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Modelle / Top-Hersteller

Ein Fall für zwei zurück

Sie war die kleine Julia für den Romeo. Mit der Giulietta Spider setzte Alfa Romeo 1955 den Anfang für eine große Geschichte. Schöne schlanke Spider mit viel
Fahrspaß und zu erschwinglichen Preisen. Der Urahn aller flinken offenen Alfas wird 60.

In den frühen 1950er-Jahren war Alfa Romeo eine Marke, die für Luxuswagen stand. Teuer, schön und schnell. Doch die Zeiten waren ziemlich mager für edle Automobile. In den Nachkriegsjahren waren kleine und erschwingliche Autos gefragt. So sollte die Giulietta werden, eine kompakte Mittelklasselimousine für den sportlichen Fahrer. Zuerst kam 1954 das Coupé Sprint und 1955 schließlich neben der Limousine noch der Spider. Die filigrane Karosserie des Spider wurde von Pininfarina entworfen. Unter der Haube platzierte Alfa anspruchsvolle Technik, einen 1,3-Liter-Vierzylinder aus Aluminium mit zwei obenliegenden Nockenwellen. Zusammen mit dem Solex Doppelvergaser schaffte der neue Spider 80 PS, was ihm für damalige Gegebenheiten stolze 165 km/h Spitzengeschwindigkeit bescherte. Viel wichtiger waren aber diese Alfa-typischen Charakterzüge, die die Fans noch viele Jahre begeistern sollten. Der satte Sound, die knackige Schaltung und vor allem das betörende Design.

Unter ihrer Haube hatte die Giulietta modernste Motortechnik

Zu zweit in der Giulietta, das war und ist heute noch ein sehr intimes und pures Fahrerlebnis. Die für heutige Zeit bescheidene Innenbreite schafft eine deutliche Nähe zwischen Fahrer und Beifahrer. Das filigrane Lenkrad, die großen Rundinstrumente und der Blick auf die sanft gerundeten Kotflügel wurden wirksame Zutaten für unvergessliche Ausfahrten. Für die damaligen Verhältnisse war die Giulietta ein echtes Sportgerät und repräsentierte eine Philosophie, die später von BMW übernommen und mit nachhaltigem Erfolg umgesetzt wurde – kompakte sportliche Mittelklasse-Fahrzeuge. Bei den 80 PS sollte es bei der Giulietta nicht bleiben. Zwei Jahre nach der Premiere lancierte Alfa Romeo, zu jener Zeit ja noch ein italienischer Staatsbetrieb, die Version Veloce. Dank zweier Weber Doppelvergaser stieg die Leistung um 10 PS. Optional war auch ein Fünfgang-Getriebe erhältlich. Mit den 90 PS und dem um über zehn Prozent gestiegenen Drehmoment war der Spider Veloce nun 180 km/h schnell. Und das war eine Ansage.

Mit seinen 90 PS nahm er es auch mit dem Porsche 356 A auf

Damit konnte er es locker mit dem Porsche 356 Aaufnehmen,vondessen seltenen Carrera Versionen abgesehen. Mehr als 17.000 Giulietta Spider liefen bis 1962 vom Band. Anfangs landeten die meisten in den USA. Dort war der erfolgreiche Importeur Max Hoffman ein Förderer des offenen Alfas. Hoffman sah in den USA ein großes Potenzial für offene Sportwagen und unterstützte auch die Entwicklung des 190 und 300 SL von Mercedes-Benz. 1962 wurde die Giulietta Spider von der Giulia Spider abgelöst. Aus dem Julchen wurde die Julia. Technisch wurde der Zweisitzer tatsächlich erwachsener – mit einem 1,6-Liter-Motor und mehr Leistung. Optisch blieb der Spider jedoch bis auf dezente Retuschen gleich. Schließlich war er ja längst ein Klassiker.

Text: Georg Weindl
Fotos: www.nostalgic.de, Fiat Chrysler Automobiles N.V.

  • Technische Daten
    Alfa Romeo Giulietta Spider
  • 1955 bis 1962
  • 17.096
  • 1,3-Liter-Vierzylinder
  • 80 PS (ab 1957 90 PS)
  • 3.900 /1.580/1.260 mm
  • ca. 860 kg
  • 165 km/h (Veloce 180 km/h)

Typisch Alfa: Das klassische Alfa Logo ist zweigeteilt und bezieht sich mit dem Kreuz auf die Stadt Mailand und mit der Schlange auf das Herzogtum Mailand.

1910 Die Ursprungsform hieß noch Alfa Milano.

1925 Nun wurde daraus Alfa Romeo Milano.

1950 Nach dem Krieg verschwanden die beiden Schifferknoten.

1982 Später wurde auch die Ortsbezeichnung Milano entfernt.