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Genuss

Eintauchen ins Blütenmeer zurück

Wenn die Tage wieder länger werden, spielen nicht nur die Hormone der Menschen verrückt. Auch die Pferde unter der Motorhaube des Cabrios lechzen danach, wieder losgaloppieren zu können. Der ideale Standort für die ersten Ausfahrten im Jahr: Hotel Castel im Meraner Land, wo Apfelblüten und milde Temperaturen die Offenfahrer begrüßen.

Dank des milden Klimas öffnen sich im Meraner Land bereits Mitte März die ers- ten Kirsch- und Apfelknospen. Millionen von Blüten verwandeln den größten Obstgarten Europas in einen weiß-rosa Teppich, während die Bergspitzen der Texelgruppe noch Schneehauben tragen. Für Cabrio-Freunde aus Deutschland, wo die Straßen vielleicht noch mit den letzten Eisresten kämpfen, gibt es dann nur eines: Verdeck öffnen und, während die Sonne das Gesicht wärmt, das Erwachen des Frühlings genießen.

Einen traumhaften Blick über das herrlich duftende Cabrio-Revier hat man von allen Zimmerbalkonen und Terrassen des Fünf- Sterne-Hotels Castel in Dorf Tirol. In dem vollständig nach Süden ausgerichteten Haus liegt dem Gast die Welt buchstäblich zu Füßen. Denn das Luxusrefugium, auf Platz 12 der weltbesten Hideaways, schmiegt sich inmitten von Weinbergen an den „Südtiroler Sonnenbalkon“ oberhalb von Meran. Ob morgens nach dem Aufstehen, anschließend beim Frühstück auf der Restaurant-Terrasse, vormittags am Pool, nachmittags beim kurzen Snack auf der Bar-Terrasse oder beim Dinner unterm Sternenhimmel – die Vorfreude auf die Serpentinen und Talfahrten der nächsten Autotour begleiten einen stets.

Auf dem Südtiroler Sonnenbalkon liegt dem Gast die Welt zu Füßen


Das inhabergeführte Haus mit seinen 44 Suiten und Doppelzimmern ist daher ein perfekter Ausgangsort für die Erkundung der Region. Viele Genussrouten hat Hotelier Daniel Dobitsch mit Oldtimern aus der Familiensammlung selbst erkundet und in perfekt ausgearbeiteten Roadbooks für seine Gäste dokumentiert. Auf Wunsch kann gegen Aufpreis auch ein Begleitservice oder ein Oldtimer gestellt werden.

Doch was wäre ein stilvolles Cabrio-Wochenende ohne kulinarische Erlebnisse? Erst Recht in Südtirol, wo die deutsche, die italienische und die ladinische (Ess-)Kultur verschmelzen. Die eher rustikalen Spezialitäten der Alpentäler werden hier mit der Raffinesse traditioneller italienischer Küche kombiniert. Verführerisch leichte Speisen und für die Region charakteristische Weine machen Südtirol weit über die Landesgrenzen hinaus als Genussdestination berühmt. Spricht man im Hotel Castel über Genuss, spricht man auch über Gerhard Wieser, seit 20 Jahren vielfach ausgezeichneter Küchenchef des Luxusdomizils. Zwei Michelin-Sterne und drei Hauben hat er für die „Trenkerstube“ mit ihren 24 Sitzplätzen erkocht. Seinen Kochstil beschreibt er kurz und knapp als „alpin-mediterran“ (siehe Interview).

Doch der „Südtiroler aus Leidenschaft“, wie er sich selbst bezeichnet, ist für das gesamte Gastro-Angebot des Hauses verantwortlich.

Gäste dürfen dem Sternekoch gerne über die Schulter schauen

Vom Frühstück bis hin zum allabendlichen À-la-carte-Essen im klassischen Castel-Restaurant trät alles Wiesers Handschrift. Nach seiner Philosophie beginnt die Kunst des Kochens beim Einkauf, und so bestimmt das täglich frische Angebot die Speisekarte. Allerbeste Qualität ist ein Dogma in Wiesers Küche. Für ihn bleibt es eine wiederkehrende Herausforderung, den Eigengeschmack der einzelnen Produkte durch kreative Zubereitung noch zu verstärken. Für Wieser gilt die Devise: Das Erzeugen von Wohlbefinden heißt zugleich gesund kochen. So gilt seine Passion den Kräutern. Übrigens: Gäste dürfen dem Chef de Cuisine bei der Zubereitung des Abendmenüs gerne über die Schulter schauen. Dabei verrät er ihnen einige Geheimnisse, von der Kreation bis zur anregenden Präsentation.
Dass Sommelier Sascha Ziese mit Leidenschaft und Wissen dazu erlesene Weine kredenzt, versteht sich fast von selbst. Mehr als 480 Spitzenweine, mit Schwerpunkt auf italienischen Regionen, lagern im Keller des Luxusrefugiums.

Text: Carola Müller
Fotos: Hotel Castel

Sternekoch Gerhard Wieser verwöhnt die Gäte mit alpinmediterraner Küche.

Interview - Der Tüftler

  • Chefkoch Gerhard Wieser, 44, über Kochkunst und Experimentierfreude.
  • Wie sind Sie zum Kochen gekommen?
    Durch meine Mutter. Ihre „Südtiroler Schlutzer“ sind heute noch meine Lieblingsspeise.
  • Als Koch sind Sie...
    ..sicher ein Perfektionist. Fachleute nennen mich auch schon mal „Tüftler“. Ich versuche stets meinen Schaf- fenshorizont zu erweitern, ohne mich dabei zu sehr auf einen Trend, wie etwa die Molekularküche zu fixieren. Durch mein „Experimentieren“ versu- che ich auch Neues in meine Speisen zu integrieren. Dabei verfolge ich stets das Ziel, den Eigengeschmack der einzelnen Produkte zu verstärken.
  • Wie würden Sie Ihre Küche charakterisieren?
    Alpin-mediterran. Ich beziehe meine Inspirationen dabei aus den südlichen und alpinen Landesteilen, blicke aber auch mal über die Grenzen, nach Spanien, Frankreich und picke mir das Interessanteste heraus. Aber mein Fokus liegt auf Südtirol und Italien, von hier bekomme ich die frischesten und natürlichsten Grundprodukte. Erst wenn mich deren Qualität nicht mehr zufrieden stellt, greife ich auf Erzeugnisse anderer Regionen zurück. Dabei versuche ich aber immer die einzelnen Einflüsse, die Aromen und ihr Zusammenspiel durch den Einsatz moderner Techniken zu optimieren und zu verfeinern.
  • Was meinen Sie mit „modernen Techniken“?
    Ein klassisches Beispiel ist das Niedergaren, bei dem das Fleisch bei niedriger Temperatur über einen langen Zeitraum gegart wird und der Gast so ein deutlich zarteres, saftige- res und schmackhafteres Fleisch bekommt.

Im großzügigen Spa entspannt man sich nach einem Tag in den Bergen.