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Genuss

Bienvenue chez les ch’tis zurück

Die Region Nord-Pas-de-Calais wurde in Deutschland insbesondere durch den französischen Film „Willkommen bei den Sch‘tis“ bekannt und ist als nahes Reiseziel immer beliebter geworden. Lille, europäische Kulturhauptstadt 2004, die Opalküste mit ihren Strandseglern, eine leckere Gastronomie und zahlreiche originelle Feste laden zum Kurzurlaub ein.

Eine Tour in Nordfrankreich ist leicht zu organisieren. Sei es mit dem Auto, mit dem Bus, mit dem Zug oder mit dem Flug. Innerhalb von 3,5 Stunden, aus Köln kommend, ist man bereits in Lille. Von Lille bis an die Opalküste – mit ihrer kilometerlangen Küste, den breiten Stränden aus feinem Sand und naturgeschützten Dünenlandschaften - fährt man mit dem Cabrio zirka 1,5 Stunden. Die Region Nord-Pas-de-Calais allein verzeichnet jährlich neun Millionen Touristen. Sie bietet eine breite Auswahl an Hotels, schöne Ferienhäuser oder Ferienzimmer mit Charme auf dem Lande. Beliebt sind auch die Bauernhöfe „Ferme-Auberge“, in denen die Gäste regionale Spezialitäten aus eigener Herstellung kosten können. Nord-Pas-de-Calais ist zweifellos eine Region für Feinschmecker, denn wer für Meeresfrüchte schwärmt, kommt hier auf seine Kosten. Die Auswahl ist wahrlich groß: Muscheln, Schalen- und Krustentiere, Krabben und fangfrische Fischgerichte lassen Gourmet-Herzen höher schlagen. „Bon Appetit“!

Auf 100 Kilometern, 48 Stunden lang, nach Schnäppchen suchen

Die Hauptstadt Lille ist berühmt für die „Grande Braderie“, nämlich dann, wenn sich die Stadt einmal im Jahr in einen riesigen Flohmarkt verwandelt. Mit gutem Schuhwerk, Rucksack und Stadtplan ausgerüstet kann man auf einer Länge von 100 Kilometern 48 Stunden lang nach Schnäppchen oder Skurrilitäten Ausschau halten. Doch auch wer erst nach dem Ereignis Gelegenheit zu einem Besuch hat, wird nicht enttäuscht, denn die Kulturhauptstadt 2004 beeindruckt durch ihre alten flämischen Häuser und verträumten Gässchen. Und so manche Schenke lockt zu einem Besuch. Auch ein Besuch des Geburtshauses von Charles de Gaulle, der Belfried des Rathauses und das prächtigste Gebäude der Stadt, die alte Börse, sind sehenswert. In der gemütlichen Pâtisserie Meert werden seit dem 18. Jahrhundert feine Kuchen, Schokolade und die berühmten Waffeln „Les Gaufres” verkauft, die sich selbst Präsident Charles de Gaulle regelmäßig nach Paris schicken ließ.
Südlich von Lille im Provinzstädtchen Lens wurde im Dezember 2012 durch den französischen Staatspräsidenten François Hollande der Louvre-Lens eröffnet, eine Zweigstelle des Pariser Louvre mit der „Galerie der Zeit“. Das Museum befindet sich auf dem Gelände der Zeche Nr. 9, die von 1886 bis 1980 Steinkohle förderte.
Die Riesen-Familie in der Eingangshalle des Rathauses wird auf traditionellen Umzügen und Festen präsentiert. Wer es royal mag und Liebhaber alter Wagen – ob offen oder geschlossen – ist, der widmet sich der aktuellen Ausstellung „Roulez Carrosses“. Die königlichen Kutschen sind eine wertvolle und seltene Leihgabe aus Paris. Auch eine Besichtigung des Kohlebeckens, welches seit 2012 UNESCO Weltkulturerbe ist, lohnt einen Besuch. Und noch ein bisschen weiter südlich gibt es im Städtchen Arras die „Géants“ zu bestaunen.

In Dünkirchen regnet es beim Karneval Heringe statt süßer Kamelle

Gleich zu Beginn des Jahres, ab Mitte Januar, schwingt König Karneval in der Region das Zepter. Im nordfranzösischen Dünkirchen dauert das Karnevalstreiben sogar bis Ende Februar. Beim Umzug der Fischerzunft, auf Flämisch „Visscherbande“ genannt, regnet es übrigens echte Heringe statt süße Kamelle. So hat der „Kater“ danach nicht den Hauch einer Chance! Die charmante Altstadt mit ihren beeindruckenden Jugendstil-Gebäuden und dem Belfried, dem Wahrzeichen der Stadt, ist in ihrem Gesamtbild seit 2005 in der UNESCO-Liste zu finden. Unumgänglich ist natürlich die regionale Leibspeise der Region: Muscheln mit Pommes Frites, welche frisch am Strand gegessen werden, begleitet von einem „Ch’ti“ der Brauerei Castelain. An den Stränden der Opalküste zwischen Dünkirchen und Berck-sur-Mer gibt es ein vielfältiges Freizeitangebot. Bei schönem Wetter glänzt der Ärmelkanal tatächlich wie ein Opal. Dort, wo das Wasser seine Gewalt demonstriert, kann man ein wahres Naturschauspiel beobachten. Die 140 Kilometer lange Küste charakterisieren breite Strände aus feinem Sand mit dahinterliegenden, geschützten Dünenlandschaften; und dazwischen immer wieder attraktive Badeorte mit eleganten Belle-Epoque-Villen und einladenden Strandpromenaden. Von den vom Meer umtosten Steilküsten am Cap Gris Nez und Cap Blanc Nez kann man bei gutem Wetter die englische Kanalküste sehen. Wind, Welle und viel Sand bieten ideale Bedingungen zum Speed- und Strandsegeln, zum Drachensteigen, zum Kajak- und Funboardfahren, zum Segeln und vielen anderen sportlichen Aktivitäten. Der kleine Badeort Le Touquet wird wegen seiner Nähe zur Hauptstadt auch Paris-Plage genannt, denn von dort aus dauert es nur eine knappe Stunde mit dem Auto bis zur Opalküste. Le Touquet verdankt seinen Ruf als sogenanntes „Juwel der Opalküste“ aber auch den zahlreichen Cafés, Strandrestaurants, eleganten Boutiquen und nicht zuletzt der Spielbank. Da bei Ebbe der Sandstrand der Opalküste Hunderte von Metern breit wird, hat sich hier das Strandsegeln zu den beliebtesten Freizeitaktivitäten entwickelt. Es finden zahlreiche Wettkämpfe statt. Das große Vorbild an der Opalküste ist der Weltmeister Bertrand Lambert, der in einem Wettkampf als erster mit einer Geschwindigkeit von 150 Stundenkilometern über die Sandpisten raste. Dieses Tempo schaffen zwar nur die Profis, aber auch Amateure erreichen meist ein Drittel dieser Geschwindigkeit.

Fotos: Sabine Schickel

Bei einem Bummel durch die Gässchen von Lille sollte man unbedingt einige der vielen lokalen Köstlichkeiten probieren: ein frisch-gezapftes kühles Ch'ti oder das Eis der Pâtisserie Meert.

Natürlich ist auch in Nordfrankreich das Thema Wein omnipräsent. Für Liebhaber edler Tropfen gibt es viele Einkaufsmöglichkeiten.

In der Pâtisserie Meert werden bereits seit dem 18. Jahrhundert Kuchen, feine Schokoladen und die berühmten „Les Gaufres“ hergestellt und verkauft.

Termine 2013

  • [9. und 10.11.2013 ]
    Sechs-Stunden-Strandsegeln in Berck-sur-Mer
    Im Jahre 1966 „erfanden“ die Gründer des Eole Clubs das erste Ausdauer-Wettrennen im Strandsegeln. Die 18-Quadratmeter-Segel gehören heute zur Geschichte.
  • [9. und 10.11.2013 ]
    Heringsfest in Etaples-sur-Mer
    Genauso pünktlich wie der Beaujolais Nouveau kommen jedes Jahr die Heringe an, was ausgiebig gefeiert wird. Und feiern können die Nordfranzosen – das steht fest!
  • [20.11. bis 30.12.2013]
    Weihnachtsmarkt in Lille
    Der ideale Ort um die erstaunliche Mischung zwischen traditionellem (deutschen) Weihnachtsmarkt und den typischen französischen Spezialitäten zu entdecken, ist der Weihnachtsmarkt von Lille, einer der schönsten in Europa.
  • [7. und 8.12.2013]
    Kunsttrödelmarkt in Roubaix
    Der Kunsttrödelmarkt empfängt seit 1991 jedes Jahr im Dezember zirka 100 europäische Künstler: Maler, Bildhauer, Designer, Mode- designer, ... Das Konzept dieses Marktes ist originell. Die Künstler haben nämlich nur 24 Stunden Zeit um die Objekte unseres Alltags in richtige Kunstwerke umzubauen.

Movie Willkommen Bei den Sch’tis

  • Die Filmkomödie „Willkommen bei den Sch’tis“ (Bienvenue chez les Ch’tis) aus dem Jahr 2008 war mit über 20 Millionen Kinobesuchern der bislang erfolgreichste französische Film in Frankreich. Die titelgebenden „Sch'tis“ sind Sprecher eines besonderen Dialekts innerhalb der nord-französischen (pikardischen) Sprache. Ein Filialleiter der Post aus Südfrankreich, der strafweise in die nördliche Region Nord-Pas-de-Calais versetzt wird und der wie viele anderen Südfranzosen, zunächst Vorurteile über den Norden und dessen Bewohner hegt, beginnt sich langsam zu akklimatisieren. Übrigens, auch in Deutschland sahen 2,3 Millionen Kinobesucher diese wunderbare KomÖdie. Bei der deutschen Synchronisation wurde ür die „Sch’tis“ sogar eigens ein fiktiver Dialekt erfunden.