich. Unterwegs, oder wieder auf dem Boden angekommen, laden die Hütten und Gasthäuser an den Skipisten und Wanderwegen zum Aufwärmen ein.

Badespaß und Kunstgenuss

Aber nicht alles ist nur in freier Natur geboten. Die Orte entlang der Glasstraße besitzen jede Menge Freizeitmöglichkeiten in Sachen Sport, Erholung, Kultur, Einkaufen und mehr. Für erstere sorgen etwa die zahlreichen Hallen- und Erlebnisbäder wie das Kurfürstenbad Amberg, das Erlebnisbad Aquafit in Waldmünchen oder der Karoli Badepark in Waldkirchen mit angeschlossenen Wellness- und Saunabereichen. Den kulturellen Aspekt übernehmen unter anderem die vielen Museen, die dem Besucher unterschiedliche Ausstellungen präsentieren. Selbstverständlich ist das Thema Glas hier stark vertreten wie im Museum Mitterteich (Porzellan, Glas, Handwerk) oder im Glasmuseum Passau, das einen umfassenden Überblick über das Europäische Glas von 1650 bis 1950 gewährt. In Weißenstein bei Regen wachsen neben der Burgruine Weißenstein gläserne Bäume. Auf einer Fläche von 2.000 m2 direkt auf dem Bayerischen Pfahl wird der typische Bayerwald in seiner Urform als Mischwald in Glas präsentiert. Bis zu 4,50 Meter hohe Tannen aus leicht grün schimmerndem Flachglas gesellen sich zu Rotbuche, Espe, Fichte und mehr.

Eine weitere gläserne Attraktion wurde vor kurzem neben dem Glasmuseum Frauenau eröffnet, die Gläsernen Gärten von Frauenau. International renommierte als auch regional prominente Glaskünstler haben hier einen Skulpturenpark mit bis dato 20 Kunstwerken entstehen lassen. Zudem verbindet dieser neue Park das Glasmuseum mit den beiden weltweit bekannten und exportierenden Glashütten Eisch und Freiherr von Poschinger bei denen sich vor Ort die edlen Gläser zu teils exklusiven Preisen erwerben lassen.

Gaumenfreuden und augenschmaus

Edle Gläser bereits ihrer Bestimmung zugeführt findet man auf den stilvoll gedeckten Tafeln der Gastgeber und Wirte an der Glasstraße. Spitzenköche verwöhnen den Gaumen und erstklassige Unterkünfte laden zum Erholen und Entspannen ein. So wird man etwa im Glashotel in Zwiesel bestens versorgt und mit Massagen und Kosmetikanwendungen verwöhnt. Das Landhotel Birkenhof in Neunburg vorm Wald wartet mit einem attraktiven Spa-Bereich und einer Gourmet Sterneküche auf, bei der die Gäste mit immer neuen Kompositionen begeistert werden.

In Weiden in der Oberpfalz bietet das Altstadthotel Bräu Wirt großzügige Gästezimmer mit bestem Komfort. Das angeschlossene Restaurant verköstigt exzellent auf Bayerische Art und schenkt dazu noch selbstgebrautes, von der DLG prämiertes Zoiglbier aus.

Der Angerhof in St. Englmar bietet seinen Gästen außergewöhnlichen Wellnessurlaub und mit dem Panoramarestaurant einen grandiosen Blick über den Bayerischen Wald und darüber hinaus. Und nach so einem ausgefüllten Winterprogramm darf getrost wieder der Frühling in die Glasstraßenregion einziehen.

Mehr als Glas – So schön ist die Glasstraße

  • Die Glasstraße in Ostbayern, eine der schönsten Ferienstraßen Deutschlands, ist über die Autobahnen A3, A6, A92 und A93 bequem zu erreichen. Sie führt von Neustadt an der Waldnaab – dem Bleikristallzentrum Europas – quer durch den Oberpfälzer und Bayerischen Wald bis nach Passau, wo es im Glasmuseum mehr als 30.000 Gläser aus allen Epochen zu bewundern gibt.

    Vorbei an eindrucksvollen Landschaften wird die über 700-jährige Tradition dieser Region in der Glasherstellung und Glaskunst lebendig.

    Die Glasstraße, eröffnet 1997 von Altkanzler Helmut Kohl, ist nicht nur für Glas-Liebhaber interessant, sondern auch für Erholungsuchende aller Art: Berühmte Wanderwege (z. B. Goldsteig), so gut wie alle Wintersportmöglichkeiten inklusive Skispringen, erstklassige Wellnesshotels, beeindruckende Naturerlebnisse (etwa im Nationalpark Bayerischer Wald), großartige Feste und Veranstaltungen und zahlreiche Einkaufsmöglichkeiten machen die Glasstraße zu einer vielseitigen und abwechslungsreichen Destination.

    Information:
    Tourismusverband Ostbayern Im Gewerbepark D04
    D-93059 Regensburg
    Tel. 0800 / 12 12 111
    www.dieglasstrasse.de
    www.ostbayern-tourismus.de

Reise zu funkelden Kristallen und Waldfeen

  • Die Glasstraße führt 250 km quer durch den Oberpfälzer und Bayerischen Wald.

Idyllisch: Schneeschuhwanderung in Freyung.

Beliebt: Eisstockschießen im Landkreis Straubing-Bogen.