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Runde Sache - NSU Wankel Spider wird 50! zurück

Jubiläum - Bei all den großen Geburtstagen in diesem Jahr mit dem Porsche 911 und der Mercedes-Benz Pagode wird ein interessanter Jubilar leicht übersehen. Vor 50 Jahren feierte der NSU Wankel Spider Premiere. Und der war immerhin das weltweit erste Serienfahrzeug

Bis 1967 wurden nur 2.375 Exemplare produziert.

Er sah gut aus, war sportlich und hatte jede Menge innovative Technik unter der Haube. Als der NSU Wankel Spider bei der Internationalen Automobilausstellung 1963 debütierte, war er ein echter Hingucker und für den bislang für seine Kleinwagen bekannten Hersteller NSU schon eine kleine Sensation. Das weltweit erste Serienfahrzeug mit einem Wankelmotor war freilich kein billiges Vergnügen. 8.500 Mark standen in der Preisliste und das waren immerhin 3.000 Mark mehr als der vergleichbare und mit konventioneller Motortechnik ausgestattete DKW F12 Roadster. Und für das Geld bekam man damals zwei Käfer. Der Einscheibenwankelmotor, bei dem die Drehscheibe Kolben und Zylinder ersetzt, war eine Innovation. Im Vergleich zu herkömmlichen Motoren waren die Wankeltriebwerke sehr laufruhig und drehfreudig.

Mit dem drehfreudigen Wankelmotor war der Spider flott unterwegs

Dank der flacheren Bauweise blieb beim Spider auch mehr Platz fürs Gepäck. Der Motor war im Heck, der Wasserkühler wurde vorne verbaut. Mit 50 PS hatte der nur 700 Kilogramm schwere NSU leichtes Spiel. Die Zeit von 14 Sekunden für den Sprint auf 100 km/h war damals schon ein stolzer Wert. Da war die Basisversion des Porsche 356 C auch nicht flotter. Optisch machte der Wankel Spider eine gute Figur. Die markante Front mit dem breiten Kühlergrill, dazu eine elegante Linie, die in dezent angedeuteten Heckflossen endet.

Mit 50 PS beschleunigte er so schnell wie der Porsche 356

Das Interieur war sportlich konventionell und ohne Schnörkel. Da war das gelochte Zweispeichen-Sportlenkrad, drei zentrale Anzeigen mit Chromrand. Direkt dahinter ragte der lange Schalthebel des Vierganggetriebes in die Höhe. Und der Spider hatte sportliche Ambitionen. Dank seiner Drehfreude – er schwang sich im Renneinsatz bis auf 11.000 Umdrehungen hoch – ließ er sich gut für den Motorsport einsetzen. 1966 wurde Siegfried Spiess mit dem Spider Zweiter bei den Bergmeisterschaften. Bergrennen waren damals ja sehr populär und weit verbreitet. 1967 und 1968 schaffte der dann schon über 100 PS starke Wankel Spider zwei Gesamtsiege bei den Bergmeisterschaften. Auch bei den Rallyemeisterschaften waren zahlreiche Spider unterwegs. Im normalen Leben war der Wankel Spider dann deutlich weniger erfolgreich. Der hohe Preis, die unsichere Technik und auch der wankeltypische hohe Verbrauch machten ihm das Leben schwer. Bis 1967 wurden nur 2.375 Exemplare produziert. Am Ende gab es ihn schon für 7.000 Mark. Heute macht das den NSU Wankel Spider zu einem seltenen und vergleichsweise teuren Oldtimer. Nur rund 150 fahrbereite Autos sind noch unterwegs, schätzt man beim deutschen Wankel Spider Club. Preise um die 25.000 bis 30.000 Euro für gute Exemplare sind durchaus marktüblich. Da ist er schon deutlich begehrter als sein Nachfolger in der Wankelhistorie. Der RO 80 startete 1967 und in den folgenden zehn Jahren kamen 37.400 Limousinen auf den Markt.

Fotos: Audi AG (2), Georg Weindl (3)
Text: Georg Weindl

Von Anfang an was der Wanker Spider im Renneinsatz.

Zweispeichen-Lenkrad und Sportarmaturen im Cockpit waren der Stil der Zeit.

Der Talbot-Spiegel war damals ein unverzichtbares Accessoire.

Klassisch-sportliche Linienführung außen und innovative Motortechnik innen.

  • Technische Daten
  • MOTOR
    Einscheiben-Kreiskolbenmotor
  • LEISTUNG
    50 PS bei 6.000 U/min
  • HUBRAUM
    0,5 l
  • DREHMOMENT
    72 PS bei 2.500 U/min
  • ANTRIEB
    Heckantrieb
  • SPRINT 0-100 KM/H
    14 sec
  • VMAX
    155 km/h
  • LÄNGE/BREITE/HÖHE
    3,58 m/1,52 m/1,26 m
  • PRODUKTION
    2.375 Autos
  • KAUFPREIS
    8.500 Mark (1964)