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Modelle / Top-Hersteller

Heavy Metal - Achtzylinder-"Schnäppchen" zurück

Hubraum ist durch nichts zu ersetzen. Auch in Zeiten sparsamer kleiner Turbodiesel haben Cabrios mit schweren Achtzylindern unter der Haube ihren besonderen Charme. Für das Cabrio-Vergnügen mit V8-Sound muss man kein Millionär sein. Das nostalgische Fahrvergnügen gibt es auch zum Preis eines neuen Kleinwagens.

CHEVROLET CAMARO

Was den Europäern Autos wie Manta, Capri oder Scirocco sind, das bedeutet den Amerikanern seit Generationen ein Ford Mustang oder Chevrolet Camaro. Großserientechnik im Gewand eines sportlichen Viersitzers. Die vierte Generation des Camaro wurde von 1993 bis 2002 gebaut und traditionsgemäß auch als Cabriolet angeboten. Das Design wirkt recht dynamisch mit einer flachen und spitz zulaufenden Motorhaube und unterscheidet sich damit von früheren, eher bulligen Versionen. Klassisch amerikanisch ist die starke Z28-Variante mit einem 275 PS starken 5,7-Liter-Achtzylinder, der auch in der Corvette zum Einsatz kam. Später wurde der Z28 bis auf über 300 PS aufgewertet. Ein Klassiker wie die erste Generation wird dieses Camaro-Modell wohl kaum werden. Aber dafür gibt es für Freunde des offenen "American Way of Driving" einen ausgesprochen günstigen Einstieg. Andererseits ist etwas Erspartes empfehlenswert, denn der Achtzylinder lässt sich den Treibstoff schmecken. Das aktuelle Camaro-Modell zitiert wieder stark die schwungvolle Linienführung des Urahns aus den 60er-Jahren.

Ab Baujahr 1993 // 5,7 Liter mit 275 bis 313 PS // Preise ab 9.000 €

CORVETTE C4 UND C5

Die amerikanische Sportwagen-Legende hat es in Europa immer schon schwer gehabt. In den USA eine Ikone, hierzulande ein Außenseiter mit einem Image, das oft mit dem Rotlichtmilieu in Verbindung gebracht wurde. Zu Unrecht, denn die Corvette hat speziell als Cabrio mit V8 und Cruiser-Qualitäten einen besonderen Reiz. Während die frühen Modelle der 50er- und 60er-Jahre bereits Sammlerstatus genießen, ist die Corvette der 80er- und 90er-Jahre ein Geheimtipp. 1984 löste die Corvette C4 den legendären Stingray mit dem rundlichen "Coke Bottle"-Design ab. Eine optische Revolution, denn die damals neue Corvette erschien flach und fast kantig. Bis 1996 wurde die C4 in verschiedenen Versionen gebaut. Natürlich auch als Vollcabrio, das 1986 vorgestellt wurde. Leistungsmäßig war diese Corvette nicht unbedingt ein Hammer. Die klassischen US-Achtzylinder brachten zwischen 205 und 330 PS. Ansonsten präsentierte die Corvette die typischen Eigenschaften: V8-Sound, Kunststoffkarosserie, eher schlichtes Interieur und ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Das gilt auch heute noch für die gebrauchten C4, die ab 7.000 € angeboten werden. Deutlich flotter ist die ab 1997 gebaute Corvette C5, die auch gegenüber dem aktuellen Modell C6 nicht alt aussieht und mit einer Leistung ab 344 PS auch der Konkurrenz von Porsche Paroli bot.

Ab Baujahr 1986 / 1997 // 205 bis 330 PS / 344 bis 350 PS // Preise ab 7.000 € / ab 15.000 €

MERCEDES SL 500

Der Nachfolger des barocken R 107 wurde von 1989 bis 2001 gebaut und bot damals einige technische Leckerbissen wie zum Beispiel den automatisch ausfahrbaren Überrollbügel, der sich diskret im Inneren verbarg, oder die Integralsitze. Der SL 500, der anfangs noch 500 SL hieß, war übrigens ein echter Erfolgstyp. Knapp die Hälfte der rund 204.000 gebauten SL dieser Generation hatten den Fünf-Liter-Achtzylinder unter der Haube. Schon ab 6.000 € bis 7.000 € findet man gebrauchte SL 500. Freilich handelt es sich hier um Exemplare mit hohen Kilometerständen und nicht selten auch wenig geschmackvoll verbaut. Der R 129, wie diese SL-Generation werksintern heißt, war seinerzeit ein beliebtes Tuning-Objekt. Für einigermaßen gepflegte Modelle muss man Preise ab 12.000 € einkalkulieren.

Ab Baujahr 1989 // 5,0 Liter mit 326/306 PS // Preise ab 6.000 €

JAGUAR XK CABRIO

Eine Reminiszenz an den legendären E-Type sollte die 1996 präsentierte Coupé/Cabrio-Version Jaguar XK werden. Den eleganten 2+2-Sitzer gab es mit einem 4,0-Liter-V8 mit 284 PS und einer 360 PS starken Variante als XKR. Das formschöne Cabrio huldigte mit reichlich Leder und Holz im Interieur und typischen Gran-Turismo-Eigenschaften klassischen Jaguar-Werten. 2005 wurden die XK- und XKR-Modelle deutlich überarbeitet und mit neuen, bis zu 510 PS starken Motoren ausgestattet. Vor allem die frühen Baujahre mit dem Saugmotor, der für gediegenes, zügiges Reisen locker genügt, sind heute für vergleichsweise wenig Geld zu haben. Dennoch wirkt das XK Cabrio alles andere als veraltet. Bei knapp unter 10.000 € beginnt das Angebot an Gebrauchten. Dafür gibt es neben Achtzylinder-Sound, gepflegte Leder-Fauteuils, ein Armaturenbrett, das wirklich noch wie ein Brett aus Holz im Raum steht, und ein Image, das so gar nicht nach einem alten Gebrauchtwagen aussieht. Was dem XK und XKR verwehrt bleibt, das bietet der Vorgänger XJS. Das üppige Coupé im barocken Stil der 70er-Jahre sollte Nachfolger des legendären E-Type werden, was ihm aber auch wegen seiner eher behäbigen Fahreigenschaften nie gelang. Das reizvollste Modell ist zweifellos das Vollcabrio mit dem letzten V12-Motor von Jaguar, der bis zu sechs Liter Hubraum und knapp 300 PS hatte. Wem das zu üppig ist: Den XJS gab es Mitte der 90er-Jahre auch mit dem Vier-Liter-Sechszylinder mit 222 PS. Genug für entspanntes Cruisen mit offenem Dach. Die Preise beginnen bei rund 13.000 €.

Ab Baujahr 1997 // 4,0 Liter mit 284 PS/360 PS // Preise ab 9.000 €

LEXUS SC 430

Gediegenes Ambiente mit Leder, Holzapplikationen, Chromdetails, eine Mark-Levinson-Hi-Fi-Anlage und perfekte Verarbeitung. Keine Frage, der Lexus SC 430 ist ein Luxus-Cabrio. Der 2+2-Sitzer von Toyotas Premiummarke wurde ab 2002 in den USA ein Verkaufsschlager. In Deutschland blieb er ein Mauerblümchen. Zu stark war die Konkurrenz von Mercedes SL, Porsche oder Jaguar. Dabei war der offene Lexus eines der ersten Blechdach-Cabrios und zeigt sich auch heute noch mit dem leise flüsternden 4,3-Liter-Achtzylinder inklusive Automatikgetriebe als perfekte Wahl für vornehmes Cruisen. Sportlicher Fahrstil liegt dem Edel-Japaner eher weniger. Trotz der 286 PS, die unter der Haube werkeln. Das rundliche Design mag Geschmackssache sein. Die Qualität ist über jeden Zweifel erhaben. Rund 70.000 € kostete der SC 430 nach seinem Debüt in Deutschland. Heute findet man ordentliche Exemplare ab etwa 14.000 €. Zum Preis eines neuen Polo hat man dafür ein Cabrio, das nun wirklich nicht an jeder Ecke steht.

Ab Baujahr 2002 // 4,3 Liter mit 286 PS // Preise ab 14.000 €

ab 9.000 € - Es war einmal in Amerika: Der Camaro wurde 1993 bis 2002 gebaut.

ab 15.000 EUR - Benannt nach einem wendigen Kriegsschiff: die Corvette, hier als C5 Cabrio.

ab 6.000 € - Erfolgstyp: Der SL 500 hatte als erstes Automobil einen automatischen Überollbügel.

ab 9.000 € - Huldigt klassischen Jaguar-Werten: das XK Cabrio.

ab 14.000 € - War eines der ersten Blechdach-Cabrios: der Lexus SC 430.